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Schluss mit Motorenlärm

Westendorf / Anwohner der Unabhängigkeitsstraße Schluss mit Motorenlärm

Die Zeiten, in denen der Motorradlärm von der Unabhängigkeitsstraße Anwohner aus Westendorf, Deckbergen, Schaumburg und Steinbergen den letzten Nerv raubt, sind so gut wie vorbei.

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 Die Zeiten, in denen Motorradfahrer die Unabhängigkeitsstraße als Rennstrecke nutzen, sind bald vorbei.

Quelle: tol

Von Jessica Rodenbeck . Die Stadtverwaltung hat in Absprache mit dem Landkreis und der Polizei beschlossen, die K74 für Motorräder zu sperren – ohne Ausnahme und Uhrzeitbegrenzung.

 Vielleicht schon in der kommenden Woche, auf jeden Fall aber zeitnah, sollen nach Angaben der Stadtverwaltung entsprechende Schilder aufgestellt werden. Ein erstes wird dann bereits an der B83 darauf hinweisen, dass die Straße für Motorräder nicht durchgehend befahrbar ist, die endgültige Sperrung erfolgt dann nach der Wohnbebauung etwa in Höhe des Umspannwerkes. So soll sichergestellt werden, dass Motorrad-Anliegerverkehr die Westendorfer Wohnbebauung noch erreichen kann. Aus Richtung Auetal kommend erfolgt die Sperrung der Kreisstraße bereits ab der Einmündung zur Landesstraße.

„Es gibt kein milderes Mittel, um Eskalationen zu verhindern“, sagt Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder zu der geplanten Sperrung. „Wir sind den Motorradlärm einfach leid.“ Das gesteigerte Renngeschehen und gestiegene Unfallzahlen seien Gründe gewesen, aus denen alle beteiligten Behörden einstimmig beschlossen haben, etwas zu unternehmen. Zumal bei den Unfallzahlen nur die mit Personenschaden oder Schäden Dritter aktenkundig werden. „Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich um einiges höher“, vermutet Schröder. Polizeikontrollen hätten in der Vergangenheit leider nicht die gewünschte Wirkung gehabt. „Sobald die Polizei erscheint, beruhigt sich die Sache.“

 Diese Erfahrung hat auch Eckhard Hülm, der Ortsbürgermeister von Deckbergen, Schaumburg und Westendorf gemacht. Dank der heutigen Kommunikationsmittel löse bereits das Auftauchen eines Streifenwagens eine Telefonkette aus, die das Treiben vorübergehend unterbreche. Nach der Entwarnung sei das Fahren von Motorrädern dann aber erneut nicht nur in Westendorf, sondern auch in Deckbergen, Schaumburg und Steinbergen deutlich zu hören. Die SPD-Fraktion, der auch Hülm angehört, habe sich daher in 2013 erneut an die zuständigen Behörden gewandt, um eine Änderung der Situation zu erreichen.

 Nach Angaben der SPD-Fraktion begannen die Probleme mit der gestiegenen Anzahl von Motorradfahrern auf der Unabhängigkeitsstraße im Jahr 2007. Seither könnte vor allem in den Sommermonaten regelrechter „Zielverkehr von Motorrad fahrenden Gruppen“ beobachtet werden. „Sie betrachten die Unabhängigkeitsstraße als ihr Eigentum, um dort Rennen in unterschiedlicher Form zu fahren“, heißt es in einer Stellungnahme der SPD-Fraktion. Diese Gruppe schrecke auch nicht davor zurück, normale Straßennutzer zu bedrohen, wenn sie sich an ihren Rennen gehindert fühlt. Es sei schon vorgekommen, dass Autofahrer und Spaziergänger verbal bedroht und sogar mit Steinen beworden wurden.

 Zu solchen Szenen wird es dank des Verbots in Zukunft wohl nicht mehr kommen. Und auch die Anwohner können ihre Sommerabende und Wochenenden bald wieder ohne störende Hintergrundgeräusche genießen. Damit sich die Motorradfahrer auch wirklich an das Verbot halten, wird die Polizei nach Angaben der Stadtverwaltung vor allem in der Anfangszeit verstärkt kontrollieren.

 Von dem Verbot sind natürlich auch all die Motorradfahrer betroffen, die die Unabhängigkeitsstraße in der Vergangenheit sinnig und ohne Renn-Hintergedanken nur ab und an mal befahren haben. Und dass es auch diese Biker gibt, weiß auch Ortsbürgermeister Eckhard Hülm. Er bedauert, dass diese Motorradfahrer unter dem Verbot leiden müssen, freut sich aber dennoch über die lang ersehnte Sperrung. Die „Chaoten“ haben in der Vergangenheit einfach überhand genommen.

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