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Sicher durch das „Schwarze Loch“

Möllenbeck Sicher durch das „Schwarze Loch“

Radfahrer haben es gehasst und gefürchtet: das „Schwarze Loch“. Den beschatteten Abschnitt der Straße am Kloster Möllenbeck, die Kurve über die Brücke am Herrengraben. Ein Autofahrer, der dort aus dem grellen Sonnenlicht in den Schatten fährt, konnte schon mal einen Radfahrer übersehen. Und weil viele Autofahrer, die es eilig haben, diesen Weg als Abkürzung in die Rintelner Innenstadt nutzen, wird meist zu schnell gefahren.

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Das soll der neue Fahrradweg, Lückenschluss zum Weserradweg werden.

Quelle: jan

MÖLLENECK. Der Ausbau eines Radweges stand deshalb jahrelang auf der Wunschliste des Ortsrates. Jetzt wird er Realität. Gebaut wird ein Zweirichtungsradweg mit einer mittleren Breite von 2,50 Metern auf eine Länge von rund 650 Metern. Das ist auch der Lückenschluss zum Weserradweg für alle, die zum Kloster Möllenbeck abbiegen wollen.

Über drei Jahre lagen die fertigen Pläne in der Schublade. Die Stadt hatte bereits zum 30. September 2015 einen Förderantrag gestellt, doch die Mühlen der EU-Bürokratie arbeiten langsam. Rund 28000 Euro hat die Rintelner Verwaltung in die Planung investiert, rund 200000 Euro kostet der Ausbau, für den auch Grunderwerb getätigt werden musste. Nicht alles zahlt die Stadt, etwa 50 Prozent gibt es aus EU-Töpfen dazu, verteilt vom Amt für regionale Landentwicklung Leine-Weser. Diese Behörde hat jetzt einen Bewilligungsbescheid erteilt, die Bauarbeiten konnten beginnen.

Der Ausbau endet leider an der Grenze zur Nordrhein-Westfalen (NRW), wo die Auestraße beginnt, die nach Eisbergen führt. Diese Straße ist ein Teilstück des Weserradweges, das als gefährlich eingestuft wird.

Keine einfache Aufgabe

Lutz Reiche, bei der Stadt Porta Westfalica zuständig für Radwege, kennt das Problem, nur lösen kann er es nicht: Es ist kein Geld in der Kasse, und in NRW gelten anderer Förderrichtlinien als in Niedersachsen. Dadurch habe man auch keine Möglichkeiten dort einen Radwegebau mit EU-Unterstützung zu realisieren.

Ein weiteres Problem: Ein Fahrradstreifen sei außerhalb einer geschlossenen Ortschaft nicht zulässig. Auch Reiche weiß, der vorhandene weiße Streifen ist gerade mal ein Notbehelf und suggeriert Sicherheit, die es nicht gibt. Immerhin sei es gelungen dort eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Stundenkilometer durchzusetzen. Doch das ändert nichts daran, dass die Straße zu schmal ist. Es gibt Radfahrer, die panisch absteigen, wenn da ein Lastwagen anrollt oder ein Wagen überholt. Diesbezüglich möchte man manchen Autofahrer wünschen, öfter mal auf Fahrrad umzusteigen. Weil sich dann die Perspektive völlig verändert.

Deshalb nutzen Radtouristen auf dem Weserradweg inzwischen die als Ausweichroute gedachte Strecke über Vlotho. Auch ins Kalletal kommt man sicher. Der 3,9 Kilometer lange Radweg entlang der Bundesstraße 238 ist bereits mit dem Ausbau der Bundesstraße fertiggestellt worden. wm

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