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Seeadlernachwuchs bald auf Junggesellentour

Jagdübungen mit den Eltern Seeadlernachwuchs bald auf Junggesellentour

Der Nachwuchs der Seeadler vom Taubenberg ist flügge. Sie wurden bereits über Wald, Feldern und Auenlandschaft gesichtet. Damit ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie Rinteln verlassen werden. Die Chancen aber, dass ihre Eltern hier bleiben, die stehen nicht schlecht.

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Einer der beiden Elternteile der jungen Seeadler in der Auenlandschaft in Hohenrode. Erkennbar ist das Elternteil an seinem Stoß: Dieser färbt sich erst weiß, wenn die Tiere geschlechtsreif sind

Quelle: pr.

Hohenrode (pk).  „Das Seeadlerpaar hat die zwei Jungtiere erfolgreich großgezogen“, teilt Nick Büscher, Vorsitzender des Rintelner Naturschutzbundes (Nabu), auf Anfrage mit. „Sie sind schon gemeinsam mit ihren Eltern bei Jagdübungen gesehen worden.“ Und die sind auch nötig.

 Denn im Herbst werden die Jungtiere von ihren eigenen Eltern vertrieben. Aus einem einfachen Grund, wie Christian Weigel, der Leiter des Forstamtes Hesssisch Oldendorf erklärt: „Im Winter ist die Nahrung nicht mehr so üppig.“ Das Bleiberecht hat der Stärkere – und das sind die ausgewachsenen Tiere. Also werden die Jungvögel zum Ende des Jahres die Region verlassen, vielleicht sogar das Land, „das können mehrere 100 Kilometer sein“, sagt Büscher.

 Der Rintelner Nabu-Chef hofft auf ein neues Gelege der Alttiere Anfang nächsten Jahres, also darauf, dass das Seeadlerweibchen erneut Eier legt und somit für weiteren Nachwuchs gesorgt wird. Wichtig ist dabei, dass die Tiere nicht gestört werden. Aber mit der nahegelegenen Auenlandschaft hätten die Seeadler es gut getroffen: Sowohl Fische als auch Gänse stehen dort auf ihrem Speiseplan.

 Die Jungtiere sind noch deutlich kleiner als ihre Eltern, auch das Gefieder unterscheidet sich von dem der Alttiere. „Ein ausgewachsener, geschlechtsreifer Seeadler ist an seinem weißen Stoß (Schwanz; Anm. d. Red.) erkennbar, deshalb heißt der Seeadler bei den Amerikanern ,White-tailed Eagle“, schildert Weigel.

 Bis zur Geschlechtsreife geht der Nachwuchs auf Junggesellentour, führt der Forstamtsleiter aus. Es dauert Jahre, bis sie voll ausgewachsen seien. Für die Tiere sind diese ersten Jahre voller Risiken. Sie verfügen über wenig Erfahrung, sind aber vielen Gefahren ausgesetzt: von Freileitungen über Windkraftanlagen bis zu Menschen, die ihnen illegal als potenzielle Jagdtrophäen nachstellen.

 Und erst wenn der Seeadler die Geschlechtsreife erreicht hat und auf ein ebenfalls adultes Seeadlerweibchen ohne Partner an seiner Seite trifft, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie sich zu einem Paar zusammentun. So wie es irgendwann die Eltern des Rintelner Nachwuchses taten.

 Nick Büscher und Christian Weigel, beide hoffen, dass die Alttiere über den Winter kommen. Andere Artgenossen stellen keine Bedrohung dar, die würden schlichtweg vertrieben werden. Die Gefahren lauern woanders: Freileitungen, Windräder, Jagdunfälle, Parasitenbefall. „Und wenn einer der beiden stirbt, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass der andere so schnell einen neuen findet“, sagt Weigel. Wahrscheinlich, so der Förster weiter, würde der Überlebende einfach hier bleiben und darauf warten, dass eines Tages ein Seeadler auf der Suche nach Partner und Revier vorbeikommt – so wie sein eigener Nachwuchs. Gemeinsam würden sie den Rintelner Taubenberg nur, wenn sie nachhaltig gestört würden oder das Nahrungsangebot plötzlich knapp werden würde.

 Gesetzt den Fall das Seeadlerpaar kommt nicht nur gut über den Winter, sondern brütet auch wieder, dann werden auch wieder die Wanderwege gesperrt, die inzwischen längst wieder freigegeben worden sind, damit die Tiere ihren neuen Nachwuchs ungestört zur Welt bringen können.pk

 Einer der beiden Elternteile der jungen Seeadler in der Auenlandschaft in Hohenrode. Erkennbar ist das Elternteil an seinem Stoß: Dieser färbt sich erst weiß, wenn die Tiere geschlechtsreif sind.pr.

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