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Germaniten-Auto zwangsversteigert

Germaniten-Auto zwangsversteigert

Ein gutes Dutzend Polizei- und Justizbeamte haben gestern Vormittag die Zwangsversteigerung eines Autos überwacht. Auch diesmal sind die in Goldbeck mit einer „Botschaft“ vertretenen Germaniten der sogenannten „Justizopferhilfe“ der Grund für das Aufgebot.

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Etwa ein Dutzend Polizei- sowie Justizbeamte zeigen bei der Zwangsversteigerung Präsenz.

Quelle: jak

Rinteln/Löhne. Jörg P., Axel T. und Jürgen N. sind vor Beginn der Zwangsversteigerung vor Ort, fotografieren aus einigen Metern Entfernung mit dem Handy die Polizisten, Gerichtsvollzieher und Bietinteressenten sowie den anwesenden Pressevertreter. Außerdem hat Jörg P. in Löhne neue Büros für ein Unternehmen angemietet. Die zuvor uninformierten Vermieter befürchten jetzt eine Involvierung der „Justizopferhilfe.“

 Die Germaniten, die auf einer Internetseite nicht nur Videos der verurteilten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck, sondern auch auf Horst Mahlers „Antworten auf die Judenfrage“ verlinken, erkennen die Bundesrepublik nicht an. Ihrer Meinung nach existiert das Deutsche Reich weiter.

 Noch vor Beginn der Bieterrunde verließen die drei anwesenden Germaniten das Gelände, ohne den Vorgang groß gestört zu haben. Im Anschluss ging alles recht schnell und undramatisch.

 14500 Euro legte ein Interessent letztendlich für den „VW Passat 4Motion“ hin, der zuletzt auf den Namen des Goldbecker Grundstückseigentümers angemeldet war. Das Startgebot lag bei 10000 Euro.

 Bereits am 19. Oktober hat Jörg P. einen Mietvertrag für 200 Quadratmeter Bürofläche in Löhne zum 1. November für die Firma „Nordatec“ unterschrieben. Nachbarn der neuen Büroräume wollen beobachtet haben, wie Axel T., der stets mit weißer Strickmütze wie DJ-Ötzi auftritt, im Dunkeln mit einer Taschenlampe ums Gebäude herumgeschlichen ist.

 Kurz vor der Unterzeichnung des Mietvertrags am 19. Oktober hat Jörg P. die Räume selbst in Augenschein genommen. Mit Kennerblick hat er Schäden an der Heizung erkannt. Für den Vermieter war das ein Beleg für die Fachkunde des neuen Mieters. Beide vereinbarten eine Miete in Höhe von 700 Euro monatlich. Sicherheitsleistungen verlangte der Vermieter nicht, Jörg P. unterschrieb.

 Die Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus aus Nordrhein-Westfalen hat die Entwicklungen in Löhne im Blick und bietet Betroffenen Hilfe an: „Das ist kein privates Problem eines Vermieters. Das geht die ganze Stadt an. Es hätte jedem passieren können“, sagte Karsten Wilke: „Die Rechtsextremisten haben sich ja nicht als Justizopferhilfe vorgestellt.“

 Fraglich ist, ob der Mietvertrag überhaupt gültig ist. Jürgen Upmeyer, Verbandsgeschäftsführer von Haus & Grund riet Vermietern grundsätzlich dazu, die Zahlungsfähigkeit ihrer künftigen Mieter genau unter die Lupe zu nehmen. Ein Solvenz-Check kostet Mitglieder der Vermieter-Lobby 20 Euro. Upmeyer: „Das ist gut angelegtes Geld.“ jak

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