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Nach Brandanschlag in Eisbergen: Keine Hinweise auf Täter

Kameras sollen Übergriffe verhindern Nach Brandanschlag in Eisbergen: Keine Hinweise auf Täter

Nach dem Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft in Eisbergen hat die Polizei noch keine konkreten Erkenntnisse hinsichtlich der Täter. Am Montagabend hatten Unbekannte die Außenfassade der Unterkunft mit Molotowcocktails beworfen; unmittelbar nach dem Anschlag wurde ein wegfahrendes Auto gesichtet, das zunächst jedoch nicht näher beschrieben werden konnte.

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Mitarbeiter der Stadt Porta Westfalica installieren Überwachungskameras. Links im Bild sind Rußspuren an der Hauswand zu sehen.

Quelle: mt

Eisbergen/Rinteln. Bei der Polizei in Minden, die zusammen mit dem Staatsschutz aus Bielefeld ermittelt, sind bereits einige Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, sagte Polizeisprecherin Sonja Rehmert auf Anfrage. Dabei gehe es speziell um den Wagen, aber auch um andere verdächtige Beobachtungen. Polizei und Staatsschutz gehen diesen Hinweisen nach, so die Polizeisprecherin. Eine elfköpfige Sonderkommission fahndet nach den Tätern, die am Montagabend zwei Molotowcocktails auf das Asylheim schleuderten. Inzwischen ist klar: Ein Brandsatz entzündete sich, der zweite nicht.

 Im Internet kursierten zwischenzeitlich Gerüchte, dass ein polizeibekannter Neonazi in die Tat involviert sein könnte. Das bestätigte Rehmert nicht: „Wir ermitteln weiter in alle Richtungen, schließen eine fremdenfeindliche Tat aber nicht aus.“

 Bauhofmitarbeiter haben inzwischen mit der Installation von Überwachungskameras und neuen Leuchten begonnen. Das Gelände an der Ravensberger Straße kann künftig niemand mehr ungesehen betreten, sagte der städtische Beigeordnete Stefan Mohme. Die Frage, warum die Kameras nicht schon früher eingesetzt wurden, beantwortete Mohme mit dem Hinweis auf den strengen Datenschutz. Es müsse eine konkrete Gefährdung vorliegen, damit das erlaubt sei.

 Die Stadt Porta Westfalica werde außerdem die Asylbewerber im Umgang mit Feuerlöschern schulen. Diese hängen zwar in der Unterkunft, wurden den Bewohnern dort aber offenbar nicht erklärt.

 Bei der Polizei in Rinteln herrscht laut Daniela Kempa, der Leiterin des Einsatz- und Streifendienstes, schon seit dem Mordanschlag in Salzhemmendorf bei Hameln vor knapp drei Wochen erhöhte Wachsamkeit in Bezug auf die Flüchtlingsunterkünfte in der Weserstadt. „Wir fahren am Bahnhofsweg und am Kerschensteinerweg häufiger Streife als vorher“, sagte Kempa auf Anfrage. Hinweise auf mögliche Anschläge in Rinteln habe es bislang aber glücklicherweise nicht gegeben.

 Besonders wachsam ist man seit dem Brandanschlag auch bei dem Rintelner Sicherheitsdienst SDS. Außer für die obligatorische Kontrolle der Brandmeldeanlagen in den Flüchtlingsunterkünften in Rinteln und Bad Eilsen zeichnet der SDS auch für die Sicherheit in dem Aufnahmelager in der Jägerkaserne in Bückeburg verantwortlich. „Dort sind wir 24 Stunden am Tag mit vier bis sechs Mann pro Schicht im Dienst“, teilt Wachleiter Bodo Budde auf Anfrage mit.

 Über den Brandanschlag in Eisbergen seien alle seine Mitarbeiter sofort via WhatsApp unterrichtet und schließlich angewiesen worden, in der Nähe des Lagers verstärkt auf augenscheinlich „rechte Klientel“ zu achten. „Wenn uns Fahrzeuge mit entsprechenden Insassen verdächtig vorkommen, melden wir das der Polizei, mit der wir in engen Kontakt stehen“, so Budde.

 Veronika Matamu, die als Flüchtlingssozialarbeiterin der Arbeiterwohlfahrt in der Flüchtlingsunterkunft am Kerschensteinerweg tätig ist, beschäftigt der Brandanschlag im benachbarten Eisbergen. Mit den von ihr betreuten Flüchtlingen habe sie allerdings nicht darüber gesprochen, „um sie nicht zu beunruhigen“. Die Nachricht von dem Anschlag sei auch noch nicht zu ihnen durchgedrungen. Bereits nach dem Anschlag von Salzhemmendorf habe sie sich mit der Polizei Rinteln in Verbindung gesetzt. Ernsthaft besorgt sei sie allerdings nicht. „Wir haben hier so viele ehrenamtliche Helfer, sodass das Positive das Negative bei Weitem überwiegt“, sagt sie. „Aber natürlich hoffe ich, dass das auch so bleibt.“

 Für die nächste Woche plant das Bündnis „Minden gegen rechts“ eine Mahnwache in Eisbergen. Es soll ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt werden, teilt Jana Sasse, die ehrenamtliche Flüchtlingshelferin und Stadtverbandsvorsitzende der Grünen in Porta Westfalica, auf Anfrage mit. Außer politischen Vertretern, die eingeladen werden, sollen auch Flüchtlinge selbst die Möglichkeit haben, das Wort zu ergreifen. Außerdem werden Spenden für die Flüchtlingshilfe gesammelt. Der genaue Termin stand gestern noch nicht fest. pk, ll, mt

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