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Spurrinnen werden gefährlich

Steinbergen Spurrinnen werden gefährlich

Holger Fröhlingsdorf stellt sich für das Foto bereitwillig auf die Arensburger Straße. „Deswegen machen wir das“, sagt er und zeigt auf die zentmetertiefen Spurrinnen im Kreuzungsbereich. Ebenso gefährliche Unebenheiten in der alten Asphaltdecke weisen die zum Teil bereits abgefrästen Fahrspuren der Bundesstraßen 83 und 238 auf, die dort zusammenlaufen.

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Mitarbeiter der Baufirma Oevermann fräsen Fahrbahnabschnitte im Kreuzungsbereich zentimetergenau ab.

Quelle: jan

STEINBERGEN. „Den Asphalt auf der Kreuzung ersetzen wir durch Beton“, erklärt der Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Hameln. Und er sagt auch gleich warum.

Obwohl Asphalt wegen seiner relativ hohen Elastizität im Straßenbau so beliebt ist, kommt es immer wieder zu Verformungen, insbesondere in den sogenannten Deckschichten, auf denen die Fahrzeuge rollen. Landläufig wohl bekanntestes Beispiel dafür sind die Spurrinnen (im Volksmund auch „Spurrillen“ genannt), die gewissermaßen als „Reifenabdruck“ im Asphalt bleiben, nicht selten auf Jahre hinaus. Da, wo die Belastung durch die Räder von Autos, Lastwagen und Motorrädern besonders groß ist, wird die Tragfähigkeit der Straße oftmals auf eine harte Probe gestellt, erst recht dann, wenn im Sommer große Hitze den Asphalt „aufweicht“ und das Bindemittel Bitumen obendrein seine elastische Spannkraft einbüßt: Es kommt zu muldenförmigen Vertiefungen.

Erneuerungen bis zum "Steinzeichen"

Autofahrer kennen den Effekt, wenn Regenwasser sich sammeln kann: Aquaplaning. Doch auch die Lenkbarkeit und der Geradeauslauf der Räder leiden unter den Spurrinnen. Besonders häufig entstehen diese in Bereichen, wo langsam gefahren wird und an Knotenpunkten. Beton wird hier auf der Steinberger Kreuzung (mit ihren zuletzt gezählten fast 34000 Fahrzeugen pro Tag) also deshalb verwendet, weil er eine höhere Festigkeit aufweist.

Auf Beton rollen Fahrzeuge, sobald alles fertig ist, im kompletten Kreuzungsbereich. Die neue Oberfläche wird zudem auf alle kreuzenden Straßen ein Stück weit hineingezogen, bevor sie wieder in Asphalt überwechselt. Erneuert werden auch diese Asphaltanschlussstücke, und zwar auf der L442 bis zum „Steinzeichen“ hinunter, auf der B83 bis zu den Gleisen (Richtung Westendorf) und auf der B238 (Richtung Rinteln) bis in den Kurvenbereich hinein, wo die große Gabionenwand gebaut wird (wir berichteten).

Fertigstellung bis November geplant

Am Rande einer Baubesprechung im ehemaligen Pflegeheim Pro Senia an der Arensburger Straße, wo die Oevermann-Bauleitung Quartier bezogen hat, erläutert Fröhlingsdorf: „Wir müssen die zehn bis 15 Zentimeter tief abgefrästen Straßenabschnitte zusätzlich noch rund 85 Zentimeter tief auskoffern, weil wir die Fahrbahnen von unten her komplett neu aufbauen.“ Laut Landesstraßenbauamt gibt es nämlich Substanzschäden in allen Schichten. Vorteil der Betonbauweise: Der Straßenaufbau erfolgt in zwei Schichten (unten Schotter mit Zement, oben Beton), wohingegen die Asphaltbauweise fünf Schichten verlangt. Einer zügigen Fertigstellung der Kreuzung bis November scheint also im Moment nichts im Wege zu stehen. jan

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