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Ludwigsturm abreißen?

Sperrung wegen Fäulnisschäden Ludwigsturm abreißen?

Wird der Ludwigsturm abgerissen? Das Wahrzeichen von Wennenkamp, Treffpunkt für Rintelner nicht nur am Himmelfahrtstag, Trainingsturm für Atemschutzträger der Feuerwehr und Aussichtsplattform für Wanderer. Es sieht so aus. Schon jetzt darf er nicht mehr betreten werden: Lebensgefahr!

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Der Ludwigsturm in Wennenkamp: Ort für Feste wie am Himmelfahrtstag, Wahrzeichen, Wegmarke und Wanderziel.

Quelle: Tol

WENNENKAMP. Andreas Wendt, Leiter des Bauamtes der Stadt, wollte sich zu dieser Frage noch nicht endgültig festlegen. Man werde das noch im Detail prüfen. Doch nach Informationen dieser Zeitung ist das Gutachten von Ingenieur Volker Schiermeyer aus Bad Oeynhausen, der sich mit einem Mitarbeiter den Turm angeschaut hat, eindeutig: Eine Sanierung des Turms ist wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Fäulnisschäden

 Schiermeyer hat einen Lehrstuhl für Holzbau und gilt in Norddeutschland als „der“ Fachmann für Holzbauten. Der Professor bestätigte die SN-Information gestern. Wesentliche Teile des Turms hätten Fäulnisschäden. Er sei sogar erstaunt, wie lange der Turm standgehalten habe.

 Der Professor betonte, dass grundsätzlich nach wie vor nichts gegen Holztürme spreche. Auch heute noch würden Holztürme gebaut, nur eben mit einer weiter entwickelten Technologie. So würden beispielsweise tragende Teile und „Knotenpunkte“ verschalt oder verkleidet. Schiermeyer nannte als Beispiel den spektakulären 120 Meter hohen „Pyramidenkogel“ am Wörthersee.

Letzte Sanierung kostete 27.000 Euro

 Auch für Erich Requardt, der als Firmenchef von Requardt Holzbau im Jahr 2012 mit seinen Mitarbeitern den Ludwigsturm repariert hatte, ist es keine Überraschung, dass der Turm abgerissen werden muss. Holztürme mitten im Wald hätten eine begrenzte Lebensdauer, was man auch mit Sanierungsarbeiten allenfalls hinauszögern könne. Der Ludwigsturm werde von Bäumen umringt, bekomme selten Sonne. Damit werde das Holz im unteren Bereich nie richtig trocken. Requardt hatte damals die sechs im Fachjargon „Stiele“ genannten morschen Pfähle am Turm ausgetauscht. Die neuen Teile sind mit Stahllaschen und dicken Bolzen befestigt worden. 27.000 Euro kosteten die Arbeiten, die von der EU bezuschusst worden sind.

 Es waren Karl-Heinz Drewnitzky aus Hohenrode und Friedrich Weitzel, die im August entdeckten, dass Balken am Turmaufgang gesplittert sind und deshalb Alarm schlugen. Drewnitzky sagt: „Vorher waren noch Kinder auf dem Turm. Wir bekamen einen Riesenschreck.“ Drewnitzky informierte Ulrich Hartmann vom Bauhof, der sich übrigens per E-Mail bei den beiden bedankt hat. Das Bauamt hat den Turm nach einer Besichtigung dann auch sofort gesperrt.

1975 erbaut

 Der Turm mit den 111 Stufen ist im Jahr 1975 aus Douglasien-Stämmen errichtet worden. Es ist eigentlich der zweite Turm. Der erste wurde auf Initiative des Verschönerungsvereins im Jahr 1901 von den Pionieren aus Minden gebaut, 1919 dann wieder abgerissen. Viele brauchbare Teile des Turms verwendeten Wennenkämper für ihre Stall- und Wirtschaftsgebäude.

 2015 feierten die Wennenkämper das Geburtstagsfest „40 Jahre Ludwigsturm“. Die Taubenberger lieben nämlich ihren Turm. Friedel Garbe, Stadtbrandmeister und Verwaltungsstellenleiter, kündigte gestern dann auch an, sollte der Turm tatsächlich abgerissen werden, würde man im Ortsrat einen Neubau beantragen. Aber das ist dann nicht mehr eine Entscheidung des Bauamtes, sondern der Politik, die das Geld dafür bereitstellen muss..

 Der Ludwigsturm ist übrigens nicht mehr der Höchste im Taubenberg. Er wird inzwischen von einem stählernen Funkturm in der Nachbarschaft überragt. hw

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