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Irish Folk im Kloster

Stimmungskanone Irish Folk im Kloster

Wie in besten Zeiten: mehr als 2000 Besucher im und am Kloster Möllenbeck, eine milde Frühsommernacht, und eine Stimme, wie man sie dort besser seit Harry Welling nicht gehört hat.

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Was für ein Konzert: Selbst die Musiker von „Dizzy Sells“ genießen die historische Kulisse und die vielen Besucher, die aufmerksam zuhören und bisweilen enthusiastisch mitgehen.

Quelle: dil

Möllenbeck. Larry Matthews Blackstone lieferten als Top-Act beim Irish Folk begeisternde zweieinhalb Stunden Nonstopreise durch Irland, Schottland und die USA ab. „Nun zieht euch aus und tanzt, es ist Damenwahl, Männer sind erst am Sonntag dran“, war nur einer der vielen flotten Sprüche, mit denen Matthews das Programm auflockerte. Dass der Aufforderung niemand folgte, war egal. Später fragte er, wie viele Verliebte im Publikum seien. Bis zu zwölf emporgereckte Arme zählte er und stellte fest: „Rinteln ist ja wohl nicht die Liebeshauptstadt Deutschlands.“ Aber das Publikum liebte ihn und seine Band. Und bei „All you need is love“ am Schluss sangen Hunderte entfesselt mit.

 „Alles super, wir sind schockiert“, schmunzelte Matthews zuvor, als das Publikum aus voller Kehle den Refrain zur Hymne auf Dublins berühmte Fischverkäuferin „Molly Malone“ nachsang. „Als wir reinkamen, dachten wir, es gibt keine Talente hier, und jetzt das.“

 Ansporn außer Beifall brauchte Matthews (Geige, Gitarre, Gesang) nicht. Das Energiebündel mit der variablen, kräftig-kantigen Stimme zog einen breiten Bogen von „A whiter shade of pale“ über „Leaving Tipperary“, „Dirty old town“ bis zu „Hey Jude“ und „Whisky in the jar“, um nur die bekanntesten Lieder zu nennen. Neben ihm sorgten für zusätzlichen Drive die deutschen Blackstone-Mitglieder mit Gitarre, Mandoline, Flöte, Bodhran und Percussion. Und ließ die Tanzwut vor der Bühne nach mehreren textlastigen Songs etwas nach, dann griff Matthews wieder zur Geige (Fiddle) und sorgte mit rasanten Reels für neues Feuer.

 Eher beschaulich, blumig, melodiös kam das Kontrastprogramm der Vorgruppe „Dizzy Spell“ aus Halle und Leipzig daher, aber gut rüber. In der warmen Abendsonne genoss das Publikum im noch weniger dicht gefüllten Innenhof auf Decken und Campingstühlen den Aufgalopp. „Die machen einen supernetten Eindruck“, schwärmte ein Mann, der in der Pause gleich eine CD erstand. Geigerin Magdalena Krampitz fotografierte mit dem Handy die grandiose Kulisse und sendete das Bild über WhatsApp gleich an ihren Freund: „Es ist schon etwas Besonderes, in so einer Kulisse zu spielen. Und alle sind hier so konzentriert auf unsere Musik, ganz anders als gestern bei einem Stadtfest in Nordhausen. Da litten wir unter der lauten Konkurrenz eines DJs auf einer anderen Bühne.“

 Positiv, leicht, melodiös, familientauglich ist der Anspruch von „Dizzy Spells“, und er wurde eingelöst. Sogar ein eher sprödes finnisches Hochzeitslied war zu hören. Jan Oelmann (Akustikgitarre, Geige), Juliane Weinelt (Querflöte) und Matthias Landgraf (Bass, alle auch Gesang) komplettierten kongenial das Quartett.

 Und zum Mitsingen auch hier „Molly Malone“. „Ihr macht so toll mit, da braucht ihr nächstes Jahr gar keine Bands mehr, ihr könnt ja alles selbst“, lobte Sängerin Weinelt. „Das ist hier so ein schönes Konzert, das müssen wir in die Welt hinaustragen.“ Nur zu!

 Bürgermeister Thomas Priemer hatte beim Sponsoren-Empfang für geladene Gäste am frühen Abend angekündigt, dass diese werbewirksame Veranstaltung trotz freiem Eintritt zumindest mit einer „schwarzen Null“ bilanzieren werde. Wer den Andrang an den Ständen sah, hatte daran wohl keinen Zweifel.dil

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