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Keine Windräder am Taubenberg

Verwaltungsgericht Hannover hat entschieden Keine Windräder am Taubenberg

Keine Windräder auf dem Schaumburger Teil des Taubenbergs: Die 12. Kammer des Verwaltungsgerichts Hannover hat nach einem Ortstermin am Mittwoch gestern Vormittag die Klage der Investorenfirma Windkontor auf Erteilung eines positiven Bauvorbescheids für drei Windräder in Goldbeck und eines in Wennenkamp abgewiesen.

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 Gleich jenseits der niedersächsischen Landesgrenze drehen sich die Windräder im Extertal. Am benachbarten Taubenberg wird es dagegen bis auf Weiteres keine Windräder geben.

Quelle: ll

Goldbeck/Wennenkamp/Ahe. Der Landkreis Schaumburg als Beklagter freut sich, dass das von ihm ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet „Lipper Berge“ damit unangetastet bleibt. Gleich jenseits der Landesgrenze drehen sich dagegen Windräder.

 Der Rechtsstreit war schon seit Herbst 2009 anhängig. Damals hatte der Landkreis die beantragten Bauvorbescheide für zwei Windräder mit 100 Meter Höhe und eines mit 150 Meter Höhe in Goldbeck sowie eines in Wennenkamp mit 150 Meter Höhe abgelehnt und den Widerspruch dagegen abgewiesen. Gegen diese Abweisung richtete sich die Klage.

 „Danach ruhte das Verfahren aber mehrere Jahre, weil die Investoren hofften, auf den Taubenberg komme Rintelns Vorranggebiet für Windenergie“, erklärt Klebe. „Dafür hätte es aber eine Teillöschung des Landschaftsschutzgebiets geben müssen, die der Kreistag im September 2013 ablehnte. Dann wurde die Klage wieder aktiv.“

 Das Verwaltungsgericht hat die beiden Standorte und Klagen zu einer zusammengefasst und vorgestern die Beteiligten zu einem Ortstermin nach Goldbeck gerufen. Dort wurden die Auswirkungen auf den Natur- und Landschaftsschutz sowie die Vorbelastungen des Gebietes erklärt und geprüft. Gestern Vormittag erhielt der Landkreis Schaumburg die Entscheidung: Klage abgewiesen. Gegen die Entscheidung ist eine Revision zulässig.

 Das Verwaltungsgericht gab dem Erhalt der reizvollen kleinteiligen Landschaft den Vorrang. Die lippischen Windräder würden nicht zu Absenkung der Wertigkeit des Landschaftsschutzgebietes führen, teilt Gerichtssprecher Sven-Martin Süllow mit.

 Bei dem anderen strittigen Windenergiestandort zwischen Ahe und Westendorf ist ebenfalls noch ein Rechtsstreit anhängig. Die Besitzer von Gut Echtringhausen machen den umfangreicheren Denkmalschutz für ihr Gebäudeensemble und damit größere Abstände von Windrädern geltend, am liebsten hätten sie gar keine Windräder. Dabei wird auf die Einschätzung des Landesamtes für Denkmalpflege verwiesen, das ebenfalls einen ausgedehnteren Denkmalschutz forderte.

 Auch hierbei ist der Landkreis Schaumburg Beklagter, denn er hat für mehrere Windräder einen positiven Bauvorbescheid erteilt, den der aktuelle Investor „Planet Energy“ (eine Greenpeace-Tochter) von dem privaten Vorgänger übernommen hat.

 Verschärft hat sich die Situation durch das Auftauchen brütender Seeadler am Taubenberg, die im Wesertal ihr ausgedehntes Jagdgebiet haben. Windkraftgegner sahen die streng geschützten Vögel schon von Windrädern geschreddert. Planet Energy jedenfalls muss sein avifaunisches Gutachten nachbessern. Projektleiter Julian Tiencken gibt sich aber optimistisch: „Unsere Zwischenergebnisse sprechen nicht gegen unsere Pläne. Und bis wir Endergebnisse vorlegen, wird der Landkreis wohl auch nicht im Hauptverfahren über unsere beantragte Baugenehmigung entscheiden. Unser Projekt verzögert sich eben. Die Klage hätte aber keine aufschiebende Wirkung.“ So sieht das auch Klebe: „Keine aufschiebende Wirkung, wenn keine Eilbedürftigkeit festgestellt wird.“

 Das heißt, die Kläger müssten erneut vor Gericht ziehen. Eigentlich wollte Planet Energy schon 2015 bauen. Die beiden aktuell beantragten Standorte liegen südlich der Bahntrasse und Hochspannungsleitung, ebenso wie ein Dritter, der aber derzeit für Planet Energy nicht im Vordergrund steht. dil

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