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Kein Geld für Medizin

Hohenroderin hilft Armen in Mexiko Kein Geld für Medizin

Wenn Kristin Rothe morgens um 8 Uhr zu ihrem Arbeitsplatz in die Albergue Fray Antonio Alcalde in Guadalajara geht, ist für ihre Mutter in Hohenrode schon der halbe Tag gelaufen durch die Zeitverschiebung von sieben Stunden.

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Selfie mit Kollegin: Kristin Rothe (rechts) in der Fray Antonio Alcalde in Guadalajara.

Quelle: pr.

Hohenrode. Rothe absolviert zurzeit nämlich ein freiwilliges soziales Jahr gemeinsam mit ihrer Freundin Luisa Hörlin in Mexiko. Möglich gemacht hat das „Weltwärts“, ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufenes Freiwilligenprogramm.

 Zur Albergue gehört ein Krankenhaus, das Hospital Civil. Und um dessen Patienten und Angehörigen kümmert man sich in der Albergue. Nicht nur medizinisch, dort gibt es auch Essen, soziale Betreuung und weitergehende Hilfe.

 Kristin Rothes Arbeitstag beginnt morgens meist in der Küche, sie hilft beim Frühstück und wechselt dann ins Büro. Dabei sind ihre fachlichen Fähigkeiten als Sozialarbeiterin gefragt. Es ist Patientenmanagement im weitesten Sinn. Patienten brauchen Geld für die Heimfahrt, Geld für Medikamente, es müssen Absprachen mit Laboratorien, Apotheken, Ärzten und Versicherungen getroffen werden, soweit die Patienten überhaupt versichert sind. Im Büro werden Spenden abgegeben – meist Kleidung und Lebensmittel, die weiter verteilt werden.

 Am meisten habe sie zu Beginn ihrer Arbeit in der Albergue die teilweise extreme Armut der Patienten erschreckt, schreibt Rothe in ihren E-Mails an die Redaktion: „Ich kannte zwar Zahlen über die soziale Situation in Mexiko, wusste, dass nur die Hälfte der Bevölkerung eine Sozialversicherung hat, aber welche Auswirkungen das im Alltag hat, vor allem im Krankheitsfall, das ist mir erst hier klar geworden.“

 Von Hohenrode nach Mexiko, sich dort sozial engagieren, das hat Rothe bereits nach dem Abitur gewollt. Schon damals ihre beste Voraussetzung: Nach dem bilingualen Geschichtsunterricht am Gymnasium in Bad Nenndorf und einem längeren Aufenthalt in Barcelona spricht sie fließend Spanisch. Doch zunächst kam das Studium. Sie studierte Soziologie und Erziehungswissenschaften, machte als Abschluss ihren Master.

 In ihrem Entschluss, in Südamerika zu arbeiten, hätten sie auch zwei Freundinnen bestärkt, deren Familien in Mexiko leben: „Die haben mir immer vorgeschwärmt, wie schön das Land ist.“

 Womit sie in der Albergue zu tun hat, das hat Rothe mit ihren Kollegin Luise Hörlin auch in einem besonderen „Adventskalender“ (www.betterplace) verarbeitet, mit dem die beiden Spender für die Albergue suchen. Sie schildert Fälle und Menschen, die sie persönlich kennengelernt hat. Wie Lulú, 52 Jahre alt, die aus einem kleinen Dorf in die Albergue gekommen ist, da sie einen Bruch im oberen Halswirbel hat. Sie muss jeden Tag Medikamente einnehmen, die sie im Monat 1500 Pesos (etwa 84 Euro) kosten. Hinzu kommen 1000 Pesos (etwa 56 Euro) Reisekosten. Geld, das sie nicht hat. Ohne die Albuerge gebe es für sie keine Hilfe.

 Ihr Freundin Luisa Hörlin hat Rothe während eines Vorbereitungskurses kennengelernt. Hörlin und Rothe leben in WGs mit Studenten aus aller Welt. Rothe schreibt, ihre Mitbewohner kommen aus Argentinien, Kolumbien, Spanien und Mexiko.

 Und wie hält die Familie in Hohenrode Kontakt mit der Tochter? In Zeiten von E-Mail und Skype kein Problem. Bis auf die sieben Stunden Zeitverschiebung. Rothe will noch bis September nächsten Jahres in Mexiko arbeiten. wm

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