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Müll nicht abgeholt

Ärger in Goldbeck Müll nicht abgeholt

In Schaumburgs höchst gelegener Ortschaft sind am Donnerstag nicht nur noch Schneereste von Anfang der Woche zu sehen gewesen. Vor vielen Häusern standen in Goldbeck auch noch die Mülltonnen, die am Montag von der Abfallwirtschaft Schaumburg (AWS) eigentlich hätten geleert werden sollen.

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Hartmut Harland aus Goldbeck ist sauer: Weil der Müll am Montag nicht abgeholt worden ist, bleibt er jetzt wochenlang darauf sitzen.

Quelle: pk

Taubenberg. Doch der Schnee habe es der von der AWS beauftragten Firma Veolia in den frühen Morgenstunden unmöglich gemacht, Goldbeck, Friedrichswald und Teile von Wennenkamp zu gelangen, teilt AWS-Sprecherin Susanne Rintelen auf Anfrage unserer Zeitung mit.

 Dafür haben die Kunden auch Verständnis, schließlich ist man am Taubenberg an härtere Winter gewöhnt. Auf wenig Verständnis stößt indes der Umstand, dass der Müll auch dann nicht abgeholt wurde, als die Straßen schon längst wieder befahrbar waren. Dazu kommt: Die für den Räumdienst zuständige Straßenmeisterei und die mit der Müllabfuhr beauftragte Firma widersprechen einander.

 „Dass die Müllabfuhr am Montag nicht kam, das kann ich ja verstehen, die Schulbusse kamen ja auch nicht hoch“, sagt Alexandra Harland aus Klein Goldbeck, fragt sich aber: „Warum wurde der Müll dann nicht einfach am Dienstag oder Mittwoch abgeholt, als der Schnee geschmolzen war?“

 Gleichzeitig beklagt sie, von der AWS nicht über die weitere Vorgehensweise informiert worden zu sein. Als sie dann selbst bei der AWS angerufen habe, habe ihr eine Mitarbeiterin im Hinblick auf den zusätzlich anfallenden Müll lediglich empfohlen, rote Säcke zu kaufen, die dann bei der nächsten Abfuhr mitgenommen würden.

 Dies kommt für Harland aber überhaupt nicht in Frage: „Dafür müsste ich ja extra nach Rinteln fahren, um die Säcke zu kaufen. Und die sind so teuer, da komme ich ja auf eine ganze Müllgebühr“, schildert sie kopfschüttelnd.

 Auch Ortsbürgermeister Markus Meier, selbst Goldbecker, ist sauer. „Die Leute bleiben jetzt auf ihrem Müll sitzen, und keiner weiß, wie lange noch.“ Und Hartmut Harland, der Schwiegervater von Alexandra Harland, aus Goldbeck klagt: „Jetzt bleibe ich vier Wochen lang auf meinem Papiermüll sitzen.“ Seine Papiertonne ziert schon jetzt eine Extratüte mit Papier.

 Susanne Rintelen von der AWS verweist darauf, dass es im Winter in Fällen wie diesem durchaus üblich sei, den Müll erst mit der nächsten Abfuhr mitzunehmen. Darüber informiere die AWS zudem in Pressemitteilungen und auf ihrer Internetseite.

 Nicht richtig sei es, dass der neu anfallende Müll in roten Säcken verstaut werden müsse. „Eine Einkaufstüte reicht aus, sie muss nur neben die Tonne gestellt werden“, sagt Rintelen. Tatsächlich entstehe für die Kunden sogar ein Vorteil. „Jede Leerung des Restmülls wird über einen an der Mülltonne angebrachten Chip gezählt – bei der Abholung der Tüten ist das nicht der Fall. Die tauchen also in der Jahresabrechnung nicht auf“, sagt die AWS-Sprecherin. Zudem werden Bioabfälle ausnahmsweise auch in Kunststoffsäcken mitgenommen.

 Unklar bleibt jedoch, weshalb genau der Müll nicht abgeholt worden ist. Die von der AWS beauftragte Firma Veolia verweist darauf, dass die Zufahrtsstraßen von Uchtdorf über Wennenkamp und Friedrichswald bis nach Goldbeck wegen Schnee und Glätte nicht befahren werden konnten. Darüber habe sie die AWS zweimal informiert, das erste Mal um 7 Uhr, ein weiteres Mal um kurz vor 11 Uhr, teilt Frank Struckmeier von Veolia auf Anfrage mit.

 Ulrich Lösch von der Straßenmeisterei Rinteln, die für die Streuung dieser Straßen zuständig ist, erklärt unserer Zeitung gegenüber indes, dass der Betrieb die Straßen geräumt habe: „Der Räum- und Streudienst wurde um 7 Uhr aktiviert und um 13 Uhr beendet“, beteuert Lösch.

 Veolia-Mitarbeiter Struckmeier verweist jedoch auf die Sicherheit: „Unsere Fahrer haben das Risiko, die Straßen zu befahren, für zu hoch befunden.“ Zweimal hätten sie die Straßen abgefahren, beide Male seien sie nicht für befahrbar befunden geworden. pk

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