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„Mona Lisa“ lächelt in der Eulenburg

Rinteln „Mona Lisa“ lächelt in der Eulenburg

Nie wieder hat ein Mensch in den Wissenschaften seiner Zeit so viel und so Großartiges geleistet wie Leonardo da Vinci vor 500 Jahren (1452-1519).

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Rinteln. Eine Kopie seiner Mona Lisa lächelt nun mit nahezu weihnachtlich warmem Hintergrundlicht im Museum Eulenburg, und wenige Schritte weiter blickt da Vinci miesepetrig von einem Plakat auf die Besucher. Er liebte die Einsamkeit, doch im Museum hofft man auf viele Besucher der Ausstellung „Bewegende Erfindungen“, die Bürgermeister Thomas Priemer bei der Eröffrnung ein „Highlight für Rinteln“ nannte.

Unterstützt von „so vielen Sponsoren wie noch nie“ hat Museumsleiter Stefan Meyer mit dieser Mitmachausstellung offenbar nicht nur sich selbst einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Zu sehen sind Maschinen, die da Vinci gezeichnet hat, Studenten der Fachhochschule Bielefeld bauten sie in elf Jahren nach. Alles darf bedient werden, besonders Schüler sind willkommen. Sie können auf einfache Weise verstehen lernen, was da Vinci erdacht hat, der sich als Autodidakt und Kind einer armen Familie alles selbst beigebracht hat. Durch scharfes Beobachten seiner Umgebung fand er neue Ideen.

Einer seiner Leitsätze lautete: „Es gibt immer eine andere Möglichkeit, man muss sie nur suchen und finden.“ Das war mutig in einer Zeit von Dogmen der katholischen Kirche. „Aber es war ohnehin eine Zeit der Umbrüche und neuen Erkenntnisse“, sagte Professor Horst Langer von der FH Bielefeld, der da Vincis Bedeutung, Leben und das Ziel der Ausstellung erläuterte. Doch die Mächtigen seiner Zeit hätten ihn gut bezahlt in der Hoffnung auf neuartige, wirkungsvollere Waffen und andere, eher dem Menschen nützlichere Dinge.

„Er hatte immer ein Taschennotizbuch dabei, zeichnete oft, was er sah. 25 davon sind noch erhalten. Die darin enthaltenen 8000 Zeichnungen stellen aber nur etwa 20 Prozent seines Schaffens dar, und das entstand in gerade mal 50 Jahren“, machte der Professor die Zuhörer staunen. Doch da Vinci schuf andererseits nur 18 Gemälde, eines davon aber die berühmte „Mona Lisa“.

Für mehr war wohl keine Zeit, zu breit gefächert die Interessen. „So sezierte er voller anatomischer Neugier verbotenerweise auch 30 Leichen, wäre dafür fast auf dem Scheiterhaufen gelandet“, sagte Langer. „Er spann Visionsfäden bis in die heutige Zeit, dachte schon an Panzer und Fluggeräte. Aber er hatte oft auch Skrupel dabei.“

Da Vinci blieb ledig, hatte keine Kinder, war Linkshänder und Vegetarier. „Er trank immerhin Rotwein, aber nur verdünnt und zum Essen“, erklärte Langer. „Er wurde 67 Jahre alt, und fast alle seine Visionen wurden realisiert außer seiner Art von Hubschraubern, aber das hatte technische Gründe.“

„Anfassen ist also ausdrücklich erwünscht!“, heißt es im Ausstellungsprospekt. „Bitte nicht berühren!“, steht allerdings draußen vor dem Museum an einer Brückenkonstruktion aus Holz, ganz ohne Nägel, Seile oder Nieten, nur aus dem geschickten Schichten einzelner ,Balken. An den Objekten drinnen hängen blaue Dreiecke – auf der Rückseite ist die Originalzeichnung zum Nachbau zu sehen, oft verblüffend einfach.

Die Ausstellung ist bis zum 13. März zu den Öffnungszeiten des Museums zu sehen. Dazu gibt es ein museumspädagogisches Programm „Leonardo zum Mitmachen“, Gruppenführungen für Schüler und Erwachsene, Workshops und Angebote für Kindergeburtstage. Anmeldung: (05751) 41197, E-Mail museum.eulenburg@t-online.de. dil

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