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Restaurierung wird verlängert

Porträts im Kloster Möllenbeck Restaurierung wird verlängert

Viele Schriften und pflanzliche Ornamente sind bei der Restaurierung eines Raumes an der Ostseite des Klosters Möllenbeck erwartet worden. Und die beiden Restauratorinnen Elke Schlödel und Kirsten Ratajczak wurden bereits reichlich fündig. Nun kommen auch noch drei Gesichter an der Fensterseite hinzu.

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Elke Schlödel legt weitere Details zur Abbildung der rothaarigen Frau frei.

Quelle: dil

Möllenbeck.  Das eine Gesicht düfte ein klassisch angehauchtes Dekorationsbild sein, doch Mann und Frau mit rotbraunen Haaren darunter wirken wie Porträts. Aber wen stellen sie dar? Graf Uffo und dessen Frau Hildburg, die Stifter des Klosters? „Sicher nicht, diese Frage müssen wohl die Fachleute der Universität Göttingen klären“, sagt Pastor Roland Trompeter.

 Der wohl einst als Lehr- und Zusammenkunftszimmer genutzte Raum weist an der Nordseite elf gerahmte Felder mit Schriften auf, die aber in zwei Meter Höhe enden. Darunter könnte es ein an der Wand befestigtes Gestühl gegeben haben, jedenfalls finden sich tiefer keine Bemalungen mehr.

 Etwas weiter hinab reichen die Bemalungen an der Fensterseite, nämlich bis zur Unterkante der Fenster in etwa 1,20 Meter Höhe. Dort gibt es dann noch mal schön gerahmte Schriftfelder. Darüber ranken sich neben den Fensteröffnungen Pflanzenornamente nach oben.

 Über den Fenstern findet sich ein dunkelgrauer Rahmen, der mit einer Inschrift vor dem Genuss von Sellerie und Melbe (damalige Gemüsepflanze) warnt. In Grautönen (Grisaille) sind Deko-Elemente aufgemalt, die mit Licht- und Schattenwirkung einen Hauch Dreidimensionalität vortäuschen, ein beliebtes Motiv der Renaissance und späterer Zeiten.

 Doch schnell fällt der Blick auf die nun freigelegten drei Gesichter, die ersten nach der Jesus-Darstellung auf der gegenüberliegenden Seite. Der Mann mit rotbraunem Haar und Vollbart trägt ebenso wie die Frau eine weiße Halskrause und darunter dunkle Kleidung. „Diese Krause ist bei Hamburger Pastoren noch heute Teil ihrer festlichen Amtskleidung“, sinniert Pastor Trompeter. „Dann dürfte es sich ja in jedem Fall um einen Theologen handeln“, folgert Elke Schlödel.

 Unter dem Mann befindet sich eine weiße Gans, in deren Rücken ein Kreuz oder ein Schwert eingerammt ist. Der Vogel blickt auf einen schwarzen Klotz, der auch eine Feuerstelle sein könnte und den ein hellgraues Herz mit einem weißen Kreuz ziert. „Vielleicht eine Anspielung auf den Reformator Johannes Hus, der als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde“, vermutet Trompeter, denn die Bemalung stamme ja auch aus nachreformatorischen, also nicht mehr katholischen Zeiten des Klosters im 16. Jahrhundert. Rechts von der Feuerstelle blickt ein weißer Vogel mit schwarzem Kopf und schwarzem Flügel (Elster, Lachmöwe oder Schwalbe) nach links. Dazu fielen Trompeter und Schlödel noch keine Deutung ein.

 „Die Restaurierung ist weiter überaus lohnend“, freut sich Schlödel. Sie darf vermutlich noch einen Monat länger in Möllenbeck arbeiten, denn bis Ende April wird die Restaurierung des Raumes nicht fertig. Die Westwand ist noch nicht einmal in Angriff genommen worden. Trompeter hat einen Monat Verlängerung beantragt, die Kosten bleiben gleich.

 Am 13. April erwartet der Pastor Katrin Barthmann von Landesamt für Denkmalpflege im Kloster. „Wir werden besprechen, wie es nach der Restaurierung des Raumes weitergeht“, sagt Trompeter. Immerhin soll dort und in einem Nachbarraum ein kleines Klostermuseum eingerichtet werden. In dem Nachbarraum wurde bereits die zugemauerte Tür zum Kreuzgang geöffnet und zunächst mit einer Spanplattentür geschlossen. Der zuvor dort eingemauerte Sandsteinblock mit der eingemeißelten Zahl 1665 wurde sichergestellt, um im Museum ausgestellt zu werden. Die neue Tür ist schon in Auftrag gegeben. Und ein beleuchtetes Fluchtwegschild hängt auch schon – ebenso wie im Raum mit der Bilderrestaurierung. Beide Räume sind zudem bereits durch eine Zwischentür verbunden. dil

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