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„Niemand hat mit uns gesprochen“

Ärger um geplantes Feuerwehrhaus in Deckbergen „Niemand hat mit uns gesprochen“

Die acht Anwohner aus Ostland- und Ostendorferstraße, die sich an diesem Tag bei Wolfgang Tegtmeier versammelt haben, fühlen sich übergangen. Sowohl von der Stadtverwaltung als auch von ihren politischen Vertretern vor Ort.

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Wolfgang Tegtmeier (schwarzes Polohemd) mit Anwohnern der Ostland- beziehungsweise Ostendorfer Straße auf dem Gelände, auf dem das neue Feuerwehrhaus entstehen soll. Sie fürchten mehr Lärm.

Quelle: pk

Deckbergen. In unmittelbarer Nähe ihres Zuhauses soll an der Ostendorfer Straße das neue Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Deckbergen-Schaumburg gebaut werden (wir berichteten). Die Anwohner fürchten nun noch mehr Lärm, als sie durch die nahegelegene Bundesstraße ohnehin schon ertragen müssten. Durch das geöffnete Wohnzimmerfenster dringen die Verkehrsgeräusche der B83.

 „Niemand hat vorher mit uns gesprochen“, klagt Wolfgang Tegtmeier. „Wir haben das alles nur vom Hörensagen mitbekommen.“ Ende April hatte nach Bau- und Verwaltungsausschuss auch der Ortsrat Deckbergen-Schaumburg-Westendorf einstimmig für den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses an der Ostendorferstraße in Deckbergen gestimmt.

 Den Einwand, die Ortsratssitzungen fänden doch öffentlich statt, lassen die verärgerten Anlieger nicht gelten. „Die Anwohner hätten persönlich über das Bauvorhaben unterrichtet werden müssen“, meint eine der Anwesenden. Und Wolfgang Tegtmeier verweist unter Bezugnahme auf das Baugesetz darauf, dass im Fall von Änderungen von Flächennutzungsplänen eine „frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“ erfolgen müsse.

 Selbst die Feuerwehrmänner Robert Requardt, Helmut Ruppert und Raimund Volkmer, die ebenfalls Anwohner sind, wollen erst von den Plänen für einen Neubau erfahren haben, als dieser schon längst beschlossen war.

 Auf Anfrage verweist Ortsbrandmeister Ralf Bredemeier auf die Hauptversammlung im März, zu der alle Deckberger und Schaumburger Haushalte eingeladen worden seien und auf der das neue Feuerwehrhaus Thema gewesen sei.

 Davon abgesehen sehe er kein nennenswertes Mehr an Lärmbelästigung auf die Anwohner zukommen. „Klar wird es in dem Bereich dann etwas mehr Aktivität geben, aber wir sind schließlich kein Kneipenverein, sondern eine Feuerwehr“, sagt Bredemeier.

 Außerdem könne er sich vorstellen, sich mit den Anwohnern darauf zu einigen, dass die Einsatzfahrzeuge erst auf der Bundesstraße, wo sowieso schon Rettungswagen in „rauen Mengen“ unterwegs seien, das Martinshorn einschalten. Vorausgesetzt, die Verkehrssicherheit lasse dies zu. Schließlich wolle er auch keinen Unfall verantworten, der entsteht, weil das Martinshorn nicht eingeschaltet war.

 Die Frage nach der Sicherheit treibt auch einen der Anwohner um. Er fürchtet um die Unversehrtheit seiner Kinder. „Wenn da was passiert…“, setzt er nur an. Einen weiteren Kritikpunkt führt Tegtmeier noch auf: Wertverlust der Grundstücke und Häuser. Seit er vor 40 Jahren das Grundstück gekauft habe, sei der Wert allein durch den zunehmenden Lärm der Bundesstraße locker um 30 Prozent gesunken. „Und wenn dann noch die Feuerwehr vor die Tür kommt…“, gibt er zu bedenken. Überrascht sei er zudem, dass das von der Stadt aufgekaufte Gelände nun doch als Bauland ausgewiesen werden soll. „Das ist dem Voreigentümer nie gewährt worden“, sagt Tegtmeier. Für eine Stellungnahme war der Vorbesitzer nicht zu erreichen.

 Aber noch ist das Grundstück ohnehin als Ackerland ausgewiesen. Ziel der gegenwärtig stattfindenden Erstellung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan ist eine Ausweisung als Sonderfläche für Gemeindebedarf, teilt Stadtbaurätin Elena Kuhls auf Anfrage mit.

 Im Herbst sollen die Pläne dann präsentiert werden, nicht zuletzt im Ortsrat und samt eines Gutachtens zur Schallbelastung, betont Kuhls. Berücksichtigt würden dabei nicht nur die Sirenen der Feuerwehrautos, sondern auch das Eintreffen und Wegfahren der Privatwagen der Feuerwehrleute. pk

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