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Menschenleben durch Falschparker gefährdet?

Debatte in Rinteln Menschenleben durch Falschparker gefährdet?

Nach der Anzeige eines Anwohners aus Friedrichshöhe geht der Streit um Falschparker in Rinteln weiter. Der Mann hatte sich über ein Auto beklagt, dass einem Rettungswagen die Durchfahrt erschwert hatte. Der Rettungsdienst sieht sich in der Rintelner Innenstadt vor weitaus größere Probleme gestellt.

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Stein des Anstoßes: Ein Falschparker, der einen Wagen der Rettungskräfte bei ihrem Einsatz behindert hatte.

Rinteln. Parksünder, die Rettungswege oder die Durchfahrt für Feuerwehrfahrzeuge behindern, sind in der Rintelner Altstadt keine Seltenheit. Ohne Rücksicht wird gerade bei Großveranstaltungen in zweiter Reihe geparkt, ein Problem, das die Feuerwehr in schöner Regelmäßigkeit beklagt – der Appell an den Anstand scheint aber nicht bei jedem anzukommen.

Doch auch in den Ortsteilen werden an engen Stellen immer wieder Straßen so zugeparkt, dass kaum ein Durchkommen ist. Was im Normalfall einfach nur ärgerlich ist für Durchfahrende, kann im Ernstfall Menschenleben gefährden. Einen aktuellen Fall hat nun mit Frank Hullmann (Name von der Redaktion geändert) ein Leser zur Anzeige bei der Polizei gebracht. „Das war brandgefährlich“, berichtet der Augenzeuge. Rettungsdienst-Geschäftsführer Bernd Gerberding sieht die Sache dagegen entspannter.

Gefährliche Parksituationen sind keine Seltenheit

Aus Hullmanns Perspektive – und so erstattete er auch Anzeige – spielte sich die Sache so ab: Die nur 3,60 Meter breite Straße sei durch zwei Autos so zugestellt, dass der Rettungswagen (RTW) nur mit viel Mühe hindurchgepasst habe. „Hätte eines der Häuser gebrannt, das Löschfahrzeug der Feuerwehr wäre niemals zwischen den Autos hindurchgekommen“, ist sich Hullmann sicher. Und: Es sei nicht das erste Mal, dass er derartig gefährliche Parksituationen beobachtet habe.

Regelmäßig kämen bei den Großveranstaltungen des ansässigen Seniorenheims – in diesem Fall handelte es sich um die Weihnachtsfeier – viele Gäste von auswärts, die dann wild in der umliegenden Gegend parken würde. „Ich habe mich schon länger gesorgt, dass einmal ein Ernstfall eintritt“, so Hullmann. Und am 9. Dezember sei es dann so weit gewesen. Eine Bewohnerin habe einen medizinischen Notfall gehabt, der Rettungswagen habe den Notarzt angefordert. Nach der Versorgung vor Ort habe der RTW aber kaum durch die zugeparkte Straße gepasst.

„Als ich die katastrophale Parksituation und die Rettungsfahrzeuge dahinter gesehen habe, habe ich sofort die Heimleiterin des Seniorenheims aufgesucht – mit der Bitte, die Besitzer der Fahrzeuge ausfindig zu machen. Das hat zunächst aber nicht funktioniert“, berichtet Hullmann. „Als der Notarztwagen an der beengten Parksituation ankam, fuhr auch der Notarzt direkt zum Seniorenheim, um die Parksünder ausfindig zu machen und zum Umparken zu bewegen.“ Doch es half alles nichts: Bevor die Halter gefunden wurden, versuchte es der RTW selbst und habe es mit Müh’ und Not geschafft, durch die eng parkenden Fahrzeuge zu kommen.

Anwohner fordert absolutes Halteverbot

Für Frank Hullmann ist klar: Auf dieser Straße müsse aufgrund der Gegebenheiten eigentlich ein absolutes Halteverbot gelten.

Anders hört sich der Sachverhalt aus dem Mund von Rettungsdienst-Chef Gerberding an: Er habe mit den Rettungssanitätern gesprochen, die hätten die enge Parksituation zwar auch wahrgenommen, aber nicht als kritisch beurteilt. Der Rettungsdienst habe sich daher auch nicht an die Polizei gewandt. „Das ist bei uns Tagesgeschäft“, so Gerberding. „In engen Bereichen müssen wir eben auch mal langsamer fahren.“

Die Feuerwehr habe bisher in den Ortsteilen bisher ebenfalls keine Probleme festgestellt, sagt Stadtbrandmeister Friedel Garbe. Anders sehe es dagegen in der Innenstadt aus: etwa an der Engen Straße oder an der Bäckerstraße. „Der Platz zum Durchfahren ist dabei gar nicht das Problem“, so Garbe, „aber wir brauchen auch Platz zum Aufbauen.“ Teilweise könne man kaum die Schubladen an den Feuerwehrfahrzeugen öffnen, um an die Ausrüstung heranzukommen.

Im Ernstfall, wo es auf jede Minute ankommt, verlieren die Ehrenamtlichen so wertvolle Zeit. „Besonders viel Platz brauchen wir zum Aufbau der Drehleiter“, erklärt Garbe. „Da brauchen wir schon fünf bis sechs Meter, um vernünftig arbeiten zu können.“ Er appelliert daher an die Vernunft der Autofahrer.

gok

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