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Hier kommt die „Wilde Hilde“!

Rolfshäger Dorfjugend weiht ihren Erntewagen ein Hier kommt die „Wilde Hilde“!

Einen schönen Namen hat die Dorfjugend für ihren ersten Erntewagen gefunden, „Wilde Hilde“. Und einen zu jedem Fest passenden Spruch gibt es an der Seite zu lesen: „Lieber Korn im Blut als Stroh im Kopf.“

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Die Dorfjugend hat vom Ortsvorsteher einen Wagen gekauft und umgebaut. Jetzt können die Erntefestumzüge kommen.

Quelle: rnk

ROLFSHAGEN. Louisa-Marie Teich blickt bei der offiziellen Einweihung des Erntewagens noch einmal zurück auf die Anfänge der Dorfjugend. Die Dorfjugend Rolfshagen sei ein Zusammenschluss von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Rolfshagen und den umliegenden Dörfern. „Wir sind alle zwischen 16 und 22 Jahren alt“, erklärt die Rolfshägerin.

Das erste Mal zusammengekommen sind die Jugendlichen vor dem großen Gemeindeerntefest im Auetal vor zwei Jahren. Die beiden Organisatoren Rüdiger Teich und Karl Harting hatten damals Teenager angesprochen, ob nicht ein Jugendwagen gestellt werden solle. Das Interesse daran war groß – und so fuhr die Dorfjugend mit rund 20 Personen das erste Mal auf einem gemieteten Wagen beim Erntefestumzug mit. Und Harting kann sich noch gut erinnern, wie es vor zwei Jahren so war: Die Jugendlichen hätten beim Umbau des Wagens immer mit angepackt. Stets hätten sie wissen wollen, was nun zu tun sei, und niemals hätten sie sich auf die sprichwörtlich faule Haut gelegt: „Sie haben alle mit angepackt.“

Weil die Jugendlichen sich schnell einig waren, dass der Umzug kein einmaliges Projekt bleiben sollte, planten sie den zweiten Umzug für das darauf folgende Jahr, bei dem sie als Dorfjugend teilnehmen wollten.

Teich und Harting nahmen sich dann beim Neujahrsempfang des Ortsvorstehers im Januar 2015 einen Moment Zeit: Vielleicht könne man ja für die Jugendlichen im Dorf einen eigenen Erntewagen anschaffen. Harting und Teich waren sich nicht ganz sicher, ob das gut gehen würde.

Was dann passierte, erzählen Louisa-Marie Teich und Stella Solasse: „Nachdem wir zuerst zögerten und den Zusammenhalt der Dorfjugend nochmals bei der Schlagerparty und beim dazugehörigen Umzug im Juni testen konnten, entschlossen wir uns im Sommer, nach einem eigenen Wagen Ausschau zu halten.“

Sponsoren gesucht und den Wagen abgekauft

Im Internet wurden sie fündig. Im September wurde der Wagen besichtigt, und schon eine Woche später konnte der Wagen abgeholt werden. Offizieller Käufer war Ortsvorsteher Teich, der das Geld aus der eigenen Tasche vorstreckte, aber die Dorfjugend suchte sich Sponsoren, fand sie auch, gab eigenes Geld dazu – und konnte Teich den Wagen abkaufen: „Und ab da war sie unser, unsere ‚Wilde Hilde’.“

Die Frage, wo der Wagen untergestellt werden konnte, wurde schon beim Ortsvorsteher-Empfang beantwortet: Horst Hohmeyer sicherte seine Unterstützung zu, und so konnte „Hilde“ sofort bei ihm in der Scheune einziehen.

„Da standen wir nun“, sagt Louisa-Marie Teich, „zwölf Jugendliche mit einem halb fertigen Wagen und natürlich ohne Geld. Wir entschlossen, ein Organisationsteam zu bilden, das sich um alle Belange der Dorfjugend kümmert.“ Es handele sich nicht um einen eingetragenen Verein, es gebe aber vereinsähnliche Strukturen. Das Team besteht aus Franziska Iselt, Dominik Teich, Melina Juppe, Jessica Struckmeier, Stella Solasse und Louisa-Marie Teich.

Als Erstes kümmerte sich das Team um die Beschaffung von Geldern für den Umbau des Erntewagens. „Dank eurer Hilfe konnten wir den Umbau realisieren und die benötigten Materialien beschaffen“, wissen die Jugendlichen, dass sie den Sponsoren zu Dank verpflichtet sind.

Es gab einiges zu tun, ehe die „Wilde Hilde“ ein schmucker Erntewagen war: Der Aufbau im vorderen Bereich wurde verändert und eine Anlage beschafft. Zudem mussten Halterungen für die Boxen und das Aggregat angefertigt werden. Ein Austausch der Reifen war ebenfalls nötig. „Und bei all diesen Umbauten“, sagt Louisa-Marie Teich, „wären wir ohne die Hilfe von Lorenz Kämpfe nicht weit gekommen: Er hat für uns tagelang gewerkelt und uns immer geholfen, wenn wir Hilfe brauchten.“

Nachdem der große Umbau abgeschlossen war, wurde „Hilde“ in den vergangenen Wochen gestrichen und noch einmal ordentlich auf Vordermann gebracht, damit sie am Wochenende präsentiert werden konnte.

Die Dorfjugend sichert ein wenig die Zukunft des Ortes

Ortsvorsteher Teich spannte anschließend einen großen Bogen: Man könne ja nur stolz auf eine solche Dorfjugend sein. Sie sichere auch ein Stück weit den Fortbestand des Dorfes. „Wir brauchen Nachfolger“, und daher sei er persönlich „ganz, ganz stolz“. Denn dieser Erntewagen demonstriere auch, dass die Dorfjugend ein Projekt in die Hand nehmen und umsetzen könne: „Um die Zukunft ist mir daher überhaupt nicht bange.“

Das sah Harting ähnlich. Er freute sich noch immer, dass die Jugendlichen sich und ihn vor zwei Jahren gefragt hätten, warum es das große Erntefest nur alle fünf Jahre gebe und was sie tun könnten, um etwas öfter feiern zu können. Harting gab ein neues Ziel vor: ein eigenes Erntefest in Rolfshagen. rnk

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