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Grüne Würstchen und schwarzer Grill

Exten Grüne Würstchen und schwarzer Grill

Eigentlich schien das Kriegsbeil begraben, doch die Provokationen zwischen den Schützenlagern in Exten hörten nach der großmütigen Erklärung von König Hans-Ulrich II.

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Attacke: Junge und alte Kämpfer der Grünen schleudern wassergefüllte Ballons auf die Truppen Napoleons, bekommen von dort darauf mit gleicher Münze zurückgezahlt. tol

Quelle: Tobias Landmann

Von Dietrich lange Exten. (wir berichteten) nicht auf. Und beim Antreten auf dem Anger heizten viele kleine Spitzen die Stimmung noch mehr an. Da blieb nur der Griff zur Gewalt. „Seid Ihr bereit zur Totalvernichtung?“, hatte ein Kommandant seine Soldaten gefragt und ein lautes „Ja“ erwidert bekommen. Napoleon hoch zu Ross musste seinen Eolendörpern Schutz gewähren: „Den nichtsnutzigsten König von Exten und Unterdrücker der Eolendörper wollen wir deshalb mit Waffengewalt aus Exten vertreiben.“

 Zuvor mussten sich die Eolendörper einiges anhören, als die einzelnen Truppenführer an Schützenoberst Torsten Bode „Voll-Ständigkeit“ meldeten. Der Chef des 4. Zuges trug sogar ein Kleinkind auf dem Arm und spottete: „Das reicht als Kämpfer für diese lächerliche Einheit der Schwarzen.“

 Kriegsursache war der Streit um einen Grill, den die Grünen den Schwarzen geraubt hatten. Dieser fand sich am nächsten Tag dann auch noch an einem Fahnenmast hängend mit angetackerten Würstchen. „Wenn ich grüne Würstchen auf einem schwarzen Grill hätte, gäbe mir das aber zu denken“, warnte Oberst Bode. Von den Schwarzen scholl es zurück: „Wenn man grüne Würstchen lange genug an einen Baum hängt, dann werden sie schon schwarz.“

 Napoleon beklagte sich schließlich, dass trotz Friedenspflicht bei der Generalprobe eine Frau der Grünen mit einer Tröte sein Pferd zu erschrecken versucht habe – aber natürlich vergeblich. Dass am Samstag etliche Grüne mit schwarzen Hemden im Festzelt saßen, habe man für ein Friedensangebot halten können, meinte Napolein. Aber die Blicke der Grünen verrieten das Gegenteil: Nein, jetzt war Zeit für Krieg.

 König Horst-Ulrich II. wirkte erst noch friedlich: „Mein lieber Nappi, ich habe das so nicht gewollt.“ Und weil es bei den Schwarzen oft um deren Hobby Essen gehe, verlieh er dem König der Schwarzen sogar einen Orden: eine eingeschweißte Currywurst am Band – machte ihn zum Curry-King.

 Doch wozu waren Panzer-Flugzeug, Kanone und Raketenwerfer aufgefahren, wenn es nicht zum Gefecht kommen sollte? Und darauf brannten ja auch Hunderte von Besuchern. Nach einem Umzug durchs Dorf scheiterten auch letzte Friedensverhandlungen. Dann gingen die Truppen aufeinander los. „Eine richtig schöne Schlacht, viel Wasser, viel Krach und Qualm“, freute sich Festleiter Lothar Wick über die Gaudi für die Aktiven und die Zuschauer. Schließlich setzte die Marine Napoleon auf dem Panzerkreuzer „Hase“ fest, der auf der angestauten Exter „hoppelte“. Die Matrosen nahmen Napoleon den Säbel ab und präsentierten ihn vor dem Feuerwehrhaus beim Schlussappell dem grünen König. „Du bist ja doch ein wenig unterlegen, von Deiner Größe und der Truppenstärke her“, lachte König Horst-Ulrich II. Napoleon erwiderte; „Dass ich wieder einen auf die Mütze gekriegt habe, macht mich nicht froh. Aber wir Eolendörper sind ja bestechlich. Deshalb fällt es uns leicht, jetzt 365 Tage Frieden zu geloben. Es war ein gutes Jahr mit Dir und Deiner Schützengilde, danke auch für das schöne Fest.“ Versöhnlich gab ihm Hans-Ulrich II. den Säbel zurück. Nun herrscht also wieder Frieden, gemeinsam wurde im Festzelt gelacht, getrunken und getanzt. Und heute geht es zum Königsschießen. dil

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