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„Erleuchtung“ am Lichtteich

Naturschutzprojekt in Hohenrode „Erleuchtung“ am Lichtteich

Wenn sich Frösche und Molche wundern könnten, dann würden sie sich an diesem Tag ganz bestimmt darüber wundern, was für ein Betrieb in dem sonst so ruhigen und abgelegenen Naturschutzgebiet am Weserbogen bei Hohenrode herrscht. Laut und sehr unruhig geht es zu.

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Baustopp für ein Gruppenbild mit Bagger: Britta Raabe (Zweite von links) mit Martina Engelking (von links), Tom Kutter, Peter Bekricht, Roswitha Möller (rechts, mit Hund Luca) sowie Mitgliedern der Naturschutzjugend.

Quelle: jan

Hohenrode. Ein Bagger fährt auf und ab, gräbt Löcher in den Boden. Erst eins, dann noch eins und noch eins – und dann noch ein großes. Später kommen Leute. Diese schauen sich das Werk des Baggerfahrers an und reden darüber, wozu sie denn gut sein sollen, die Löcher. Dabei sind es eigentlich genau genommen noch nicht einmal Löcher, sondern flache Senken, und zwischen ihnen gibt es neuerdings kleine Hügel mit großen Kalksteinen darin.

 Vielleicht würden sich Kröten, Frösche und Molche aber auch gar nicht wundern, sondern sich freuen, denn das, was dort entsteht, entspricht ihrem ursprünglichen natürlichen Lebensraum. Es ist eine – wenn auch vergleichsweise winzige – Ergänzung zu der durch Kiesabbau entstandenen 115 Hektar großen Auenlandschaft mit großen Flachwasserbereichen und Weseranschluss, die dem Naturschutzbund Niedersachsen gehört und in der mittlerweile so viele Tiere leben (wir berichteten).

 Aber an diesem Tag geht es um Amphibien und darum, wie der Mensch sie besser kennenlernen kann, damit er in Zukunft besser mit ihnen zusammenlebt. „Naturerlebnispädagogik“ nennt Britta Raabe vom Naturschutzbund (Nabu) Weserbergland ein bisschen schmunzelnd das Konzept, das sie den Besuchern vorstellt. Nicht nur die beiden Rintelner Naturschutz-Jugendgruppen sollen künftig an dem Lichtteich (das ist die acht mal zehn Meter große Senke) etwas über das Leben von Kröten, Fröschen, Molchen und Gelbbauchunken erfahren, auch andere Mädchen und Jungen (und natürlich Erwachsene) sind dazu eingeladen. Und aus diesem Grund – Peter Bekricht von der Bürgerstiftung Schaumburg nennt das den „pädagogischen Touch“ – haben die Stiftung und die von ihr verwaltete Christel-Schwarz-Stiftung sowie die Harste-Lange-Stiftung Geld für das Lichtteich-Projekt gegeben. Beteiligt an der Förderung ist zudem das Gelbbauchunken-Projekt des Nabu Niedersachsen.

 Die Genehmigung, im Naturschutzgebiet den Bagger rollen zu lassen, erteilte Martina Engelking von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, weil seltene Amphibien mit dem Schaubiotop ein neues Zuhause bekommen, das auch junge und jüngste Kinder besuchen können. „Hier am Rande des Naturschutzgebiets ist dafür die optimale Lage“, sagt die Amtsleiterin.

 Was ist eigentlich ein Lichtteich? Der Amphibienexperte Bruno Scheel erläutert das Prinzip so: Dadurch, dass die Tümpel nur um die 50 Zentimeter tief sind, erwärmt sich das Regenwasser in ihnen – das mögen die Amphibien. Außerdem lässt sich das Leben im Wasser besser beobachten, wenn es hell ist im Biotop. Weiterer Vorteil: Die Lichtteiche fallen periodisch trocken, auch das ist für die Amphibien von Vorteil. Das Weser-Hochwasser schließlich soll dafür sorgen, dass die Kleingewässer nicht durch zu stark wuchernde Vegetation verlanden.

 Wenn die Amphibien eingezogen sind, soll noch eine erklärende Tafel am Teich aufgestellt werden, aber das dürfte dem Fadenmolch, der Erdkröte und dem Grasfrosch egal sein – und der Gelbbauchunke wohl auch.  jan

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