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Kleines Pferdchen, robustes Pferdchen

Konik-Pferde in Raden Kleines Pferdchen, robustes Pferdchen

Auf den Flächen des Naturschutzbundes (Nabu) in Raden grasen jetzt zwei Konik-Pferde. „Konik“ kommt aus dem Polnischen und heißt „Kleines Pferdchen“.

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Neugierig sind sie ja. Aber: Nicht fütttern, denn dies könnte den Organismus der Konik in ein gefährliches Ungleichgewicht bringen, das die sich selbst ernährenden Weidetiere krank machen. Der Mensch sollte hier nicht aktiv in ihr bestehendes Ökosystem eingreifen.

Quelle: rnk

Raden. Insgesamt geht es bei diesem ambitionierten Projekt um 13,8 Hektar, die der Nabu erworben hat, um die alte Kulturlandschaft zu erhalten und in Teilen wiederherzustellen.

8,8 Hektar waren bereits artenreiches Grünland mit Hecken und Weidetümpel, mit einigen seltenen Arten wie Neuntöter und Kammmolch. Fünf weitere Hektar bisheriges Ackerland werden in Grünland umgewandelt. Dazu ist im vergangenen Jahr eine Samenmischung mit Grünlandarten regionaler Herkunft eingesät worden und sind Heckenpflanzungen von der Auetaler Nabu-Ortsgruppe vorgenommen worden.

Da sich Grünland aber nicht von selbst erhält, wird ein Teil der Fläche jährlich zur Heugewinnung von einem ortsansässigen Landwirt gemäht und ein weiterer Teil so wie früher beweidet. Es soll bewusst eine Mischbeweidung aus Kühen und Pferden werden, denn die Tiere fressen etwas anders und deponieren ihre Hinterlassenschaften an unterschiedlichen Stellen. Dadurch entsteht eine kleinräumige Struktur, in der besonders viele unterschiedliche Arten einen Lebensraum finden“, freute sich der Landesvorsitzende des Nabu Niedersachsen, Holger Buschmann. Die Kühe – ebenfalls von einem ortsansässigen Landwirt – werden erst im Frühjahr auf der Weide erwartet und nur im Sommer dort sein, während die Pferde nun ihr Quartier bezogen haben und ganzjährig auf der Fläche verbleiben.

Die Koniks, zwei Wallache, sind eigene Nachzuchten aus Beweidungsprojekten des Nabu in Ostfriesland und werden von einer Privatperson gehalten und betreut. „Besonders erfreulich ist, dass die Tiere zwar betreut werden müssen, aber nur eine geringe Pflege benötigen. Außer in Notzeiten muss auch nicht zugefüttert werden, da die Fläche groß genug ist, um die Pferde ganzjährig zu ernähren. Mit ihrem dicken Winterfell sind sie auch für harte Winter gewappnet. Ganz anders als normale Hauspferde“, hob Bruno Scheel vom Nabu Schaumburg hervor, der den Transport der Tiere organisierte. Mit ihren Hufen graben die Koniks beispielsweise Wurzeln sich ansonsten zu stark ausbreitender unerwünschter Pflanzen aus, um sich mit diesen für den Winter zu stärken.

Koniks sind eine Abbildzüchtung der ausgestorbenen mitteleuropäischen Wildpferde. Die Gene der letzten wild lebenden Tarpane, so hieß das mitteleuropäische Wildpferd, sind in diese Rasse eingeflossen. Über Jahrzehnte wurde nur mit den robustesten Tieren weitergezüchtet, die zudem dem ehemaligen Tarpan im Aussehen gleichen. Zu erkennen sind sie am Aalstrich über dem Rücken und den Zebrastreifen an den Beinen. Das Konik ist keine Wildpferde-Art im strengen Sinne, denn sie sind genetisch auch auf Hauspferderassen zurückzuführen. Jedoch handelt es sich bei diesen recht gedrungenen Pferden um eine robuste Rasse, die immer auch frei und sich selbst überlassen in der Natur lebte und bis weit in das 18. Jahrhundert in Polen sogar gejagt werden durfte. rnk

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