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„Glaub an dich und an Gott“

Steinbergen / St.-Agnes-Kirche „Glaub an dich und an Gott“

„Wenigstens müssen wir nicht dauernd aufstehen“, so tönt es beim Jugendgottesdienst in der evangelisch-lutherischen St.-Agnes-Kirche leise aus der letzten Reihe. Doch augenscheinlich können die meisten der mehr als 100 anwesenden Jugendlichen dem Abend noch etwas mehr abgewinnen. Statt unter der Bank schnell zum Handy zu greifen, verfolgten die Zuhörer, wie sich Jugendliche musikalisch, schauspielerisch und in Gedichtform mit dem Thema Mut auseinandersetzten.

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Unvorteilhafte Bilder einer alkoholschwangeren Nacht können dank Handy heute schnell den Ruf ruinieren. Das führte Alexander Disse (links) mit anderen Jugendlichen vor.

Quelle: jak

Steinbergen. „Wir wollen zeigen, dass jeder mutig ist“, erklärte Alexander Disse, der mit dem Gottesdienst auch seinen Abschied von der Gemeindearbeit feiert. Behandelt wurden an diesem Abend viele Situationen, die Mut erfordern. Sei es, indem man sich für Mobbing-Opfer einsetzt, zu sich selbst steht oder alleine eine Reise durch Italien organisiert.

 „Wahnsinn, wie viele gekommen sind“, freute sich Disse. Nicht nur aus Steinbergen, sondern auch aus umliegenden Gemeinden reisten interessierte Gäste an. Sogar aus Stadthagen kamen Jugendliche mit dem Bus, um sich anzuhören, was die Steinberger über Mut zu erzählen haben. Aus Bad Eilsen schlossen sich den Veranstaltern die Jugendlichen von „Teamer-Turm-Treff“ an, die sichtlich große Freude an ihrem musikalischen Auftritt hatten. Als die vier männlichen Mitglieder der Runde auch noch mit schwarzen Sonnenbrillen und roten Kapuzenpullis lautstark den Segen Gottes einforderten, waren einige Zuhörer kaum noch auf den Plätzen zu halten.

 Ähnlich unkonventionell ging es dann auch bei dem von Pastor Reinhard Koller auf der Gitarre begleiteten Gottesdienst weiter. Zunächst wurde in einem kurzen Stück dargestellt, wie schnell jemand innerhalb einer Gruppe zum Außenseiter werden kann. Es reichen ein paar unvorteilhafte Bilder im alkoholisierten Zustand, die über das Handy rasend schnell verteilt werden. Über eine Videoleinwand kamen die Zuschauer zu ihrer großen Belustigung dann auch noch in Geschmack der peinlichen Partybilder. In der aufgeführten Szene fand sich zwar jemand, der für den Gemobbten Partei ergriff, doch wie alle im Publikum wussten, so glimpflich geht es nicht immer aus. „Habe Mut, Dich für andere einzusetzen“, forderte daher nicht nur ein Transparent über dem Altar, auch Pastor Koller und Alexander Disse wurden nicht müde, die Jugendlichen zu ermutigen: „Glaub an dich und an Gott.“

 Als Nächstes hätten die anwesenden Jugendlichen Mut beweisen und vor versammelter Gemeinde von ihren eigenen Erlebnissen erzählen können. Egal, ob man selbst Mut bewiesen hat oder sich gewünscht hätte, mehr Mut zu haben. Doch wenig überraschend wagte es kaum jemand, die Hand zu heben. Zwar gingen einige, die das Jugendalter allerdings bereits hinter sich gelassen hatten, mit gutem Beispiel voran, doch blieben die meisten Hände, trotz einigen Getuschels in den Bänken, unten.

 Die geringe Beteiligung schien die Veranstalter allerdings nicht sehr zu überraschen, hatten sie doch vorsorglich ein Video vorbereitet, das mehr als genug Beispiele für Alltagsmut aufzeigte. Mit Kamera und Mikrofon waren sie zum Jugendfeuerwehrtag nach Stadthagen gereist und hatten zahlreiche Menschen gefunden, die erzählten, wo sie Mut bewiesen haben oder wo sie sich mehr Mut wünschen würden. Nicht an der Zivilcourage schien es den Jung-Feuerwehrleuten zu fehlen, einzig den Mut für den großen Sprung mit Bungee-Seil fehlte überraschend vielen.

 Zum Abschluss wurden alle Anwesenden eingeladen, sich im Gemeindehaus in kleinerem Kreis über das Thema Mut zu unterhalten. Bei dem einen oder anderen schien der Gottesdienst bereits Wirkung zu zeigen. Ein Mädchen jedenfalls raunte während des Gottesdienstes ihrer Freundin zu: „Vielleicht trau ich mich beim nächsten Mal auch.“ jak

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