Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Kampf gegen das Elend

Tierschützerin aus Hohenrode engagiert sich in Serbien Kampf gegen das Elend

Jetzt hat es sie doch wieder erwischt: Da hat sich ein kranker Hund aus Serbien derart in ihr Herz geschlichen, dass sie ihn zu sich nach Hohenrode holen musste. „Dabei ist das gar nicht mein eigentliches Anliegen“, seufzt Petra Pahl-Gerber, die ein bisschen über die eigene Tierliebe verzweifelt.

Voriger Artikel
Hobbyhistoriker rekonstruiert Lovestory
Nächster Artikel
„Rodelbahn“ wird gestreut

Der etwa ein Jahr alte Rüde „Oliver“ ist auf einen Hunderolli angewiesen. Er hat eine Wirbelsäulenverletzung, seine Hinterläufe mussten teilweise amputiert werden.

Quelle: cm

Hohenrode. Denn eigentlich und überwiegend arbeiten Pahl-Gerber und ihr Mann mit dem Verein „Tierjammer“ in Serbien vor Ort zusammen. Sie versuchen, das Elend der wild lebenden Hunde in Serbiens Städten und Dörfern zu lindern. „Kastration, das ist der einzig wirksame Ansatzpunkt“, davon ist die Tierschützerin überzeugt. „Ein nach Deutschland geretteter Hund hilft überhaupt nichts. Aber eine Kastration kann schon verhindern, dass pro Jahr bis zu 20 Welpen in das allgemeine Hundeelend nachgeboren werden.“

 Wahre Horrorszenarien entstehen vor dem inneren Auge, wenn Pahl-Gerber von ihrer Arbeit in Serbien erzählt. Hunde auf Müllkippen, halb verhungerte Hündinnen, die sterbende Welpen säugen, überfahrene Hunde, zum Krüppel geschlagene oder an Staupe und Demodex erkrankte Tiere, deren Haut mit Geschwüren überzogen ist.

 Das kann einem Tierfreund schon zu schaffen machen. Und so mutet es ein bisschen wie ein Wunder an, dass sich das Ehepaar diesen Eindrücken immer wieder aussetzt und den Kampf gegen die Not mit seinen beschränkten Mitteln aufgenommen hat. Klar ist den Hohenrodern: Sie können nicht überall helfen. Doch im Städtchen Obrenowac haben sie Goran Samardzic kennengelernt, einen Gleichgesinnten und Mitstreiter. Der junge Kriegsinvalide hat ein Schutzzentrum für kranke und verletzte Hunde aufgebaut. Dort werden die Tiere medizinisch versorgt und aufgepäppelt, kastriert und wenn möglich an Orten, wo sich viele Hunde aufhalten, wie zum Beispiel den Müllhalden, wieder ausgesetzt. Gleichzeitig sorgt man dafür, dass sie später an ebendiesen Plätzen regelmäßig gefüttert werden.

 Gerade dabei macht sich der Verein „Tierjammer“ besonders nützlich, sagt Petra Pahl-Gerber. Es wurde Kontakt zu einem Futtermittelhersteller geknüpft, der das Projekt regelmäßig mit großzügigen Futterspenden unterstützt. Auch Geldspenden für die tierärztliche Versorgung von verletzten oder kranken Hunden würden dringend gebraucht. Fünf bis sechs Kastrationen von besitzerlosen Hunden mache eine Belgrader Klinik pro Woche umsonst. Das reiche jedoch längst nicht aus. So habe „Tierjammer“ im letzten Jahr weitere 150 Kastrationen finanziert.

 Alle zwei Monate etwa fahren Pahl-Gerber oder ihr Mann nach Serbien. Sie bringen Futtermittel, Spenden und unterstützen Samardzic auch ganz praktisch bei der Arbeit im Alltag. Dabei versucht Petra Pahl-Gerber, so gut es geht, inneren Abstand zu allen Vierbeinern zu bewahren. Das sei ihr jedoch nicht immer gelungen: Inzwischen wird man in ihrem Zuhause von sechs Hunden empfangen. „Zwei gehören meiner Tochter und vier sind meine“, erklärt Pahl-Gerber.

 Da ist zum Beispiel die dreibeinige Chihuahua-Hündin „Minnie“. „Die hätte das Leben auf der Straße dort einfach nicht überlebt.“ Und es gibt „Meggy“, einen Terriermix. Die hat sich ihre Menschen selbst ausgesucht. „Sie ist uns schlicht nicht mehr von der Seite gewichen und hat nachts sogar vor unserer Tür geschlafen“, erzählt Pahl-Gerber. „Das sind ganz besondere Hunde, die ich hier habe. Sie sind ganz sanft, verträglich und unglaublich dankbar. Sie wollen es einem immer recht machen und geben einem so viel zurück.“

 Aber dieser „Ausnahmehund“, der jüngst das Herz der Hohenroderin erweicht hat, den will und kann sie zu ihrem eigenen Bedauern nicht selbst behalten. „Oliver hat eine Wirbelsäulenverletzung, möglicherweise hervorgerufen durch einen Schlag auf den Rücken, der zur Lähmung der Hinterläufe geführt hat. Als wir ihn fanden, waren seine Beine hinten ganz wund und sie mussten auf halber Oberschenkelhöhe amputiert werden. Er ist auf einen Hunderolli angewiesen. Für so einen Hund taugt unser altes Haus mit seinen steilen Treppen leider gar nicht.“

 Für den etwa ein Jahr alten Mischlingsrüden „Oliver“ sucht Petra Pahl-Gerber deshalb ein liebevolles und verantwortungsbewusstes Zuhause. Wer Interesse hat, kann sich bei Pahl-Gerber unter der Telefonnummer (05751) 8782357 melden. Mehr Informationen über den Verein „Tierjammer“ gibt es im Internet unter www.tierjammer.de. cm 

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg