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Kirchentüren und Vorhänge in DDR gebracht

Krankenhagen / Gemeindepartnerschaft Kirchentüren und Vorhänge in DDR gebracht

Seit 30 Jahren besteht die Freundschaft zwischen der Kirchengemeinde Krankenhagen und der St. Georgen-Gemeinde Glauchau in Sachsen. Von Anfang an dabei gewesen ist Pastor Helmut Syska. 1981 reiste er erstmals in die Partnergemeinde – und damit mitten in die damalige DDR.

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Dieses Foto wurde 1989 aufgenommen und zeigt Mitglieder beider Gemeinden in Dresden. Auch bei dieser Reise ist Pastor Syska (3. von rechts) dabei gewesen.

Quelle: pr.

Krankenhagen (jaj). „In den ersten Jahren hat allein die 400 Kilometer lange Anreise zwölf Stunden gedauert“, erinnert sich Syska.Und natürlich benötigten die Rintelner damals eine Genehmigung, um überhaupt in die DDR einreisen zu dürfen. „Ich hatte das Glück, dass ein Cousin von mir dort wohnte“, erzählt Syska. Über den habe er eine Einreisegenehmigung bekommen und sei dann einfach weiter nach Glauchau gefahren. „Aber so ganz legal war das nicht“, sagt er. Entsprechend nervös ist der Pastor vor seinem ersten Besuch gewesen. „Ich war so aufgeregt, dass ich sogar vergessen habe, in der Berufsschule Bescheid zu geben, in der ich damals schon unterrichtete“, erzählt er lachend. Dabei sei er an einem Freitag gereist – einem Tag, an dem er eigentlich hätte unterrichten müssen. „Ich habe es in der Aufregung einfach vergessen.“

Auch die Kommunikation zwischen den Partnergemeinden lief zu Beginn der Freundschaft noch nicht problemlos. „Telefonieren konnten wir eigentlich nie, die Leitungen waren immer besetzt“ sagt er. Deshalb wurden Telegramme geschrieben. Aber auch die erreichten ihr Ziel nicht immer. So kam es, dass Syska bei seiner ersten Reise, die er gemeinsam mit seiner Frau unternommen hatte, den Pastor der St. Georgen-Gemeinde nicht antraf. „Der hatte Urlaub und wusste gar nichts von unserem Besuch.“

An Gegenbesuche war in den 80ern natürlich noch nicht zu denken. Dafür fuhren Syska und die anderen „Pioniere“, wie er sie heute nennt, regelmäßig nach Glauchau. Dazu gehörten Eberhard Krause, Gisela Beier, Elisabeth Quakernack und Rintelns damaliger Superintendent Hans-Wilhelm Hube. Im Gepäck hatten sie häufig Dinge, die in der DDR nur schwer zu bekommen waren. „Wir haben sogar Kirchentüren oder Vorhänge für den Gemeindesaal mitgenommen.“ Erst 1989, nach dem Fall der Mauer, erfolgte der erste Gegenbesuch in Schaumburg. Zu dieser Zeit war auch Wilfried Althof, der heutige Vorsitzende des Kirchenvorstands, schon fester Bestandteil des Austauschprogramms. Auch er hat noch ganz genaue Erinnerungen an seine ersten Fahrten nach Sachsen. „Die sind uns mit ihren Trabbis einfach davongefahren“, erzählt er. Nicht etwa weil sie schneller gewesen wären. „Wir haben uns einfach nicht getraut, auf den damaligen Straßen dort so schnell zu fahren.“

Im Laufe der Jahre haben sich echte Freundschaften zwischen den Mitgliedern beider Gemeinden entwickelt. Erst vor zwei Wochen war eine kleine Delegation, zu der auch Althof und Syska zählten, wieder in Glauchau. Sie waren eingeladen, der Verabschiedung des dortigen Superintendenten beizuwohnen.

Am kommenden Wochenende wird wieder eine 18-köpfige Delegation aus der Partnergemeinde Glauchau in Krankenhagen weilen. Um 18 Uhr findet ein Empfang im Gemeindesaal statt. Nach einem gemeinsamen Abendbrot gibt es dann viel Zeit, sich auszutauschen. Am Samstag steht ein Besuch in Hameln mit Weserfahrt und Stadtführung an. Anschließend folgt eine Besichtigung des Stifts Fischbeck, wo auch ein Gottesdienst stattfindet. Am Sonntag endet der offizielle Teil des Besuchs mit einem gemeinsamen Gottesdienst im Johannis-Kirchzentrum. Wer Interesse hat, an einem oder allen Terminen teilzunehmen, sollte sich möglichst schnell bei Pastor Syska oder Wilfried Althof melden.

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