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Keine Chance für großen Supermarkt

Bürgerzentrum Krankenhagen Keine Chance für großen Supermarkt

Der Bau des Bürgerzentrums Krankenhagen ist ein Projekt für 2017 und 2018, aber geplant werden darf schon heute. Allerdings innerhalb von Beschränkungen, die der Investor Volksbank in Schaumburg und die Baugenehmigungsbehörde Stadt Rinteln jetzt miteinander abgestimmt haben.

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Das Raiffeisengebäude soll für das Bürgerzentrum weichen. Auch der Mobilfunkmast auf dem Dach braucht einen neuen Standort. tol

Krankenhagen. Wichtig dabei: Ein Supermarkt mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche ist nicht zulässig, Einzelhandel auf kleineren Flächen schon. „Das regionale Raumordnungsprogramm setzt da Grenzen, und es gibt ja schon einen Supermarkt“, teilt Baudezernentin Elena Kuhls mit. Volksbank-Bereichsleiter Ansgar Haverkamp ist nicht enttäuscht: „Wir sind nicht fixiert auf den Supermarkt und haben auch schon andere Interessenten im gewerblichen Bereich.“

Der Ortsrat Krankenhagen-Volksen befasst sich in seiner nächsten Sitzung am 3. März mit der aktuellen Sachlage des Projekts. Die Verwaltung teilt ihm dazu mit: Die Volksbank in Schaumburg hat im Jahr 2015 bekannt gegeben, dass das Grundstück „Am Kirchanger“ in Krankenhagen für die Raiffeisennutzung vollständig aufgegeben wird. In den baulichen Zustand der Volksbankfiliale soll nicht weiter investiert werden, sondern stattdessen ein Neubau mit Beratungsbüros errichtet werden. Ferner wurde von der Stadt Rinteln für diesen zentralen Standort die Lage eines neuen Feuerwehrgerätehauses gesehen.

Eine weitere Teilfläche des zentral gelegenen Grundstücks bietet sich zudem für den Bau eines Bürgerhauses an. Eine Kombination aus Volksbankfiale, Arztpraxis und Bürgerhaus in unmittelbarer Nähe zur Schule/Turnhalle würde entstehen und könnte sich zu einem Dorfmittelpunkt ergänzen. Neben dem separat zu errichtenden Feuerwehrgerätehaus wären noch weitere Flächen für eventuell Gewerbeansiedlungen vorhanden.

Für das Plangebiet ist bereits der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 9 „Am Kirchanger“ gefasst worden. Der Bebauungsplan soll als Bebauungsplan der Innenentwicklung aufgestellt werden. Aufgrund der bis jetzt betrachteten Varianten zur Grundstücknutzung wird die Ausweisung eines eingeschränkten Gewerbegebietes angestrebt.

Aus den geplanten Nutzungen und der Nutzungskonzeption ergibt sich die weitere Planung. Der wirksame Flächennutzungsplan stellt gemischte Bauchflächen „M“ dar und wird im Wege der Berichtigung angepasst.

Erschließung: Die Erschließung erfolgt von der Straße Am Kirchanger. Zum einen wird es eine Zufahrt für den Parkplatz zur Volksbankfiliale geben, zum anderen wird eine Erschließungsstraße, die im Osten entlang der Draisinenstrecke verläuft, die weiteren Nutzungen erschließen. Aufgrund der geringen Durchfahrtsbreite im südlichen Abschnitt (Höhe Firma Jakobshöfer) wird keine Straße für den motorisierten Verkehr auf der gesamten Länge ausgebaut. Für die bessere Durchwegung des Ortes ist dort ein Weg für Fußgänger und Fahrradfahrer vorgesehen.

Dorferneuerung: Im Rahmen der Dorfentwicklungsplanung der Dörferregion „Rintelner Staatsforst“ war in der Vorplanung der Bau eines separaten Bürgerhauses durch die Stadt Rinteln erwogen worden. Nach intensiven Überlegungen und Planungen hat sich jedoch der Bau des Bürgerhauses durch die Volksbank in Schaumburg – unter gleichzeitigem Abschluss eines langfristigen Mietvertrages mit der Stadt Rinteln – als die für alle Seiten sinnvollste Lösung herausgestellt. Weitere flankierende Projekte und Maßnahmen werden dann im Maßnahmenplan zur Dorferneuerung für das Bürgerhaus festgelegt.

Grundstücksankauf: Sobald die Planung bezüglich Aufteilung und Nutzung des Grundstücks abgeschlossen ist, wird ein Kaufvertrag mit der Volksbank in Schaumburg über die von der Stadt Rinteln benötigten und eventuell zu übernehmenden Flächen abgeschlossen.

Gutachten, begleitende Maßnahmen: Die Volksbank hat zwischenzeitlich eine artenschutzrechtliche Gebäudeuntersuchung sowie eine Verkehrsuntersuchung durchführen lassen. Die Untersuchungen sind vorläufig, da geprüft werden muss, ob sie dem endgültigen Konzept anzupassen sind. Im Verfahren werden weiter Gutachten, wie zum Beispiel ein Lärmschutzgutachten sowie die Erstellung einer Altlastuntersuchung erforderlich. Abhängig vom Ergebnis der Altlastuntersuchung ist als begleitende Maßnahme außer zwingenden Baumfällungen und dem Abriss der Gebäude gegebenenfalls auch die Entsorgung von Altlasten nötig. Die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen und Maßnahmen kann sich im Planverfahren ergeben.

Mobilfunkmastanlage: Derzeit ist auf dem ehemaligen Raiffeisen-Gebäude eine Mobilfunkanlage der Telekom installiert. Ein Alternativstandort wird derzeit gesucht, der auch gewährleistet, dass der gesamte Ortsteil funktechnisch versorgt werden kann. Denkbar ist es, auf dem Gesamtgelände einen Standort zu wählen (im südlicheren Teil) und dort für mehrere Anbieter einen neuen Turm zu errichten. Das könnte eine Bündelung aller vorhandenen Standorte in Krankenhagen bedeuten und die Chance bieten, sich von der Schule zu entfernen.

Haushaltsrechtliche Auswirkungen: Für den Grundstücksankauf für die Feuerwehr sind Haushaltmittel veranschlagt. Planungskosten werden anteilig von der Volksbank und der Stadt übernommen. Ein städtebaulicher Vertrag wird geschlossen. Für die Bauleitplanung stehen ebenfalls Haushaltsmittel zur Verfügung. Für den Bau der Feuerwehr sind in den Jahren 2016 und 2017 Haushaltsmittel eingestellt.dil

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