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Möllenbeck Passt schon

Dirk Wente geht mit seinem Rannenberger Team die Strecke ab, denn beim Kampf um Zehntelsekunden kann es nicht schaden, wenn man sich vorher genau anschaut, wer wann wo stehen und laufen sollte.

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Quelle: rnk

Möllenbeck. Das Hohenroder Feuerwehrmitglied darf sich zeitgleich von seinem Kollegen aus Soldorf diesen Spruch anhören: „Erst wenn man den Titel bestätigt hat, dann hat man ihn wirklich gewonnen.“ Der Hohenroder ist Titelverteidiger, er kontert so: „Wirklich wichtig ist, dass der Name meiner Wehr erst mal draufsteht.“

 Willkommen beim Titelkampf, in dem die besten sechs Feuerwehren des Landkreises am Ende der Saison herausfinden wollen, wer denn nun die wirklich beste Truppe nach den alten Bedingungen stellt.

 Es gibt an diesem Herbstsommersonnentag einen klaren Favoriten: Eine Woche zuvor haben die Soldorfer auf dieser Bahn den jüngsten Wettbewerb mit 57,4 Sekunden gewonnen, das ist eine klare Ansage, und das Los bestimmt, dass die Soldorfer an diesem Tag beginnen werden. Sie können die Fabelzeit der vergangenen Woche noch toppen: Nach 55,2 Sekunden stoppen die Zeiger der Uhr. Aber immerhin: Die Soldorfer haben ein Warnschild falsch aufgestellt, das gibt fünf Strafpunkte und schenkt den noch kommenden Teams den berühmten Funken Hoffnung.

 Allerdings ist damit auch die Wettkampf-Richtung vorgegeben: Volles Risiko, schnell, schnell, schnell, alles nach vorn werfen, denn es geht nur um eins: den Titel – schon der Zweitplatzierte ist nicht mehr als der erste Verlierer.

 Anschließend folgt die Mannschaft aus Rannenberg, die nicht in Bestbesetzung antreten kann: 64,2 Sekunden und fünf Strafpunkte, weil ein Verteiler offen war – das reicht am Schluss für den vierten Platz, aber das Team gönnt sich Gelassenheit, schließlich hat man schon neunmal die sogenannten Top Five, diesen Leistungswettbewerb, gewonnen; zwei riesige Wanderpokale stehen für immer im eigenen Feuerwehrgerätehaus.

 Die Hohenroder zeigen anschließend das beste Kuppeln, aber zwei Halbschläge müssen nachgezogen werden, Platz drei mit 62,7 Punkten springt am Schluss heraus.

 Zweiter wird das Team aus Groß Hegesdorf, deren Vorstellung neben der der Soldorfer mit Applaus bedacht wird, 62,1 Punkte stehen unter dem berühmten Strich.

 Gastgeber Möllenbeck wird Fünfter. Und ist über das Ergebnis zufrieden. Im Rahmen der Möglichkeiten habe sich die Truppe bewegt, sagt Ex-Ortsbrandmeister Werner Begemann, „mit dieser Pumpe geht es eben nicht so schnell“. Das sei ja „unser Problem seit Jahrzehnten“. Da sei das Auetal „deutlich weiter“.

 In der Tat: Während Rannenberg das benötigte Wasser innerhalb einer Sekunde aufsaugen könne, würden andere Gruppen fünf Sekunden benötigen, erklärt später ein Wertungsrichter, „und diese vier Sekunden Unterschied musst du dann auf der Bahn erst einmal wieder reinholen“.

 Gäbe es übrigens einen Pokal für das coolste T-Shirt, man würde ihn der Möllenbecker Truppe in die Hände drücken: Auf dem Kleidungsstück sind alle Wettbewerbe aufgeführt, an denen man in diesem Jahr teilnahm; Erntefest inklusive.

 Und auch wenn die Wettkämpfe nach den alten Bedingungen immer wieder gern als Eimerfestspiele ein bisschen verspottet werden, so ist in ihnen doch alles enthalten, was gute Feuerwehrarbeit gemeinhin ausmacht: die Vermittlung der Kenntnisse der Dienstvorschriften, die Erhöhung der Schnelligkeit bei der Brandbekämpfung, die sichere Handhabung der Geräte, die körperliche Leistungssteigerung und nicht zuletzt die Stärkung des Kameradschaftsgeistes.

 Man kann diesen letzten Punkt gut beobachten an diesem Nachmittag, denn Schoholtensen/Altenhagen, die ansonsten die sechste Wettkampfgruppe bei den Top Five stellen, kann heute nicht antreten, weil sie staubedingt nicht vollständig sind.

 Aber die Wettkämpfer fahren deshalb nicht wieder heim, sie schauen zu und nachher wird mit den Kameraden der anderen Wehren zusammengessen, ehe der große Pokal an die Soldorfer überreicht wird.

Von Frank Westermann

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