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Ortswehren auf dem Prüfstand

Gegenseitige Unterstützung gewährleistet Ortswehren auf dem Prüfstand

Die zentralen Sätze des Fazits finden sich gleich am Anfang: Die Auetaler Ortsfeuerwehren, schreibt Gemeindebrandmeister Michael Möller, sind grundsätzlich in der Lage, ihren Auftrag zu erfüllen.

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Im ersten Ansatz können im Auetal zur Tageszeit rund 40 Feuerwehrmitglieder alarmiert werden.

Quelle: Archiv

Auetal. Im Einzelfall sei eine sächliche und personelle Unterstützung durch andere Ortswehren erforderlich. „Diesem Umstand wird durch eine Alarmierung im Zugverband Rechnung getragen.“ Sollte es also in Rolfshagen brennen, werden auch die Ortswehren Kathrinhagen und Bernsen alarmiert, gemeinsam stellt man den Zugverband West. Möller hat die Ortswehren auf den Prüfstand gestellt und dabei auch deutliche Defizite erkannt.

Ein Problem gebe es beispielsweise bei der Altersstruktur, vor allem bei den 30- bis 49-jährigen Mitgliedern. Mit dem Ausscheiden der über 50-Jährigen werde sich die personelle Situation noch verschärfen, hatte Möller Verwaltung und Politik verdeutlicht.

Die Wehren im Einzelnen: In Antendorf ist die Altersstruktur in Ordnung. Es gibt 26 Aktive, von denen 17 von 18 bis 6 Uhr erreichbar sind.

Das gilt auch für Bernsen, bei denen der Nachwuchs stark ist: Zur Verfügung stehen elf Aktive im Alter von 16 bis 29 Jahre, aber eben auch nur sechs Kameraden im Alter zwischen 30 und 49 Jahren. Von 18 bis 6 Uhr morgens sind 18 Mitglieder verfügbar.

In Escher sind acht der 24 Aktiven älter als 50 Jahre, dafür sind sieben noch keine 30 Jahre alt.

Hattendorf ist ein Glanzlicht der Auetaler Wehren: 36 Aktive, davon 17 unter 30 Jahre. „Die Ortswehr verfügt über eine sehr gute Altersstruktur, eine hohe Anzahl an Atemschutzgeräteträgern und eine gute Tagesverfügbarkeit“, so Möller. Die Mitarbeit dieser Wehr bei Einsätzen in allen Bereichen sei nötig. „Und der gute Zustand der Wehr wird sich halten“, sagt Möller, denn in Hattendorf sei das Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen schon sehr stark in Richtung Feuerwehr ausgerichtet.

Kathrinhagen verfügt über 23 aktive Mitglieder, davon acht unter 30 Jahren.

Bei der Wehr Klein Holtensen sind Mitgliederzahl und Altersstruktur bedenklich, sagt Möller, aber: „Gleichwohl ist die Ortswehr verlässlich.“ Von einer Schließung rät er ab. Die Beispiele anderer Wehren im gesamten Landkreis hätten gezeigt, dass bei einer Schließung der „Totalverlust“ drohe: Die Kameraden hängen ihren Rock für immer an den berühmten Nagel. Dass sie nach einer Schließung in eine andere Wehr eintreten würden, sei nicht der Regelfall, so Möller. Natürlich müssten für Klein Holtensen künftige Investitionsentscheidungen im Einzelfall geprüft werden, schreibt Möller in seinem Bericht. Das ganze große Geld für Sanierungen oder neue Fahrzeuge wird nicht dorthin fließen.

Verlässlichkeit, aber eben auch bedenkliche Altersstruktur – das gilt auch für Rannenberg. Elf der 17 Mitglieder sind über 50 Jahre alt. Wie die Führungsspitze mit der Situation umgeht, findet durchaus die Anerkennung des Bürgermeisters: Es werde ehrlich geschildert, wie dramatisch die Altersstruktur sei.

Die Altersstruktur in Rolfshagen müsse beachtet werden, meint Möller. Tatsächlich gibt es kein aktives Mitglied zwischen 30 und 39 Jahren. Dafür sind von den 25 Aktiven neun unter 30 Jahren und zehn älter als 50. Aktuelle Neuaufnahmen verbessern die Situation. „Verlässlich ist sie“, sagt Möller, und ihre Mitarbeit bei Einsätzen in allen Bereichen sei zwingend notwendig.

Keine Probleme bei der Wehr Rehren/Westerwald: sehr gute Altersstruktur, hohe Anzahl an Atemschutzträger, gute Tagesverfügbarkeit.

Für die Wehr Schoholtensen/Altenhagen gibt es nur eine Frage: Ist die Besetzung des dort stehenden Fahrzeuges gesichert? „Ja“, sagt Möller, „sie ist gewährleistet, und das gilt uneingeschränkt auf absehbare Zeit.“

Bedenklich ist aber die Zahl unterm Strich: Es gibt nur noch 215 aktive Mitglieder im Auetal, 2010 waren es 257. Auch die Zahl der Atemschutzträger, es sind 47, hält Möller für „deutlich zu niedrig“. Aufgrund von Urlaub, Krankheit oder anderen Verpflichtungen stehen nicht alle Feuerwehrleute gleichzeitig zur Verfügung.

Es könne, so das Fazit, davon ausgegangen werden, dass zur Tageszeit auf Gemeindeebene rund 40 Feuerwehrmitglieder im ersten Ansatz alarmiert werden könnten. Danach und am Wochenenden belaufe sich die potenzielle Stärke auf rund 120 Kameraden. „Damit sind die tatsächlichen Transportkapazitäten der Auetaler Feuerwehr zunächst auch ausgeschöpft.“Keine Wehr steht vor der Zwangsschließung oder Zusammenlegung, so Möller: „Die Mitarbeit jedes Einzelnen lohnt sich auch langfristig.“ rnk

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