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Gemeinde wusste nicht von Gefahr

Mädchen noch immer im Krankenhaus Gemeinde wusste nicht von Gefahr

Das fünfjährige Mädchen, das vergangene Woche von einem Rottweiler im Gesicht schwer verletzt wurde, befindet sich nach derzeitigem Kenntnisstand der Polizei noch immer im Krankenhaus. Nach der etwa dreistündigen Notoperation seien noch weitere Eingriffe notwendig. Das Kind soll aber außer Lebensgefahr sein.

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Quelle: Symbolfoto

Antendorf. Währenddessen hat man in der der Rehrener Polizeiwache nun die Ermittlungen aufgenommen. Es werden erste Zeugen angehört und demnächst auch die Besitzer der beiden Hunde befragt. In Antendorf und in den sozialen Netzwerken beschäftigen sich viele Bürger mit der Frage, ob dieser Vorfall denn nicht zu verhindern gewesen wäre. Am Telefon äußern sich mehrere Anrufer, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollten, erbost über die ihrer Meinung nach fehlenden Kontrollen der Verwaltung.

Bürgermeister Heinz Kraschewski, der nach dem tragischen Vorfall die Vorgänge selbst in die Hand genommen hat, bestätigt, dass vor dem Angriff beim Ordnungsamt keine Meldungen über Probleme mit den beiden Hunden eingegangen seien. Grundsätzlich muss in Niedersachsen jeder Hund bei der Gemeinde angemeldet sein, in der er lebt. Kraschewski prüft nun, ob das auch bei den beiden Rottweilern der Fall gewesen sei. Wenn nicht, werde man zusätzlich ein Ordnungsstrafverfahren einleiten. Während der Registrierung der Hunde bei der Gemeinde überprüfe man auch, ob der Hund versichert ist. Für den Fall einer Attacke auf Menschen müssen Hunde in Niedersachsen auf bis zu 500000 Euro versichert sein.

Kontrolle nur ein Einzelfällen

Ob der Halter einen Hundeführerschein besitzt – wie er in Niedersachsen seit 2013 verpflichtend ist –, kontrolliere man dagegen nur „anlassbezogen“ in Einzelfällen. Eine generelle Überprüfung sei gesetzlich nicht vorgeschrieben, erklärt Kraschewski. Wer aber schon Jahre vor dem Inkrafttreten des Gesetzes einen Hund besessen hat, ist von diesem Führerscheinzwang befreit. Nach Informationen dieser Zeitung hat dies auch auf den Halter des fraglichen Rottweilers zugetroffen. Dennoch will man in der Auetaler Verwaltung künftig noch genauer auf den Besitz eines Hundeführerscheins achten.

Für Bürgermeister Kraschewski ist eines ganz klar: Eine Rasseliste würde die Arbeit der Verwaltung im Umgang mit potenziell gefährlichen Hunden enorm erleichtern. Niedersachsen ist das einzige Bundesland, dass diese Rasselisten aus dem Hundegesetz gestrichen hat.

Veterinäramt ist zuständig

Im Gespräch mit dieser Zeitung äußerte der Verwaltungschef Verständnis für die Verwunderung unter den Antendorfern, dass der Rottweiler, der das Mädchen attackiert hat, nun weiterhin in der direkten Nachbarschaft des Kindes leben dürfe. Gesetzlich habe er zwar keine Handhabe, zuständig sei das Veterinäramt des Landkreises, aber er werde persönlich mit dem Leiter des Veterinäramtes das Gespräch mit dem Hundehalter suchen, um eine einvernehmliche Lösung im Interesse des Kindes zu finden. jak

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