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Sprachengewirr bei Waldarbeiten

Arbeitscamp in Oldendorf Sprachengewirr bei Waldarbeiten

Hou Yue studiert in Peking Finanzwissenschaften, arbeitet am Computer in einem blitzsauberen Umfeld. Jetzt greift sie zu Hammer und Säge, baut in Möllenbeck Holzgatter und stellt diese als Schutz für Pflanzgebiete im Wald in Todenmann auf.

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Martina Caprin aus Italien (von rechts) und Eka Dumbadze aus Georgien lernen bei Gruppenleiter Mikalai Vinchewski die Anwendung der Bohrmaschine.

Quelle: dil

Möllenbeck/Todenmann.   „Die Arbeit ist schwer, macht aber Spaß“, sagt die Teilnehmerin des internationalen Arbeitscamps beim niedersächsischen Forstamt Oldendorf. „Ich liebe Deutschland schon seit einem Urlaub, nun will ich es näher kennenlernen. Und das mit jungen Leuten aus anderen Ländern, einfach ideal“, schwärmt die Chinesin.

Ganz so weit war die Anreise für die anderen zehn Teilnehmer nicht. Martina Caprin kommt aus Italien, ist den Gebrauch von Bohrmaschinen und Sägen auch nicht gewohnt: „Ich studiere Deutsch und will das trainieren. Es ist schön, das mit anderen ausländischen Jugendlichen zu tun. Das Camp ist für mich auf jeden Fall ein Erfolg.“ Eka Dumbadze aus Georgien studiert zwar Betriebswirtschaft, interessiert sich aber für das Forstwesen. Sie arbeitet gern im Wald. Griechenland, Spanien, Türkei und Deutschland sind weitere Herkunftsländer. Die 19- bis 21-Jährigen sprechen im Wald und in der Unterkunft bei der evangelischen Kirchengemeinde Fischbeck Englisch.

„Nur meine beiden Forsthelfer sprechen nicht Englisch, sie machen sich mit Händen und Füßen verständlich. Das hebt die Stimmung immer wieder“, freut sich Förster Holger Puls. Sprachprobleme beheben auch die Gruppenleiter Mikalai Vinchewski und Raoul Zillani.

Es handelt sich um einen Einsatz des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes (IJGD), den Forstamtsdirektor Christian Weigel wieder in die Region geholt hat. IJGD steht für einen gemeinnützigen Verein, der seit mehr als 60 Jahren Freiwilligendienste im In- und Ausland organisiert. Im Rahmen von mehrwöchigen „Workcamps“ treffen Jugendliche aus aller Welt zusammen.

In sozialen Projekten zu diversen Themenbereichen soll ein besseres Verständnis für unterschiedliche Kulturen, soziale Schichten, Religionen und Weltanschauungen entwickelt und so zur internationalen Völkerverständigung beigetragen werden. Neue Freundschaften und viel Spaß gehören auch dazu. Es gibt etwas Arbeitslohn, freie Unterkunft und Verpflegung.

Unter der Überschrift „Erlebnis Wald“ steht vom 17. August bis 4. September nun zum wiederholten Mal ein IJGD-Workcamp im Forstamt Oldendorf. In diesem Jahr kommen die insgesamt elf jungen Menschen zwischen 16 und 26 Jahren aus China, Georgien, Griechenland, Italien, Spanien, Türkei und Deutschland. Gewohnt wird in dieser Zeit im Gemeindehaus in Fischbeck, wo sich die Teilnehmer selbst versorgen. Bis zum Nachmittag wird im Wald gearbeitet, danach organisieren sich alle selbst.

Die Arbeitseinsätze finden in der Revierförsterei Rinteln statt. Dort errichten die Jugendlichen zum Beispiel einen Zaun zum Schutz junger Bäume, führen Jungwuchspflege- und Freischneidearbeiten in Forstkulturen durch, sorgen für einen freien Blick an Erholungseinrichtungen und anderes mehr. An Regentagen werden in der Werkstatt der Försterei in Möllenbeck Hordengatter und Hochsitze gebaut.

„Ergänzt wird das Programm durch einen gemeinsamen Grillabend heute zur Camp-Halbzeit mit den beteiligten Forstwirten und Förstern und einer vom Forstamtsleiter Weigel geführten Wanderung zu den Felsenklippen des NSG Hohenstein. In ihrer Freizeit organisieren die Jugendlichen Ausflüge wie zum Beispiel nach Hamburg“, teilt Puls mit.

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