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Kreisstraße 80 gesperrt – aber nicht für alle

Möllenbeck/Krankenhagen Kreisstraße 80 gesperrt – aber nicht für alle

Die ehemalige Kreisstraße 80 zwischen Möllenbeck und Krankenhagen ist ab sofort für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt, teilt Kreisdezernentin Ursula Müller-Krahtz mit. Die Kreisstraße 80 war im Zuge des Landesraumordnungsprogramms bereits Ende 2011 als Kreisstraße „eingezogen“ und entwidmet, aber nicht gesperrt worden.

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Am Ortsausgang von Möllenbeck steht dieses Schild und weist auf die neue Verkehrsregelung hin: Durchfahrt für Fremde verboten – aber auch für Möllenbecker und Krankenhäger?

Quelle: tol

Möllenbeck/Krankenhagen (ll, dil, tol).  Mitarbeiter der Straßenmeisterei haben jetzt entsprechende Schilder am Straßenrand aufgestellt. Demnach ist die ehemalige Kreisstraße nur noch für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr freigegeben. Anwohner des Heidelbecker Holzes haben weiterhin Zufahrt zu ihren Grundstücken.

 Allerdings hält Müller-Krahtz bei dem Durchfahrtsverbot eventuell noch „ergänzende Regelungen“ für nötig. Bei der Verbindung zwischen Möllenbeck und Krankenhagen handele es sich um eine historisch gewachsene Ortsverbindung. Der Landkreis prüfe deshalb noch, wie er den derzeit sehr beschränkten Nutzerkreis der Verbindungsstraße so ausweitet, dass das Ergebnis des Mediationsverfahrens umgesetzt ist.

 „Es hatte wegen einer Anliegerklage ein Mediationsverfahren gegeben“, sagt Müller-Krahtz. „Ein Ergebnis war, dass Möllenbecker und Krankenhäger die Straße noch einige Jahre benutzen dürfen.“ Doch wie beschränkt man die Nutzung auf diese beiden Orte? In der Verkehrskommission hatte die Stadt Rinteln schon gegen das Aufstellen von Schildern „Anlieger frei“ protestiert, weil dann doch wieder alle fahren. Das Aufstellen von Schranken mit Chips zum Öffnen für Berechtigte hält der Landkreis für zu aufwendig. Die Lösung mit amtlichen Berechtigungsscheinen für Krankenhäger und Möllenbecker fanden Kritiker zu bürokratisch. „Aber hinter den Schildern ist die Straße ab sofort eine Privatstraße des Landkreises“, erklärt die Dezernentin.

 Immerhin sind die Vorwegweiser in Krankenhagen und Möllenbeck teilweise abgebaut oder überklebt, die Verbindung ist für Fremde nicht mehr erkennbar. Wann sich Navigationsgeräte dieser Lage anpassen, bleibt abzuwarten.

 Die Straße liegt mitten in der Vorrangfläche für den Sand- und Kiesabbau. Zudem liegen direkt unter der Straße „mächtige Kiesvorkommen“, darunter besonders wertvolle feine Sande. Dem Kiesabbauunternehmen Reese ist gestattet worden, das Abbaugebiet um 30 Hektar zu erweitern. Ursprünglich waren 110 Hektar vorgesehen. Bis die ehemalige Kreisstraße dann komplett unter Baggerschaufeln verschwindet, werde es aber noch „zehn Jahre und mehr dauern“, so Müller-Krahtz.

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