Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Keine Notlösung

Ulf Peter Radow ist neuer Pastor in Hattendorf Keine Notlösung

Er ist Pastor in Wennigsen, Barsinghausen, Amelungshausen und ein paar Orten mehr gewesen. „Ich habe schon vor vielen Altären gestanden“, formuliert es Ulf Peter Radow.

Voriger Artikel
„Kleine Füchse“legen los
Nächster Artikel
Zeit der Dorfkneipe vorbei

Hat vor vielen Altären gestanden und will in Hattendorf bleiben: Pastor Ulf Peter Radow.

Quelle: rnk

HATTENDORF. Man könnte ihn als beruflichen Springer bezeichnen, der dort aushilft, wo es an Personal mangelt. In Hattendorf will er jedoch etwas länger bleiben. Radow ist der neue Seelsorger der Kirchengemeinde. Aber er ist nicht der neue Inhaber der vakanten Pfarrstelle, er ist Hauptvertreter.

Andreas Kühne-Glaser hat im Gottesdienst am vergangenen Sonntag ein Schreiben verlesen lassen, in dem Radow vorgestellt und der Hintergrund erklärt wurde: Ja, Radow wurde nicht gewählt, aber er ist dennoch keine reine Notlösung, betont der Superintendent. Er ist kein seelsorgerischer Springer, der mal kurz in Hattendorf vorbeihüpft, um eine personelle Lücke zu schließen.

Normalerweise würde sich ein Nachfolger für Pastorin Antje Wachtmann auf das Amt bewerben und sich dem Kirchenvorstand vorstellen, so Kühne-Glaser. Anschließend folge eine Aufstellungspredigt im Gottesdienst, und die Gemeinde habe eine Woche Zeit, um eine Entscheidung zu fällen.

„Dann kommt das gewohnte Wahlverfahren in Gang“

Dieses Verfahren greift bei Radow nicht, weil die Umstände andere waren. Eigentlich sollte er in Hildesheim eine Stelle im Schulpfarramt antreten, aber das habe aus Gründe, die Radow nicht zu verantworten habe, wieder zerschlagen, erklärt Kühne-Glaser. Anschließend folgten ein paar Telefongespräche und die Entscheidung: Radow übernimmt die Gemeinde Hattendorf, und zwar ohne Wahlverfahren.

Sollte sich herausstellen, dass beide zusammenpassen, dann könne er sich problemlos nach einem Jahr auf die Stelle bewerben. „Dann kommt das gewohnte Wahlverfahren in Gang“, so Kühne-Glaser.

Radow ist 56 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und wohnt mit seiner Familie in Aerzen. Und er behält dort auch seinen Erstwohnsitz.

Erreichbar und ansprechbar

Wie soll das gehen, eine Gemeinde mit zehn Ortsteilen und ein Wohnsitz außerhalb? Aerzen liegt immerhin 30 Minuten Autofahrt von Hattendorf entfernt, sein Arbeitsschwerpunkt wird aber das Auetal sein. Er werde zu seiner Arbeit anreisen, so Radow. Es werde ein Dienstbüro im Pfarrhaus mit festen Zeiten geben, und er werde die Nummer seines Mobiltelefons großzügig verteilen. Soll heißen: Er wird erreichbar und ansprechbar sein. Und wenn es bei der einen oder anderen Feier mal ein Bierchen zu viel werde, dann werde er auch sein Nachtlager in Hattendorf aufschlagen.

Bei einer Rundfahrt hat sich Radow die zehn Ortsteile schon mal angesehen, die er seelsorgerisch betreuen wird. Er sei eben Hauptvakanzvertreter, so Kühne-Glaser, für alle in der Gemeinde anfallenden Aufgaben, „und zwar im vollen Umfang“. Daher wird er auch den Konfirmandengottesdienst in den nächsten Wochen übernehmen. Und Kühne-Glaser fügt hinzu: „Er wird nicht morgen wieder verschwinden.“

Beim Gottesdienst kennenlernen

Wie er sich seine Arbeit vorstellt, erklärte Radow auch: „Man geht behutsam in eine neue Gemeinde, man schaut sie sich an: Wo ist die Gemeinde, wie arbeitet sie, wie wird in ihr gelebt?“ Er sei mal Pastor in einer Gemeinde gewesen, da habe die Liturgie im Gottesdienst anderthalb Stunden umfasst, und zu einem hohen Fest wie Ostern gern auch mal drei Stunden. Da könne man als Neuer nicht einfach hingehen und Kirchenvorstand und Gemeinde erklären, das ist zu lang, und das machen wir ab morgen anders. „Das muss man dann aushalten können“, so Radow, „als Springer ist man nicht so schnell im Handeln.“

Aufgrund der Kurzfristigkeit seines Kommens sind erste Auftritte in der Gemeinde erst in den nächsten Tagen geplant. Während eines der nächsten Gottesdienste könne ihn die Gemeinde kennenlernen, so Radow. Im nächsten Gemeindebrief werde er sich außerdem ausführlich vorstellen.

Neue Aspekte sieht er in Hattendorf durchaus, sagt der Theologe: Ein Gotteshaus und Kapellen gebe es in jeder Gemeinde, aber gleich zehn Ortsteile? Das ist auch für den erfahrenen Springer Ulf Peter Radow eine neue Aufgabe. rnk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr