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Heute gibt es Bares

Das Mosten beginnt Heute gibt es Bares

Äpfel gegen Saft – das war einmal. Heute gibt es Äpfel gegen Bares. In dieser Woche hat die Annahme von Mostäpfeln bei riha Wesergold begonnen.

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Michael Barner (rechts) von der Firma riha Wesergold nimmt die Mostäpfel von Heinrich Schermer entgegen, wiegt sie ab und zahlt das Geld aus.

Quelle: peb

Exten. In den nächsten sechs bis acht Wochen können Mostäpfel für acht Euro pro 100 Kilogramm angeliefert werden. Die Annahmestelle befindet sich am Haupteingang beim Getränkemarkt. Annahmezeiten sind montags bis freitags von 13 bis 17 Uhr.

Die Annahme von Obst hat bei riha Wesergold eine lange Tradition. Der Gründer des Unternehmens, Richard Hartinger, Großvater des jetzigen Firmeninhabers, musste als gelernter Glasbläser ständig in großer Hitze arbeiten. Den Saft, mit dem er seinen Durst löschte, produzierte er mit einer einfachen Handpresse aus heimischen Früchten selbst, zunächst nur für den Eigenbedarf, ab 1934 dann kommerziell.

Sein Sohn Richard stieg nach kaufmännischer Lehre und Besuch der Mosterschule in den kleinen Mostereibetrieb ein und steht heute dem Beirat des Familienunternehmens vor, das jährlich über 600 Millionen Euro erwirtschaftet und zu den größten Fruchtsaftherstellern Europas gehört. Mit Richard Hartinger junior ist mittlerweile die dritte Generation in das Unternehmen eingestiegen.

In Exten werden jährlich 25000 Tonnen Äpfel, in Spitzenjahren sogar 50000 Tonnen, zu Fruchtsaft verarbeitet. Weitere 50000 Tonnen Äpfel sind es im Zweigwerk im mecklenburgischen Dodow. Ein Großteil der verarbeiteten Äpfel stammt dabei von den eigenen, rund 700 Hektar großen Plantagen in Mecklenburg-Vorpommern.

Etwa 20000 Tonnen werden angekauft. Die Äpfel stammen zumeist von den Plantagen aus dem „Alten Land“, einem Teil der Elbmarsch südlich der Elbe in Hamburg und in Niedersachsen.

„Während der Erntezeit nehmen wir heute etwa 100 Tonnen Mostäpfel an“, verrät Firmenchef Richard Hartinger junior. „Früher waren es mehr. Da sammelten die Leute das Obst von ihren Bäumen noch auf. Heute verfault es häufig am Boden. Nur die ältere Generation macht sich die Mühe, ihre Äpfel zu ernten. Früher wurde sogar das Straßenobst geerntet und uns zur Vermostung gebracht“, erzählt Hartinger.

„Bis Ende der sechziger Jahre gab es Äpfel gegen Apfelsaft. Die Kunden brachten uns die Äpfel und leere Flaschen und nahmen volle Flaschen mit. Aber das hat sich im Laufe der Zeit geändert. Heute gibt’s Bares“, so Hartinger. „Ein Geschäft können wir mit der Annahme von Mostäpfeln nicht machen. Da legen wir noch Geld drauf. Aber aus der Tradition heraus und als Kunden-Bindungs-Programm werden wird weiter Äpfel annehmen.“

Die Kunden sind Privatleute, Bauern und Obstbauern aus der näheren Umgebung. Sie kommen aus dem Exter- und dem Kalletal, aus dem Wesertal, aus Hameln und dem Stadtgebiet – sowie Heinrich Schermer aus Krankenhagen. Der Rentner hat zwei Apfelbäume, die jedes Jahr abgeerntet werden. „Es wäre zu schade, die Äpfel in die Grüne Tonne zu werfen“, sagt Schermer. Und so denken viele Leute aus seiner Generation. Für 133 Kilogramm hat er 10,66 Euro bekommen. „Nächste Woche komme ich wieder“, kündigt Schermer an.

Eine Kundin aus dem Extertal verriet: „Für 120 Kilogramm gab es 9,60 Euro. Dafür habe ich mehrere Tage die Äpfel gesammelt, in Kartons verpackt und heute zur Annahmestelle gebracht. Rechnen tut sich das nicht. Und eine Wespe hat mich dabei auch noch gestochen. Aber wegwerfen, das wäre zu schade.“

„1,2 Kilogramm Äpfel ergeben einen Liter Saft“, sagt Hartinger. „Je nach Reifegrad und Apfelsorte.“ Die von den Klein- und Großkunden angelieferten Äpfel werden in vier Apfelbunkern gesammelt, die ein Fassungsvermögen von insgesamt 800 Tonnen haben. „500 Tonnen können täglich verarbeitet werden“, so Hartinger.

Der alten Tradition folgend wird riha Wesergold auch in den nächsten Jahren Kleinkunden die Möglichkeit geben, seine nicht für den Eigenverbrauch benötigten Äpfel im Extener Werk anzuliefern. peb

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