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Nach einem Jahr nichts passiert?

Baumfällungen Nach einem Jahr nichts passiert?

Es ist ein Jahr her, dass diese Zeitung über Baumfällungen bei der Kleinen Schweiz in Steinbergen, unterhalb der St.-Agnes-Kirche, berichteten. Anwohner und Leser wunderten oder ärgerten sich über die Fällarbeiten, es wurde sogar Kahlschlag befürchtet.

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Bäume gefällt, doch nicht abtransportiert, Wege nicht wieder instandgesetzt: Der Steinberger Christian Schulte wundert sich über den Zustand des Waldes unterhalb der St.-Agnes-Kirche.

Quelle: mld

Steinbergen. Weder das zuständige Fürstliche Forstamt Bückeburg noch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises sahen die Fällungen am Hang jedoch als problematisch an: Der Baumbestand müsse verjüngt werden, und die Menge der gefällten Bäume bewege sich im gesetzlichen Rahmen. 90 Prozent des alten Baumbestandes wurden laut Revierförster gefällt.

Die beschädigten Wege sollten im Frühjahr wieder hergerichtet werden, wurde angekündigt. Und es sollten Bäume nachgepflanzt werden. Der Steinberger Christian Schulte moniert nun: Bislang hat sich dort nichts getan. „Die Wege sind in einem fürchterlichen Zustand.“ Das sei schade, weil die Wege von Radfahrern und Wanderer viel genutzt würden. Sie stellen eine kurze Verbindung zwischen Steinbergen und Engern her, die auch landschaftlich hübsch ist. „Früher war das hier schöner, dichter Wald“, sagt Schulte, die Stelle sei sehr naturbelassen gewesen.

Und jetzt? „Jetzt kann man durch die Bäume durchsehen“, ärgert sich Schulte. Tatsächlich stehen auf dem Hang nicht mehr viele Bäume. Wenn starker Wind oder Regen komme – könne es dann nicht zu Windbruch oder zu Erdrutschen kommen?

Eigentlich war auch eine Aufforstung angekündigt worden, doch bislang hat sich auch da nichts getan, meint Schulte. Auch die Wege sind nicht wieder instandgesetzt worden seien: Die sind zerfurcht, und wenn es regnet, sammelt sich das Wasser in großen Pfützen.

Alles bewege sich im Rahmen

Christian Weber, Leiter des Fürstlichen Forstamtes Bückeburg, dem der Wald dort gehört, zeigt Verständnis für die Sorgen und Befürchtungen von Spaziergängern und Anwohnern: „Gerade in dieser Jahreszeit sieht es natürlich drastisch aus, wenn Bäume gefällt wurden.“ Doch alles bewege sich im normalen Rahmen. Im Frühjahr soll es eine Begehung geben, um zu bestimmen, welche Bäume nachgeforstet werden sollen. „Das hängt von vielen Faktoren ab – ökologischen, naturschutzrechtlichen und auch wirtschaftlichen.“

Wie ist der Boden beschaffen? Welche Bäume standen dort zuvor? Welche Baumarten sollen gemischt werden, wenn überhaupt? Für welche Arten eignet sich der Standort? Die Kulturplanung fürs Jahr 2017 beginne gerade erst, so Weber. Im Anschluss an diese Arbeiten sollen auch die Wege wieder instandgesetzt werden. „Vorher ergibt das keinen Sinn“, so Weber.

Doch es gibt noch eine weitere Sache, die Schulte wundert: Das Holz, das vor einem Jahr gefällt wurde, wurde teilweise noch nicht abtransportiert. „Das fault in den Gräben einfach vor sich hin.“

Minderwertiges Holz wird häufig länger liegen gelassen

Revierförster Alfred Matthaei bezeichnet es als nicht ungewöhnlich, dass geschlagene Bäume mehrere Monate im Wald liegenbleiben: „Höherwertiges Holz wird meist schnell abgeholt, aber minderwertiges wird von den Käufern häufig länger liegen gelassen.“ Teilweise werde das Holz auch zum Trocknen noch im Wald gelassen, zum Teil sei Holz aber noch gar nicht verkauft.

Wenn man an der Stelle spazieren geht, sieht man, dass Menschen Bäume zersägen und als Brennholz mitnehmen. Das geht natürlich nur nach den nötigen Absprachen mit der Revierförsterei. Weber wirbt um Verständnis der Anwohner: „Forstwirtschaft ist ein dynamischer Prozess“, so Weber. Da könne man nicht nur eine Stelle im Blick haben – auch wenn es verständlich sei, dass Anwohner dies täten. Das Fürstliche Forstamt bewirtschaftet nach eigenen Angaben insgesamt 3900 Hektar Waldfläche. Ein Kahlschlag sei jedenfalls nicht zu befürchten: „Das passiert kaum mehr in Deutschland“, so Weber. mld

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