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Geplante Ortsumgehung sorgt für Fragen

Möllenbeck Geplante Ortsumgehung sorgt für Fragen

Die Ortsumgehung für Möllenbeck, vor rund 30 Jahren angedacht, ist im Laufe der Jahrzehnte aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Jetzt ist der Plan aus der Schublade geholt und sogar im Bundesverkehrswegeplan in den vordringlichen Bedarf aufgenommen worden. Doch es gibt etliche Fragen.

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Möllenbeck. Die Ortsumgehung für Möllenbeck, vor rund 30 Jahren angedacht, ist im Laufe der Jahrzehnte aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Jetzt ist der Plan wieder aus der Schublade geholt und sogar im Bundesverkehrswegeplan in den vordringlichen Bedarf aufgenommen worden. Es war eine Überraschung, eine Einstufung, mit der zumindest in Möllenbeck niemand mehr gerechnet hatte. Die Möllenbecker wissen jetzt auch nicht so recht: Sollen sie sich darüber freuen? Oder ist die Realität über die Planung hinweggegangen? Stimmen die Parameter nicht mehr?

Man darf davon ausgehen, dass – zumindest in der Logik der Planer – Möllenbeck jetzt „einfach dran“ war, nachdem von Nordrhein-Westfalen kommend zuletzt die Ortsumgehung der B238 für Langenholzhausen fertiggestellt worden ist.

In Möllenbeck gibt es zu der geplanten Trassenführung zurzeit mehr Fragen als Antworten, etwa: Die Trasse führt ziemlich nah am Kloster vorbei.

Sackt durch die massiven Erdbewegungen beim Bau der Umgehungsstraße möglicherweise der Grundwasserspiegel so weit ab, dass das eine Gefahr für die Standfestigkeit der Klostermauern wird? Führt das zu Rissen im Mauerwerk, wie Pastor Roland Trompeter schon vor 20 Jahren bei der ersten Planvorstellung zu bedenken gegeben hat?

Wird der Sportverein SC Schwalbe Möllenbeck heimatlos, weil die neue Trasse der Bundesstraße 238 den vorhandenen Sportplatz zerschneidet? Müssen Fußballer zum Training dann auf andere Sportplätze ausweichen?

Führt ein Kreisel vor den letzten Häusern der Neelhofsiedlung zu unzumutbar mehr Lärm und Verkehr, weil der Kreisel dann die alte Bundesstraße mit der neuen und der Straße zum Kieswerk vereinen würde? Auch die Verkehrsströme haben sich neu sortiert, seit Ost- wie Westumgehung gebaut worden sind.

Steigt der Anschluss der neuen B238 im Bereich des Kieswerks nicht zu steil an, ehe er zurück auf die alte Bundesstraße führt?

Wohin legt man die Zufahrten zu den Bauernhöfen, die man mit der Trasse abschneidet?

Fragen, auf die es heute noch keine Antwort gibt.

Der Möllenbecker Axel Reineking sieht beispielsweise mit Sorge den Verkehrsknotenpunkt vor den ersten Häusern von Hessendorf, wo die Kieswerkstraße auf die B238 stößt. Dort habe sich in den vergangenen Jahren der Verkehr vervielfacht, weil nicht nur Kies abgefahren wird, sondern auch Erde und Abraum zur Bodendeponie kommt. Und am Hang ist ein Neubaugebiet entstanden – mit der Slawnoer Straße als Zufahrtsstraße.

Pastor Trompeter hatte bereits bei einer der ersten Planvorstellungen vor gut 30 Jahren darauf hingewiesen, dass der Grundwasserspiegel am Kloster nicht gravierend verändert werden dürfte: Schon heute gebe es Risse in den Klostermauern. Dass hinter dem Kloster zeitweise Sumpflandschaft ist, hinter der ehemaligen Gaststätte „Zur Linde“ von Hermann und Marie Eichmeier Quellen sprudeln, also auch dort der Untergrund problematisch erscheint, ist für alteingesessene Möllenbecker nichts Neues.

Als man vor rund 30 Jahren über eine mögliche Streckenführung nachgedacht hat, war eine Trasse durch das Möllenbecker Feld und die Rintelner Wiesen entlang des Flugplatzes schon deshalb tabu, weil dort das Trinkwasserschutzgebiet für die Stadtwerke Rinteln im Weg war. Das hat sich geändert. Die Brunnen am Flugplatz werden inzwischen von den Stadtwerken nicht mehr als Trinkwasserbrunnen genutzt. Doch bei einer Trassenführung durch die Rintelner Wiesen würde sich als neues Problem stellen: Wie kommt dann der Kiesverkehr auf die neue Umgehung?

Der ehemalige Rintelner Bürgermeister und Möllenbecker Karl-Heinz Buchholz erinnert daran, dass das Schlussstück der Ostumgehung auch so hoch gebaut worden ist, weil damals die Idee war, hier die B238 als Möllenbecker Umgehung weiterzuführen. So wie sie derzeit geplant ist, würde die zweispurige Ortsumgehung 1,8 Kilometer lang werden und rund acht Millionen Euro kosten.

Uta Weiner-Kohl, stellvertretende Leiterin der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hameln, kann die Möllenbecker zumindest in einem Punkt beruhigen. Der derzeit vorgeschlagene Trassenverlauf sei keineswegs in Stein gemeißelt: „Das wird so nicht 1:1 übernommen.“ Wenn sich im Laufe des Verfahrens herausstellen sollte, dass es für Möllenbeck bessere Lösungen gibt, sei „noch alles möglich“. wm

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