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Nicht alle kommen schneller ins Netz

Nicht alle kommen schneller ins Netz

„Endlich“, hat sich Jürgen Marquardt gesagt, als er am Dienstagmorgen die Zeitung aufschlug. Dort las er, dass die Ausbauarbeiten des Glasfasernetzes der Telekom in der Weserstadt abgeschlossen sind und die meisten Rintelner jetzt endlich schneller im Internet surfen können.

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So nah und doch so fern: Jürgen Marquardt an einem von der Telekom aufgestellten Kabelverzweiger mit Glasfaseranschluss in Ahe. Als EWE-Kunde bekommt er allerdings keinen Anschluss.pk

Ahe. „Ich freute mich. Denn zurzeit ist es so, dass ich erst mal eine Tasse Kaffee trinken gehen kann, wenn ich mir eine Internetseite aufrufen will“, sagt Marquardt, der in Ahe wohnt, im Gespräch. Aber die Ernüchterung ließ nicht lange auf sich warten. Denn Marquardt zählt nicht zu den Rintelnern, die jetzt mit 100 Megabit pro Sekunde durchs Netz surfen können. Und das, obwohl sein Haus im Anschlussbereich liegt. Hat die Telekom zu viel versprochen?

Auf Nachfrage bei der Pressestelle bleibt die Telekom dabei: Wer im Anschlussbereich liegt und damit die technischen Voraussetzungen erfüllt, kann an das Glasfasernetz angeschlossen werden, auch wenn man kein Kunde der Telekom ist. Was die Telekom nicht sagt: Nicht jeder Telefon- und Internetanbieter hat sich in das Glasfasernetz der Telekom eingemietet. EWE Tel etwa zählt nicht dazu. Und das ist für Marquardt ein Problem. Denn dort hat er seinen Festnetzanschluss.

Wie EWE-Sprecherin Mareike Remus auf Anfrage mitteilt, verfügt die EWE Tel in Ahe weder über eigene Kabelverzweiger mit Glasfaseranschluss noch ist sie in die Infrastruktur der Telekom eingebunden. Das heißt, die EWE kann weder selbst den Anschluss ans Glasfasernetz für Marquardt vornehmen noch kann sie Marquardts Anschluss sozusagen von Dritten hochstufen lassen. Man sei „aber gewillt, mit anderen Anbietern“ in Kürze übereinzukommen, um so den eigenen Kunden schnellere Netzverbindungen zu ermöglichen, sagt die Sprecherin.

Doch Marquardt bringt das zunächst einmal gar nichts. Aber da er nicht nur Kunde bei der EWE ist, sondern auch bei Vodafone, wo er seinen Mobilfunkanschluss hat, fragte er als Nächstes dort nach, ob er über Vodafone ans Glasfasernetz angeschlossen werden könne.

Auf Anfrage teilt die Pressestelle von Vodafone dazu mit: Wenn Marquardts Vertrag bei EWE abgelaufen ist, kann er zu Vodafone wechseln, seine Nummer mitnehmen und an das Glasfasernetz der Telekom angeschlossen werden. Das Problem: Marquardts EWE-Vertrag endet erst im November. Das heißt, bis dahin ändert sich für Marquardt absolut gar nichts.

Dabei sei nicht mal er der Hauptleidtragende, sondern seine Frau. Diese hat ein Geschäft in Bad Eilsen. Folglich arbeitet sie am Abend und am Wochenende auch von zu Hause aus. Dafür braucht sie das Internet.

Doch die Internetverbindung ist in Ahe auch über den Mobilfunk von Vodafone schlecht. Die schnellste Verbindung weise gerade mal eine Megabit-Zahl pro Sekunde auf, die im niedrigen einstelligen Bereich liegen.

Unterdessen erreichte die Redaktion eine E-Mail eines weiteren Bürgers aus Ahe, ebenfalls EWE-Kunde. Auch seine Hoffnung auf schnelleres Internet wurde nicht erfüllt. pk

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