Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
„Es fehlt der Arzt vor Ort“

Krankenhäger befürchten schlechte Versorgung „Es fehlt der Arzt vor Ort“

Im Jahr 2014 hat Dr. Gerd Winter seine Krankenhäger Praxis geschlossen und sich zur Ruhe gesetzt. Seitdem herrscht zwar nicht direkt medizinischer Versorgungsnotstand im Ort, aber nicht nur Winters ehemalige Patienten aus dem Dorf selbst, sondern auch solche aus dem Umland würden es sehr begrüßen, wenn der Mangelzustand wieder beendet werden könnte – so schnell wie möglich.

Voriger Artikel
Gastronomie statt Sanierung in Möllenbeck
Nächster Artikel
Tempolimit und Überholverbot für alle

Helmut Syska (links), Vorsitzender des Bürgerhausvereins Krankenhagen, und Ortsbürgermeister Gerald Sümenicht haben viele Ideen für das neue Bürgerhaus in Krankenhagen.

Quelle: who

Krankenhagen. Eine optimale Lösung und Super-Chance bietet der Bau des neuen Bürgerhauses auf dem ehemaligen Volksbankgelände am Kirchanger, meint der Bürgerhausverein Krankenhagen. Und dazu gibt es bereits konkrete Vorstellungen, erläuterten Helmut Syska, Krankenhagens Pastor im Ruhestand und rühriger Vorsitzender des Vereins, sowie Ortsbürgermeister Gerald Sümenicht beim Lokaltermin mit unserer Zeitung.

 „Es fehlt der Arzt vor Ort“, setzt Syska beim Ausgangsproblem an. Denn die medizinische Grundversorgung werde in den südlichen Ortsteilen Rintelns immer dünner, und die verbliebenen Ärzte steuerten auf ihren Ruhestand zu. Die Krankenhäger hätten sich zwar inzwischen Ärzte in Nachbarorten beziehungsweise im Umland gesucht, und für ältere Menschen seien Mitfahrgelegenheiten organisiert worden („Wir helfen uns in Krankenhagen gegenseitig“), „aber nichts geht über den Arzt im eigenen Dorf“, bekräftigt Syska.

 Für eine nachhaltige Lösung bietet sich jetzt der Bau des neuen Bürgerhauses an, das attraktive Angebote beherbergen soll und das im Rahmen des Fördeprojektes Dorfverbundplanung Dorfregion Rintelner Staatsforst entsteht.

 Hintergrund: Auf ihrem ehemaligen Gelände am Kirchanger wird die Volksbank in Schaumburg nach Abriss der alten Gebäude eine neue Filiale errichten mit Räumen im Obergeschoss, die der Allgemeinheit zugute kommen sollen. „Ein kommunikativer Ort mit attraktiven Angeboten“ für alle Generationen soll entstehen, umreißt Ortsbürgermeister Sümenicht, was sich der Bürgerhausförderverein vorstellt.

 „Wir haben schon mal nachgedacht und die Vorarbeiten gemacht“, berichtet Syska. Und „ein Zentrum ist es jetzt schon, die Jugendlichen sind jedenfalls schon da“, spielt er auf Beschwerden aus der Einwohnerschaft über nächtliche Unruhe durch Jugendliche an. Ein Bürgerhaus mit einem vielfältigen Angebot könne dazu beitragen, den Beeinträchtigungen entgegenzuwirken. Sicher sei: „Es wird konkret, die neue Volksbank-Filiale wird gebaut. Und alles soll unter ein Dach gebracht werden“, so Syska.

 Dabei seien unterschiedliche Angebote möglich, wie zum Beispiel die Nutzung eines Raumes für die benachbarte Grundschule, die wegen der speziellen Geländebeschaffenheit leicht anzubinden sei. Durch die erhöhte Lage könnte die Schule direkt mit dem Obergeschoss des neuen Bürgerhauses verbunden werden. Denkbar sei auch die Einbeziehung eines Gastronomiebetriebes, wie einer Pizzeria.

 Neu sei aber, „dass wir über der Bankfiliale eine moderne Arztpraxis unterbringen könnten“ – am besten vielleicht sogar eine Gemeinschaftspraxis für einen Allgemeinmediziner und einen Spezialisten, so Sümenicht. Der Bürgerhausverein Krankenhagen sehe in dieser Kombination, „eine große Chance, die wir nicht auslassen sollten“. Das Bürgerhaus ist dafür ein attraktiver Standort mit optimaler Verkehrsanbindung über die Extertalstraße, sieht Krankenhagens Ortsbürgermeister eine große Chance für die Umsetzung des Projektes durch Synergie-Effekte.

 Allein der TSV Krankenhagen mit seiner wachsenden Sparte Gesundheitssport und seiner Kooperation mit der Vereinigten Turnerschaft Rinteln dürfte künftig mehr Bewohner aus der Kernstadt nach Krankenhagen bringen und damit auch ein Anreiz für Ärzte mit Ansiedlungs-Interessen sein. „Wir wollen Ärzte ermutigen, aber auch die Politik“, so Sümenicht. Für die Umsetzung spreche, dass das Wunschvorhaben ideal ins Förderprojekt Dorfverbundplanung Dorfregion Rintelner Staatsforst passe, das die Lebensqualität im ländlichen Raum mit zum Ziel hat – unter anderem jetzt auch mit starken finanziellen Zuschüssen zum Beispiel für die Ansiedlung von Ärzten. who

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg