Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Schutzkleidung schimmelt

Hohenroder Feuerwehr übt Kritik Schutzkleidung schimmelt

Die Neonlampen unter der Decke leuchten das Feuerwehrhaus in Hohenrode nur spärlich aus. Es gibt viele dunkle Ecken, wo man nur ertasten kann, was da ist.

Voriger Artikel
Vandalismus: Zeugen gesucht
Nächster Artikel
Ratlos

Zu eng, zu dunkel, zu feucht und die Kleidung schimmelt mit der Zeit zeigt hier Oberlöschmeister Stephan Johann.

Quelle: wm

Hohenrode. Die Kleidung in den offenen Spinden ist klamm. Was länger als vier Wochen hängt, setzt Schimmel an. An der Decke bilden sich feuchte Flecken. Der Heizkörper am Eingang könnte gerade mal eine Studentenbude wärmen. Wenn das Feuerwehrfahrzeug in der Garage steht, muss man sich zwischen Ausrüstung und Fahrzeug hindurchzwängen. Eine Situation, die sowohl die Feuerwehrführung als auch Politik und Verwaltung kennt. Deshalb ist längst unstrittig, dass die Feuerwehr Hohenrode ein neues Gerätehaus bekommen soll. Nach dem derzeit gültigen Zeitplan der Gemeinnützigen Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft (GVS), die für öffentliche Gebäude zuständig ist, soll das allerdings nicht vor dem Jahr 2017/2018 geschehen. Wenn alles nach Plan geht.

 Das ist zu spät, so die Meinung des Ortsrates. Ortsbürgermeister Achim Heger schilderte in der Sitzung am Dienstagabend, wie sehr sich der Zustand des Feuerwehrhauses weiter verschlechtert habe. Inzwischen gebe es Nässeschäden, die Schutzkleidung würde deshalb von den Feuerwehrleuten mit nach Hause genommen – eigentlich nicht zulässig. Heger sieht die Feuerwehrführung wie die Verwaltung in der Fürsorgepflicht. Gemessen am Zustand des Hohenroder Gerätehauses, hätten andere eher ein „Luxusproblem“.

 Heger zeigte sich vor allem darüber enttäuscht, dass für 2016 offensichtlich noch nicht einmal Planungskosten für das neue Feuerwehrdomizil vorgesehen seien. Er könne sich nicht vorstellen, dass es länger als drei, vier Monate dauert, einen Fertigbau hinzustellen: „Am aufwendigsten ist die Bodenplatte.“

 Und das nächste Problem stehe vor der Tür. Das Hohenroder Feuerwehrfahrzeug ist 27 Jahre alt und muss zum TÜV. Heger zweifelte, ob dieser noch einmal seinen Segen für den Oldtimer gibt: „Jüngst soll eine Tür herausgefallen sein.“ Hohenrode soll aber frühestens 2017 ein neues Feuerwehrfahrzeug bekommen. Müsse das alte stillgelegt werden, stünde Hohenrode möglicherweise ohne Feuerschutz da.

 Ordnungsamtsleiter Ulrich Kipp betonte: „Hohenrode bleibt nicht ohne Feuerwehrfahrzeug.“ Man werde eine schnelle Lösung finden, sollte das alte Fahrzeug nicht mehr durch den TÜV kommen. Aus Feuerwehrkreisen war zu hören, dass die Hohenroder dann so lange das alte Feuerwehrfahrzeug aus Engern bekommen sollen, das gehe noch durch den TÜV. Für Engern sei der Anschaffung eines neuen Fahrzeuges bereits eingeplant.

 „Sanierungsstau“ wäre das richtige Wort um die Situation bei den Gerätehäusern auf den Dörfern zu beschreiben. Überraschend ist es nicht, die Wehren hatten das immer wieder angemahnt. Doch in den vergangenen zehn Jahren galt in Rat wie Verwaltung das Spardiktat. Und im Hintergrund geisterte durch alle Diskussionen die Idee, Feuerwehren auf den Dörfern zusammenzulegen. Wozu also Feuerwehrhäuser sanieren?

 Doch die nötige Neubeschaffung von Fahrzeugen setzen jetzt Politik und Verwaltung unter Druck. Die neuen Löschfahrzeuge sind höher und breiter als die bisherigen Modelle und passen nicht mehr in die alten Garagen. In vielen Fällen spielt auch die Feuerwehrunfallkasse nicht mehr mit. Verwaltung und Politik haben deshalb gemeinsam einen Plan erstellt, wann welches gerätehaus saniert werden soll. In Möllenbeck ist inzwischen mit dem Bau begonnen worden, für Todenmann sind die Aufträge erteilt, im nächsten Jahr sollen Deckbergen und Krankenhagen an die Reihe kommen, dann erst Hohenrode. Unter Feuerwehrleuten ist umstritten, ob dieser Zeitplan aus sachlichen Gründen erstellt worden ist oder politisches Kalkül ausschlaggebend war. Hohenrodes Ortsbürgermeister formulierte es so: Offensichtlich gebe es „Feuerwehren erster und zweiter Klasse“. wm

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg