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Hubschrauber fliegen nicht mehr tief

Hohenrode Hubschrauber fliegen nicht mehr tief

Die Flussseeschwalben sind wieder da und brüten auf den vom Naturschutzbund (Nabu) angelegten Inseln in den Hohenroder Kiesteichen. Auch die Seeadler haben sich offensichtlich beim Brüten nicht stören lassen und kreisen über dem Wasser.

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Bis Donnerstag kein Kiesabbau in Hohenrode, denn das Getriebe für den Eimerbagger ist defekt. Mit einem Autokran wurde der fünf Tonnen schwere „Oberturas“ auf einen Tieflader gehievt und verzurrt.

Quelle: wm

Hohenrode. Der Nachwuchs werde wohl bald folgen, erwartet Nick Büscher, Nabu-Vorsitzender in Rinteln. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die Jungtiere zum Jagen losfliegen.

Das bedeutet, der Adlernachwuchs hat auch den „Himmelfahrtstag“ auf dem Ludwigsturm offensichtlich gut überstanden. Büscher zeigte sich erfreut: „Die Ausflügler haben die Wegsperrung meist akzeptiert.“

Und noch eine positive Nachricht gibt es für die Naturschützer, die sich in der Auenlandschaft engagieren – seit November 2014 auch offiziell Naturschutzgebiet: Die Bundeswehr, in diesem Fall die Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg, hat zugesagt, über den Teichen keine Tiefflüge mehr durchzuführen. Notwasserungen, bei denen der Ausfall eines Triebwerkes simuliert wird, was Tiefflüge bis auf drei Meter über dem Grund bedeutet, unterbleiben. Überflüge werde es zwar weiter geben, aber nicht mehr so viele und keine mehr tiefer als 250 Fuß, was etwa 75 Metern entspricht.

Das ist das Ergebnis eines Gespräches, das jüngst im Kreishaus in Stadthagen mit Kreisverwaltungsdirektorin Ursula Müller-Krahtz, Martina Engelking vom Amt für Naturschutz, dem Nabu-Vorsitzenden Büscher und Bundeswehrvertretern, darunter auch Oberstleutnant Steen Pfähler, bei der Bundeswehr zuständig für Umweltfragen, stattgefunden hat.

Dabei handele es sich um eine „freiwillige Selbstverpflichtung“ der Bundeswehr, betonte Müller-Krahtz. Es sei ein Kompromiss, mit dem wohl beide Seiten leben könnten. Eine regelrechte Sperrzone auszuweisen, wäre schwierig geworden und hätte ein langwieriges Verfahren erfordert, das man habe vermeiden wollen und dessen Ausgang offen gewesen wäre.

Zur Erinnerung: Als die Naturschutzgebietsverordnung für die Auelandschaft verabschiedet wurde, hatte man das Thema Hubschrauberflüge ausgeklammert. Krahtz geht davon aus, dass die neue Regelung in der Praxis gut umgesetzt wird, auch von anderen Bundeswehrfliegern, die den Weserkorridor benutzten. Diese würden von Achum auf die neue Regelung hingewiesen.

Wenn alles klappt, soll Ende des Jahres die Auskiesung in Hohenrode abgeschlossen sein. Da wird auch ein unerwarteter Betriebsausfall des Baggers kein Hindernis sein. Am Montagvormittag stand ein Autokran am Ufer geparkt, der Schwenkkran über dem Bagger – da nahmen sogar Autofahrer auf der Landesstraße den Fuß vom Gas. Es war der „Oberturas“ des Baggers, der streikte, der Antrieb für die Eimerkette.

„Dieses Getriebe hält die Eimerkette in Gang“, erläuterte Kai Uwe Vogt, der technische Leiter bei Ahe Schaumburger Weserkies. Es gibt auch einen „Unterturas“ am unteren Ende der Eimerleiter, der die Eimerkette umlenkt und die leeren Eimer zum Graben und Füllen ansetzt. Ohne Eimerkette keine Kiesförderung.

Das rund fünf Tonnen schwere Getriebe wurde mit dem Autokran auf einem Tieflader festgezurrt und im Werk in Engern wieder instand gesetzt. „Dort haben wir die notwendigen Ersatzteile“, schilderte Vogt, also neue Lager, eine neue Welle und Zahnkränze. Nach vier Jahren im Baggerbetrieb ein ganz normaler Ausfall, so Vogt: „Verschleiß eben.“

Am Donnerstag wird dann die Kranaktion wiederholt. Nur umgekehrt: Das Getriebe wird wieder an seinen angestammten Platz in den Kiesbagger gehoben.

Der Nabu hat für die neuen Flächen, dann, wenn die Auskiesung abgeschlossen ist, bereits Pläne. Wasserbüffel könnten dort in einem begrenzten Areal weiden. Begrenzt deshalb, weil die Tiere sonst einfach davonschwimmen würden.

Am Steinhuder Meer läuft bereits erfolgreich ein Wasserbüffelprojekt. Dort hat man schon Erfahrungen sammeln können. wm

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