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Motorsägen heulen sogar Heiligabend

Baumfällarbeiten in Steinbergen Motorsägen heulen sogar Heiligabend

Am Berghang südlich der St.-Agnes-Kirche von Steinbergen müssen die Motorsägen ran: Der Baumbestand braucht eine Verjüngung. Doch besorgte Anwohner fürchten einen Kahlschlag, wurde doch vor wenigen Jahren schon ausgelichtet – und kaum etwas ist nachgewachsen.

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Christian Schulte ist entsetzt über das Ausmaß der Baumfällungen.

Quelle: dil

Steinbergen. Drohen sogar Erdrutsche bei Starkregen? Das Fürstliche Forstamt Bückeburg und die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises haben sich noch einmal abgestimmt, fachlichen Rat steuerte das niedersächsische Forstamt Oldendorf bei.

 Ergebnis: Es geht weiter mit den Waldarbeiten, und zwar schon seit Mittwoch. An Heiligabend heulten die Motorsägen der Firma Knoche aus Hessisch Oldendorf sogar bis 13 Uhr. Chef Manfred Knoche: „Wir nutzen das gute trockene Wetter aus.“ Mit drei Mitarbeitern hat er sich schon weit vom Kirchhang nach Westen in die Kleine Schweiz vorgearbeitet.

 Besonders der Einsatz am 24. Dezember hat Anwohner gestört. Philipp Gräfe machte seinem Unmut bei Facebook Luft: „Begleitet vom erbarmungslosen Donnern der Kettensägen wurde unser einst so schöner Wald in übelster Weise dem Erdboden gleichgemacht. Meine Frau kam in Tränen aufgelöst von ihrem Spaziergang zurück.“ Christian Schulte hatte schon vor Weihnachten Protest-Mails an den Revierförster geschickt – und als Antwort bekommen, dass 90 Prozent der alten Bäume gefällt werden sollen. Ihn als Radfahrer ärgert, dass der mittlere Weg schon nicht mehr befahrbar und der südliche komplett abgesperrt worden ist. Für ihn kommt das fast einem Kahlschlag gleich.

 Insgesamt handelt es sich um 7,8 Hektar Fläche. Christian Weber, Leiter des Fürstlichen Forstamtes Bückeburg, glaubt, dass die Waldarbeiten bis Ende Februar abgeschlossen sind. Dann beginnt ja auch wieder die Brut- und Setzzeit für die Vögel. Weber: „Unser Förster klärt den Fortgang der Arbeiten mit beauftragten Unternehmen ab. Auf jeden Fall soll schonend vorgegangen werden. Weber: „Das Befahren der Waldflächen ist nicht möglich. Das Unternehmen wird die Stämme von Hand zu den Wegen ziehen müssen.“

 Für den Landkreis Schaumburg hat sich Biologe Jochen Beug das betroffene Gelände angesehen. Seine Einschätzung: „Was das Fürstliche Forstamt dort machen lässt, bewegt sich im Rahmen des Waldgesetzes, alles ist aus unserer Sicht gut bis sehr gut. Die Sache ist aber ziemlich heikel, weil der Hang sehr exponiert ist. Jeder Baum, der dort umfällt, ist gut und weithin sichtbar. Und da gibt es eben viele Spaziergänger. Doch wir haben nichts zu beanstanden.“

 Beug hält den Hang allerdings für erosionsgefährdet, obwohl schon wieder Jungwuchs bei den Bäumen festzustellen sei. Im unteren Hangbereich gebe es zudem Quellwasseraustritte, die in Verbindung mit Moos schon Tuffsteinsinterterrassen entstehen lassen. Diese Bereiche sollen beim Holzfällen geschont werden, da sich dort auch seltene Pflanzen ansiedeln können.

 Laut Beug handelt es sich keinesfalls um einen Kahlschlag, dennoch habe man das Forstamt und den Unternehmer noch ein bisschen sensibilisiert. Was laut Weber aber gar nicht nötig gewesen wäre: „Wir hatten nicht vor, die Sinterterrassen zu beschädigen, sondern nehmen darauf Rücksicht.“ Die betroffenen Wege, die bei den Waldarbeiten und dem Holzabtransport zerfurcht werden, will Revierförster Alfred Matthaei im Frühjahr wieder herrichten lassen. Bis dahin wird an einigen Stellen rot-weißes Flatterband signalisieren: Hier ist vorerst betreten verboten. dil

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