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Man gewöhnt sich an alles

Steinberger Kreuzung Man gewöhnt sich an alles

Seit dem vergangenen Frühling hat das Dorf Engern mit erhöhtem Durchgangsverkehr leben müssen, mit zusätzlichen Ampeln, immer wieder Stau und mit der Hoffnung, dass die Baustelle an der Steinberger Kreuzung, die für diese Umstände verantwortlich ist, im November endlich abgeschlossen sein würde.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Engern. Nun ziehen sich die Bauarbeiten doch noch etwa drei Monate hin. Wie gehen örtliche Geschäftsleute mit dieser Situation um? Sigrid Meier, deren Hofladen direkt an der Durchgangsstraße liegt, bleibt gelassen. „Großes Lob an die Planer“, sagt sie. „Alles in allem hat es doch prima geklappt, und man kommt als Anwohner aus den Nebenstraßen ganz gut raus.“ Als sie davon hörte, dass ein defektes Abwasserrohr den rechtzeitigen Abschluss der Baustelle verzögert, habe sie sich nichts weiter gedacht. „Wer weiß, vielleicht entdecken uns dann noch ein paar mehr Menschen, die ohne die Baustelle nicht über Engern gefahren wären.“ Andreas Wichmann

So ähnlich sieht das auch in seiner „Biker & Scooter“-Garage. „Insgesamt war die Baustelle sogar positiv für uns“, sagt er. „Ich habe das Geschäft am Anfang des Jahres übernommen und direkt gemerkt, dass uns viele Leute im Vorbeifahren gesehen haben, die sonst nichts von unserer Motorradwerkstatt gewusst hätten. Das hat neue Kunden eingebracht.“ Anstrengend sei es aber trotzdem gewesen, vor allem in den ersten Wochen: „Immer das Gehupe – und ein Riesengeschrei, wenn jemand an der Straße geparkt hat und dadurch schon wieder ein Stau entstand.“ Michael Zerbst

Chaos an der Westendorfer Straße überstanden

Ja, die erste Phase sei nicht einfach gewesen, meint auch von „EP Zerbst“ (Inhaber Dieter Lohse). Aber jetzt sei die Umgehungsstraße ja wieder frei und auch das Chaos an der Westendorfer Kreuzung überstanden. „Wir konnten uns ganz gut arrangieren“, sagt er. Dazu trug auch der relativ große Parkplatz vor dem Geschäft bei. „Für uns ist wichtig, dass man aus Richtung Rinteln und aus Richtung Hameln nicht unnötig aufgehalten wird.“ Fritz Kuhlmann

Das Hausgeräte-Geschäft von am anderen Ende des Dorfes hatte es da schwerer. „Wir haben zwar auch neue Kunden gefunden“, sagt Kuhlmann. „Man musste ja immer langsam an unseren Schaufenstern vorbeifahren.“ Doch sieht es mit Parkmöglichkeiten bei ihm etwas enger aus. „Und was mich wirklich ärgert: Aus unserem Weihnachtsmarkt wurde durch die Verlängerung der Bauphase in Steinbergen nichts.“ Im Jahr 2016 sei der kleine Markt mit Glühweinausschank und Würstchenstand eine „tolle Werbeaktion“ gewesen. „Ich hätte erwartet, dass man unbürokratischer bei der Reparatur des Rohres an der Baustelle vorgeht. Für unser Weihnachtsgeschäft war das schon etwas problematisch.“ Thomas Hoffmann gehört mit seiner „Vinothek“ auch zu denjenigen, die alles in allem erleichtert sind, dass es nicht schlimmer gekommen ist. „Klar, der Verkehr war stressig. Und manche Kunden sind nicht gekommen, weil sie nicht in einem Stau landen wollten“, sagt er. „Andererseits haben mir die Umleitungen auch Neukunden aus Hameln und Steinbergen zugeführt.“

Positiv überrascht

In seinem Laden sieht sich gerade ein Bewohner der Neelhofsiedlung um und hat auch etwas zur Baustellensituation anzumerken. „Wir waren alle positiv überrascht davon, wie gut es mit den Ampeln im Ort gelaufen ist, auch für uns in der Neelhofsiedlung“, sagt er. „Es war die richtige Idee, die Ampeln zwischenzeitlich per Hand zu schalten und der Verkehrssituation anzupassen.“ Sicherlich, alle hätten erhofft, dass sich der Verkehrsfluss ab November wieder normalisiere. „Aber es wird schon schneller gehen als beim Berliner Flughafen oder dem Krankenhaus in Vehlen“, zeigt sich der Engersche Geschäftsmann optimistisch. cok

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