Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Kein Fall für die Polizei

Wilde Schafherde Kein Fall für die Polizei

Die wild lebende Schafherde, die seit mehr als einem Jahr durch den Forst rund um die Schaumburg streift, scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Meldungen darüber, dass die Hausschafe, nochmals gesehen wurden, liegen zumindest seit dem 13. März nicht vor.

Voriger Artikel
Einbruch in Reiterhof
Nächster Artikel
Gruß aus Obernkirchen

Wo sind die wilden Schafe hin?

Quelle: Archiv

Schaumburg. Sollte Forstamtsleiter Christian Weigel, dem die Stadt Rinteln – wie mehrfach berichtet – die Schießerlaubnis verweigert, am Ende mit seiner stillen Hoffnung recht behalten? Sein Kommentar zur ablehnenden Haltung des Ordnungsamtes, was den Abschuss der Herde betrifft: „Dann muss unsere Betriebsleitung dagegen rechtlich vorgehen.“ Weigel hat aber auch gesagt: „Vielleicht wandern die Viecher ja von selber ab.“ Sind sie nun also „abgewandert“? Überhaupt bleiben am Ende viele Fragen unbeantwortet. Etwa die, warum das „Rudel“, wie Hermann Platte, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, diese Gruppe bezeichnet, seit November 2015, dem Monat der ersten gemeldeten Sichtung, kleiner geworden ist.

Durch Todesfälle dezimiert?

In einem Rudel kennen sich die Mitglieder der Gruppe untereinander, im Gegensatz zur Herde, die in der Regel so groß ist, dass unter den den Tieren Anonymität besteht. „Ein Rudel bleibt immer zusammen“, weiß Platte aus Erfahrung. Das Bernser Muffelwild beispielsweise trete stets geschlossen als Rudel in Erscheinung. Er vermutet, dass das wild lebende Hausschafsrudel es ebenso hält. Ist daraus zu folgern, dass das ursprünglich, wie Augenzeugen berichteten, zwölf bis 13 Tiere starke Rudel durch Todesfälle dezimiert wurde? Beim „Fototermin“ am 13. März waren nur acht Schafe auf der Obstbaumwiese.

Keine Wildunfälle bekannt

Sind also Rudelmitglieder im Winter verhungert? Waren einige so alt, dass sie eines natürlichen Todes starben? Oder wurden, anders als Kreisveterinär Dr. Ulf Güber es gegenüber dieser Zeitung ausdrücklich betonte, doch Tiere aus dem Rudel von Autos angefahren und verendeten jämmerlich? Polizeilich bekannt ist so ein Fall jedenfalls nicht. „Das wüsste ich ganz bestimmt“, sagt Jörg Stuchlik, derzeit Leiter des Einsatz- und Streifendienstes beim Kommissariat Rinteln auf Anfrage. Sieht er eine Gefahr von den Schafen ausgehen? „Nein, überhaupt keine Gefahr“, pflichtet der Polizeibeamte der Auffassung des Kreistierarztes bei. „Wenn man Wölfe in die Wälder lässt, dürften die Schafe ja wohl kein Problem sein.“ Und auch seine Kollegin Daniela Kempa, Leiterin des Kriminal- und Ermittlungsdienstes bei der Rintelner Polizei, ist dieser Meinung. Sie sieht die verwilderten Schafe, was den Kfz-Verkehr betrifft, an wie Wild, „das ja auch mal über die Straße läuft“.  jan

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr