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Klage über Motorenlärm in Uchtdorf und Wennenkamp Ratlos

Bei Motorenlärm werden die Taubenberger hellhörig. Allen voran die Uchtdorfer und Wennenkämper. Seit Jahren klagen sie über rasende und lärmende Autos und vor allem Motorräder.

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Diese Spinne scheint sich in der Wennenkämper Straße/Kreisstraße 77 nicht am Lärm von Autos und Motorrädern zu stören. Sie spinnt ihr Netz direkt am Verkehrsschwerpunkt.

Quelle: tol

Uchtdorf/Wennenkamp. Letztere nutzen die serpentinenartige K77, die Uchtdorf mit Wennenkamp verbindet, in den Sommermonaten unter anderem als Rennstrecke. Zum Leidwesen der Anwohner. Entsprechend zahlreich fanden sie sich am Montag im Bürgerhaus in Uchtdorf zur Sitzung des Ortsrates ein. Der hatte das Thema nämlich auf seiner Tagesordnung.

 Die Stadtverwaltung schlug vor, der Lärmbelastung durch sogenannte Rüttelstreifen Herr zu werden, Kosten: etwa 15.000 Euro. Die Rüttelstreifen sollten in sieben Kurvenbereichen auf der K77 eingebaut werden, um insbesondere die Motorradfahrer auf diese Weise zu zwingen, langsamer zu fahren und dadurch weniger Motorenlärm zu verursachen. Nicht verheimlicht wurden in dem Beschlussvorschlag aber auch Bedenken hinsichtlich der Rüttelstreifen.

 So verweist der Landkreis auf den Einbau von Rüttelstreifen in Messenkamp/Altenhagen, der nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt habe. Im Gegenteil: Die Verkehrssicherheit habe sich dadurch noch verschlechtert. Tatsächlich stellen Rüttelstreifen auch für den Winterdienst ein Problem dar: Der Schneepflug kann die Rüttelstreifen nicht von Schnee befreien.

 Dagegen geht die Straßenbauverwaltung zwar davon aus, dass Rüttelstreifen das Renngeschehen durchaus einschränken würden. Allerdings halte sie den Einbau von Rüttelstreifen nicht für „sachdienlich“, da diese nur an Unfallschwerpunkten eingebaut würden. Und dies sei auf diesem Abschnitt der K77 nicht der Fall.

 In diesem Zusammenhang beantwortete Andreas Wendt als Vertreter der Stadt eine Anfrage des Ortsrates: Im Jahr 2014 hat es auf der K77 zwischen Uchtdorf und Wennenkamp drei von der Polizei registrierte Motorradunfälle gegeben, 2015 bis Juli nur einen. Demnach handelt es sich nach Auffassung der Verkehrsunfallkommission um einen verkehrssicheren Streckenabschnitt.

 In der anschließenden Einwohnerfragestunde zogen der Wennenkämper Verwaltungsstellenleiter und Stadtbrandmeister Friedel Garbe und andere diese Statistik in Zweifel. Garbe sprach von wenigstens 20 Unfällen im Jahr, zu denen zumindest die Feuerwehr hinzugezogen wird. Und Ingo Maentel aus Friedrichswald berichtete, wie er allein in diesem Jahr schon fünf verunglückten Motorradfahrern dabei half, ihre Maschinen wieder aus dem Graben zu ziehen. Unfälle, bei denen glücklicherweise niemand ernhaft zu Schaden kam und die deshalb ohne Polizei abgewickelt wurden, aber darum auch in keiner Statistik auftauchen.

 Eine Anwohnerin aus der Wennenkämper Straße in Uchtdorf wies darauf hin, dass das Lärm- und Verkehrsproblem weniger außer- als vielmehr innerorts bestehe. Bodenschwellen könnten möglicherweise Abhilfe leisten. Ein anderer Anwohner beklagt, dass er kaum noch Mieter für seine Wohnung an der Wennenkämper Straße fände: zu viel Lärm. Er schlägt Tempo 30 vor. Oder gar ein Durchfahrtsverbot für Motorradfahrer.

 Ortsbürgermeister Markus Meier regte Fahrbahnverengungen an, wie es sie in Almena gebe und den gewünschten Effekt anscheinend bewirkten. Maßnahmen, die Geld kosten. Meier hofft auf die entsprechenden Mittel durch das Dorferneuerungsprojekt „Rintelner Staatsforst“, an dem außer Uchtdorf und Wennenkamp auch Krankenhagen, Volksen, Friedrichshöhe und Strücken teilnehmen.

 Wie hoch die Förderung ausfällt, die frühestens Ende 2016 beginnen soll, ist allerdings noch unbekannt. Infolgedessen bleibt an der K77 in dieser Sache bis auf Weiteres alles beim Alten.  pk

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