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Renaturierung durch die Hintertür

Exter verlandet in Exten Renaturierung durch die Hintertür

Die Exter soll in Rinteln ein Mündungsdelta bekommen – 345000 Euro werden dafür ausgegeben. Das Geld sähe Manfred Requad, SPD-Ortsratsmitglied in Exten, lieber am Exter-Wehr mit seiner Fischtreppe und im Flusslauf durch Exten investiert.

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Manfred Requad hält die Fischtreppe nicht nur für eine Fehlkonstruktion.

Quelle: dil

xten. Die Exter verlandet, findet er. Auf neuen Inseln mit Schlamm rund um ein paar Steine in der Strömung wuchert mannshoch das Unkraut und die Fischtreppe liegt trocken. Ein Schandfleck, meint Requad. Die Natur holt sich bei extremem Niedrigwasser ihren Fluss zurück, so sehen es Landkreis und Unterhaltungsverband – und tun bisher nichts. Renaturierung sei doch heute von der großen Politik gewollt.

 „Viele Radfahrer auf dem Weg nach Rinteln halten auf dem Holzsteg in Exten an und blicken auf das Wehr mit der Fischtreppe. Sie sehen: Der Fluss ist schon fast in halber Breite verlandet“, stellt Requad fest. Der Standort der Fischtreppe habe sich über Jahre als falsch erwiesen.

 Requad macht eine einfache Rechnung auf und vermischt dabei Zuständigkeiten: „Wenn der Unterhaltungsverband kein Geld hat, den Fluss in Ordnung zu halten, dann sollte man in der Stadt Rinteln erst mal auf Prestigeobjekte verzichten und hierfür Geld zur Verfügung stellen. Maßnahmen in der Exter sind nicht nur eine Verschönerung, sondern gleichzeitig wichtig für den Hochwasserschutz. Und es geht doch in jedem Fall um Steuergelder.“

 Ein Appell, der nicht gehört wird. Warum? Einerseits bezahlt nicht die Stadt Rinteln das Exter-Delta, sondern der Landkreis in Verbindung mit EU-Fördermitteln. Der Bauhof mäht zwar schon mal am Exter-Ufer, für die Flussunterhaltung ist aber der Unterhaltungsverband Exter-Wesertal zuständig. Verbandsingenieur Hans Siever war diese Woche in Exten und hat den aktuellen Zustand auf Aufforderung durch den Ortsbürgermeister angesehen. Sievers Fazit: „Der Wasserabfluss ist nicht beeinträchtigt. Akuter Handlungsbedarf besteht jetzt nicht.“

 Auch Ortsbürgermeister Thorsten Kretzer will mehr Flusspflege und weniger Kraut, „ein gesundes Mittelmaß zwischen Ökologie und Ästhetik“. Bauhofleiter Klaus-Ulrich Hartmann: „Wir haben gestern den Einlauf zur Fischtreppe wieder frei geschaufelt, das machen wir alle zwei Wochen.“

 Der schlechte Zustand des Wehres und der Fischtreppe ist Bernd Hugo, Leiter der Unteren Wasserbehörde des Landkreises, seit Jahren gut bekannt: „Der Fischpass ist inzwischen außer Betrieb. Da soll eine andere Lösung her, diese ist aber noch nicht geplant und steht bisher nicht zur Entscheidung an. Deshalb haben wir auch noch kein Geld dafür beantragt.“

 Auch Hugo erklärt, dass so lange der Wasserabfluss nicht gefährdet sei, die Wasserbehörde nicht eingreifen müsse. „Die Renaturierung von Flüssen ist doch heute politisch gewünscht. Als wir sie für die Exter plangemäß nach einer im Ortsrat vorgestellten Planung machen wollten, scheiterte es daran, dass die Landwirte uns dafür keine Flächen zur Verfügung stellten. Nun macht die Natur einiges selbst.“ dil

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