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Kyudo-Training in Rehren

Japanisches Bogenschießen Kyudo-Training in Rehren

Das Wichtigste stellt Hartmut Wilkens gleich zu Beginn klar: Kyudo, das japanische Bogenschießen, ist kein Sport. Es geht nicht um Treffer, Punkte, Werte, Zahlen oder Ringe.

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Rehren. Kyudo ist eine Form der Meditation, eine eher nach innen gerichtete Übung, ohne spektakuläre äußere Aktionen. Zielen und Treffen sind nicht von Bedeutung, und wenn doch etwas getroffen wird, dann sind es Herz, Geist und Seele.

Kyudo ist tatsächlich aus der alten Samuraitradition entstanden. Und das kann man heute noch sehen, denn der Pfeil wird nicht in der Mitte des Bogens angelegt, sondern darunter: In der Ackerbaugesellschaft Japans war der Bogen keine Jagdwaffe, um Wild auf den heimischen Tisch zu bekommen, sondern vornehmlich eine Kriegswaffe. Auf dem Schlachtfeld diente der Bogen hauptsächlich dazu, die gegnerischen Schlachtreihen durch den Pfeilregen zu erschrecken, zu verwirren und auch zu töten. Es kam daher darauf an, den Bogen und die Pfeile so zu konstruieren, dass sie möglichst weit flogen.

Mit der Einführung der Feuerwaffen im 16. Jahrhundert und ihrer in den folgenden Jahrzehnten schnell zunehmenden Anwendung in der Kriegsführung verlor der Bogen, die bis dahin wirkungsvollste Distanzwaffe der Samurai, seine zentrale militärische Bedeutung als Kriegswaffe und wurde fast nur noch zur Jagd, zum Sport und für höfische Zeremonien verwendet. Vor etwa 800 Jahren nahmen sich buddhistische Mönche der Technik des Bogenschießens an und formten daraus eine Meditation im Geiste des Zen: Diese Form der Meditation macht das heutige Kyudo aus.

Weil die Praxis jede Theorie um Längen schlägt, steht der selbstständige Energieberater und Planer für technische Gebäudeausrüstung Wilkens in seinem Büro einfach mal auf und holt einen seiner rund 2,20 Meter langen japanischen Langbogen. Und dann geht es Schritt um Schritt, der Körper gleitet wie in Zeitlupe: Über sieben genau festgelegte Bewegungsphasen müssen Körperhaltung und -spannung präzise koordiniert werden. Als Betrachter sieht und spürt man, worum es auch geht: Der Geist soll zur Ruhe kommen. Eine ästhetische Darstellung und eine körperliche Ausstrahlung führen dann zu einem Treffer. Denn geschossen wird zunächst auf einen Strohballen. Nach einer gewissen Praxis werden 28 Meter entfernte Ziele anvisiert. Es dreht sich alles um die Bewegungsabläufe: Sie zu beherrschen und zu verfeinern, ist ein wesentliches Ziel des Übens. Wettkämpfe und Prüfungen finden nicht statt.

Das Kyudo-Training verlange vom Übenden ein ungewohntes Maß an Disziplin, Aufmerksamkeit, Konzentration und innerer Ruhe, ohne die Kyudo auf Dauer nicht machbar sei, sagt Wilkens. Und wenn ab Montag, 8. Juni, ab 20 Uhr die Kyudo-Praxis an der Carl-Sasse-Straße 3 im zweiten Stock der ehemaligen Casala-Fabrikhalle in Lauenau die erste Einführung ansteht, dann sollten sich Teilnehmer keine Illusionen über ganz schnelle Schieß-Ergebnisse machen: „Bis zum ersten Schuss werden wohl vier, fünf Wochen vergehen“, so Wilkens.

Im Landkreis Schaumburg gab es mal eine Kyodo-Gruppe mit zwölf Mitgliedern. Am Schluss blieb noch ein Duo übrig – Hartmut Wilkens und Rainer Hausschild, und die wollen jetzt einen Neuanfang wagen.

Die sichtbaren Fortschritte fallen individuell sehr unterschiedlich aus und sind weitgehend von der Übungskontinuität abhängig. Da es nicht nur auf Muskelkraft ankommt, sondern auch auf sensible Bewegungskoordination, ist Kyudo für Frauen und Männer jeden Alters geeignet. Melden können sich Interessierte bei Hartmut Wilkens, Telefon (05752) 388, und bei Rainer Hausschild, Telefon (05723) 7980184. Oder am 8. Juni einfach vorbeischauen. rnk

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