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Mit vereinten Kräften

Extener Nachbarschaftshilfe bei Starkregen Mit vereinten Kräften

Bei Starkregen befinden sich die Menschen am Falkenweg in Exten in Alarmbereitschaft. Wassermassen und Schlamm werden in die Straße gespült und drohen, Grundstücke und Garagen zu überfluten.

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Gelebte Nachbarschaftshilfe: Bei Starkregen kämpfen die Anwohner des Falkenweges mit vereinten KräftengegenWasser und Schlamm.

Quelle: pr.

Exten. Zwei Faktoren haben bislang Schlimmeres verhindert: dass der Starkregen bislang immer sonntags oder nach Feierabend einsetzte, sodass genug Anwohner vor Ort waren, um gegen das Wasser anzukämpfen, und ein harmonisches Verhältnis, sodass im Notfall eine ausgeprägte Nachbarschaftshilfe greift. So auch zuletzt vor drei Wochen, als Rinteln nach wochenlanger Trockenheit an einem Sonntag von Starkregen heimgesucht wurde.

 „Das Problem entsteht eigentlich schon auf der Lammert“, sagt Bernd Kirchhoff beim Pressetermin in seinem Garten im Beisein mehrerer Nachbarn. Auf der Straße Zur Lammert kommt das Wasser an, das vom angrenzenden auf einem Hang gelegenen Feld herabfließt. Dort fließt es in einen Graben, der die Wassermassen aber nicht fassen kann und, kritisieren die Nachbarn, im weiteren Verlauf immer flacher wird. „Der Graben ist binnen zwei, drei Minuten voll“, so Kirchhoff. Zudem seien die Abwasserrohre, die unter den Grundstückseinfahrten entlangführen, zu klein. Folge: Das Wasser tritt aus dem Graben heraus und fließt in der Kurve größtenteils in den Falkenweg hinein.

 Dort fließt das Wasser zunächst geradewegs auf die Garage von Manfred Bödeker zu. „Bislang ist noch immer alles gut gegangen“, sagt er. Aber für den Fall der Fälle lagere er bereits etliche Sandsäcke ein, die wie vor drei Wochen seine Garage vor dem Wasser schützen.

 Aber das Wasser macht bei Böder nicht Halt. Der Falkenweg fällt nach Norden hin ab, das Wasser – mehrere Zentimeter tief, wie Fotos der Anwohner belegen –, folgt der Schwerkraft und droht dann, andere Grundstücke zu überfluten.

 Die Rigolen vor den Grundstücken, zu denen sich die Anwohner beim Kauf verpflichten mussten, würden ihrer Aufgabe, Wasser aufzunehmen, zwar bei durchschnittlichen Regenfällen gerecht, sagt Anwohner Oliver Kölling. „Starkregen sind die Rigolen nicht gewachsen.“

 Beim Starkregen vor drei Wochen genügte eine Nachricht in der eigens für den Notfall gegründeten Whatsapp-Gruppe, um rund 15 Anwohner zu mobilisieren. „Wir sind raus und haben zuerst ein paar Gullydeckel entfernt, damit mehr Wasser abfließen kann“, berichtet Kölling.

 Dann griffen die rüstigen Nachbarn bei strömendem Regen zu ihren Besen, um das Wasser weg von den Grundstücken und in die Gullys zu lenken. Auch die Feuerwehr wurde alarmiert. Sie pumpte das Wasser aus dem hoffnungslos überfüllten Graben. „Gefühlt war es das letzte Mal (2011; Anm. d. Red.) schlimmer“, sagt Kölling und mutmaßt: „Aber das liegt vielleicht daran, dass wir dieses Mal die Gullys aufgemacht haben.“

 Doch nach dem Regen ist die Arbeit noch nicht getan. „Dann müssen wir den Schlamm von der Straße kriegen – mit dem Hochdruckreiniger“, sagt Kölling. Der Schlamm wird vom Feld mitgespült und lässt sich, setzt er einmal an und trocknet, nur noch sehr schwer entfernen. Bei jedem Betreten oder Überfahren der verdreckten Flächen stoßen Staubwolken auf, demonstriert Oliver Köllings kleine Tochter Laura mit einem Tritt. Auch der Graben in der Lammert zeugt noch vom letzten Starkregen: Zentimeterdicker Morast liegt darin, und die Rohre sind auch kaum noch wasserdurchlässig. Bürgermeister Thomas Priemer hätten die Anwohner bereits über das Problem in Kenntnis gesetzt. Im Gespräch mit dem Baubetriebshof soll die Situation erörtert und von fachlicher Seite aus bewertet werden.

 Für die Anwohner ist die Sache relativ klar: Der Graben auf der Lammert muss vertieft werden, die Rohre müssen durch größere ersetzt werden. Und vielleicht könne ja auch mit dem Landwirt des angrenzenden Feldes eine Lösung gefunden werden, damit das Wasser von dort aus nicht mehr auf die Straßen fließe.

 Der Kampf gegen das Wasser mag die Nachbarn zwar zusammenschweißen, das gemeinschaftliche Feierabendbier nach dem Regen und den Reinigungsarbeiten ist fast schon Tradition, aber am Ende wollen die Menschen ihre Grundstücke und Häuser vor dem Wasser sicher wähnen. „Es kann ja auch mal sein, dass nicht genug Leute vor Ort sind, um uns zu schützen“, gibt Kölling zu bedenken. pk

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