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Nicht mit Rollator zum Einsatz

Feuerwehr Nicht mit Rollator zum Einsatz

Einstöckig soll das neue Feuerwehrgerätehaus in Krankenhagen werden, kein Flachbau. Das hat der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung entschieden. Damit setzte er sich über den Wunsch der Ortsfeuerwehr und des Ortsrates hinweg.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Krankenhagen. Aus gutem Grund: Rund eine halbe Million Euro kostet das einstöckige Haus, ein Flachbau würde rund 113.000 Euro mehr kosten, hatte das Bauamt ausgerechnet.

Kay Steding (CDU) stellte in der Sitzung fest: „Das können wir keinem Bürger erklären.“ Im Feuerwehrausschuss hatte Ortsbürgermeister Gerald Sümenicht noch betont, die Feuerwehr würde das durch Eigenleistung kompensieren. Dieter Horn (SPD) bezweifelte dies: Bei 30.000 Euro könne er sich das noch vorstellen, aber Eigenleistung im Wert von 113.000 Euro? „Das ist doch lachhaft.“

In der Sitzung meldete auch noch Dieter Schwellnus für den Behindertenbeirat Bedenken an: Dann müsse zumindest ein Fahrstuhl eingebaut werden.

Dieter Horn und Heinz-Jürgen Requardt zogen endgültig die Notbremse. Man dürfe doch wohl annehmen, dass aktive Feuerwehrleute nicht mit dem Rollator zum Einsatz kommen. Für Veranstaltungen, an denen auch Behinderte teilnehmen wollen, gebe es nebenan das barrierefreie Bürgerhaus. Und Requardt kündigte an, man werde „rigoros“ darauf achten, dass der Kostenrahmen bei diesem Feuerwehrhaus auch eingehalten werde.

Ein Flachbau mit Pultdach soll das Bürgerhaus werden. Auch definieren die förderfähigen Kosten, was möglich ist. Horn betonte, die eingeplanten 600.000 Euro seien für ein Bürgerhaus eine stattliche Summe.

Zwei Säle mit mobiler Trennwand

Vorgesehen sind zwei Säle, 83 und 38 Quadratmeter groß, die man gemeinsam nutzen oder durch eine mobile Trennwand teilen kann. Dazu kommen Sanitärräume (auch für Behinderte), Büros für den Ortsvorsteher und eine „Dorfkümmerin“. Komplettiert wird das Raumprogramm durch eine Küche und einen Lagerraum.

Hochbauamtsleiter Andreas Wendt wies darauf hin, dass der Dorferneuerungsplan im Rahmen des Dorferneuerungsverfahrens „Rintelner Staatsforst“ vom Amt für regionale Landentwicklung noch nicht genehmigt sei. Erst nach der erfolgten Genehmigung könnten Anträge für die Förderung von Einzelmaßnahmen gestellt werden. Da aber in den nächsten Wochen mit einer Genehmigung zu rechnen sei, habe man bereits vorab den Antrag für das Bürgerhaus gestellt, um das Verfahren zu beschleunigen.

Stefan Eggert-Edeler vom Bauamt erläuterte, bevor man loslegen könne, gebe es außerdem noch Abstimmungsbedarf mit der Volksbank in Schaumburg. Denn der Standort für das Gerätehaus ist auf einer Teilfläche des jetzigen Volksbank-Geländes. Dann müsse man noch festlegen, wo genau der Antennenmast von 25 bis 30 Meter Höhe gebaut werden soll, der die Antennenanlagen aufnehmen wird, die derzeit noch auf dem Silogebäude montiert sind.

Auch in der Einwohnerfragestunde gab es noch Wortmeldungen. Pastor Helmut Syska, Vorsitzender des Bürgerhausvereins, vermisste Gymnastikräume und Duschen im geplanten Bürgerhaus (Antwort im Ausschuss: „Die gibt es in der Sporthalle der Schule nebenan.“) und eine Arztpraxis, wie von den Bürgern vorgeschlagen. Im Jahr 2014 hatte sich Dr. Gerd Winter zur Ruhe gesetzt. Seitdem herrscht zwar nicht direkt medizinischer Versorgungsnotstand im Ort, aber die Bürger würden es begrüßen, wenn sich in Krankenhagen wieder ein Arzt niederlassen würde. Antwort aus dem Ausschuss: Das würde das Förderkonzept für das Bürgerhaus sprengen, für die Ansiedlung eines Arztes gebe es auch andere Möglichkeiten. wm

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