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Mit Wasserbomben in die Schlacht

Extener Schützenfest Mit Wasserbomben in die Schlacht

Die Rauchfahnen beißen in den Augen, unter dem Stahlhelm beginnt die Luft zu kochen und der Wacholder brennt im Hals: Willkommen, live bei der Schlacht im Exter Feld: beim diesjährigen Extener Schützenfest. Statt vom Rand des Schlachtfelds wagen wir uns dieses Jahr mitten unter die nassen Gesellen.

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EXTEN. Die Geschichte dürfte bekannt sein, und ist kurz erzählt: Seit mehr als 130 Jahren wird beim Extener Schützenfest in einem mehrtägigen feuchtfröhlichen Spektakel Napoleon in der „Schlacht im Exterfeld“ vernichtend geschlagen. Der Ausgang steht zwar schon bei der traditionellen Kriegserklärung am Anger fest, doch was beim Fußball für leere Ränge sorgen würde, lockt in Exten Jahr für Jahr hunderte Zuschauer.

 Während die Pressevertreter das Geschehen für gewöhnlich aus der Distanz beobachten, geht es diesmal mitten ins Schlachtengetümmel: Allen Wasserbomben zum Trotz. Ein wasserfestes IPhone und ein alter amerikanischer Stahlhelm stellen die komplette Ausrüstung dar. Den eingebetteten Berichterstatter luden die Gesellen der Panzerdivision Exten auf eines ihrer hochmotorisierten Fahrzeuge. Mit heulenden Motoren eröffneten die Anhänger Napoleons die Schlacht, nur um nach wenigen nassen Schusswechseln den Rückzug anzutreten gegen die zahlmäßig überlegenen grünen Horden.

Lärmende Artillerie

 Denen fehlten zwar Panzer-, und Luftwaffe, auf ihrer Seite hatten sie aber eine ganze Batterie lärmender Artillerie. Doch Kern der Auseinandersetzung im Exter Feld ist und bleibt der Kampf von Angesicht zu Angesicht, mit Wasserbomben in der Hand. Aber nicht nur kübelweise Wasser, sondern vor allem die namensgebende Exter zählen zum Mittel der Wahl. Mit schierer Masse ringen die Grünen einen Anhänger Napoleons nach dem anderen in die Exter. Was den grünen Jungspunde durch schiere Zahl und Ehrgeiz gelingt, versuchen die kampferprobten Schwarzen durch ihre Erfahrung wieder wettzumachen.

 Doch in diesem Jahr endet der Kampf der Generationen nach nur wenigen Runden mit einer eindeutigen Niederlage, als Napoleon Reinhold Bösing sich schließlich doch geschlagen geben muss und mit dem Panzerkreuzer Exten ins Exil gebracht wird. Für alle anderen ging es nach der Show weiter zu den aufgebauten Bierzelten, wo Musik, Bier und Würstchen bereits warteten. Und auch am heutigen Montag geht die dreitägige Party weiter: Ab 10 Uhr wird der neue König im Schützenhaus am Kehl ausgeschossen, ab 20 Uhr findet der Königsball mit Livemusik statt. jak

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