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Steinbergen in Bewegung

Neuer Wanderwart beim TSV Steinbergen in Bewegung

Ob Rennsteigweg oder Rheinsteigweg, ob Oberlausitzer Bergweg oder Rhönhöhenweg, ob heimatkundliche Wanderungen mit Kindergartengruppen oder Grundschulkindern, ob monatliche Wanderungen mit den Arensburger Wanderfreunden oder Steinberger Bürger – das Wandern ist des Charlys Lust.

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Das Wandern ist sein Lebenselixier: Karl-Martin Pacholek bringt Kinder und Erwachsene auf Trab.

Quelle: peb

Steinbergen. Karl-Martin Pacholek hat schon in frühester Jugend die Natur kennen und lieben gelernt und bewegt jetzt als Wanderwart des TSV Steinbergen ein ganzes Dorf.

Bei Grünberg geboren und aus Schlesien vertrieben, kam „Charly“, wie ihn seine Freunde und guten Bekannten nennen, im Jahr 1946 mit sechs Jahren mit seiner Mutter „in das schönste Dorf im Weserbergland“. Schon damals entwickelte sich die Lust auf Natur, jeden Tag verbrachte der kleine Karl-Martin mit Freunden in Wald und Flur. Der Messingberg, die Hirschkuppe, der Arensburger Park und die Liegewiese hoch über dem Dorf gehörten zu den Spielplätzen. „Die Luft war damals noch von hoher Qualität, Steinbergen hatte damals den Status eines Luftkurortes. Das hat sich leider total geändert. Durch das hohe Verkehrsaufkommen stinkt es nach Abgasen. Der Lärm ist unerträglich“, trauert Pacholek alten Zeiten nach.

Im Alter von zehn bis 15 Jahren gehörten die Zeltlager im gesamten Weserbergland mit den Pfadfindern zu den unvergessenen Erlebnissen. „In den Herbstferien bauten wir unsere Zelte immer am Hohenstein auf“, erinnert sich Pacholek. Als Jugendlicher entdeckte der Naturfreund das Fahrradfahren. Jetzt waren in den Schulferien lange Touren durch Deutschland angesagt. Wochenlang war er mit Freunden unterwegs. Dabei wurden Hunderte von Kilometern zurückgelegt. „Ob von Oberstdorf zum Bodensee, ob am Rhein entlang bis Köln oder durch den Westerwald, wir haben viel von Deutschland gesehen“, so Pacholek.

Als junger Mann ließen Bundeswehr, Lehre und Beruf kaum noch Zeit für das geliebte Hobby. Erst mit gut 40 Jahren fand er wieder Zeit und Muße für das Wandern. Pacholek entdeckte das Hochgebirgswandern, trat in den Alpenverein Minden ein und durchwanderte mit fünf Freunden kreuz und quer die Alpen. „Wir durchwanderten fast alle markanten Alpenregionen in Österreich, waren manchmal acht bis zehn Tage von Hütte zu Hütte unterwegs und legten dabei Strecken von bis zu 300 Kilometern zurück“, blickt Pacholek zurück.

„Wir waren immer in der ersten Septemberwoche auf Achse. Die Temperaturen waren nicht mehr zu heiß, eine gewisse Kühle ließ das Wandern auf den bis 35 Kilometern langen Teilabschnitten leichter fallen und die Hütten waren auch nicht mehr so überlaufen. Leider hat sich die Wandergruppe nach einigen Jahren aufgelöst und ich war danach meistens alleine auf Wanderschaft.“ Pacholek wanderte jahrelang alle bekannten Fernwanderwege in Deutschland ab und übernachtete dabei meistens in Jugendherbergen. „Doch manchmal kam es vor, dass ich mein Tagesziel aus Witterungsgründen nicht erreicht habe. Dann habe ich mir einen Hochsitz im Wald gesucht und dort übernachtet. Da erlebst du die Natur pur.“

Das ging bis zum letzten Jahr so. Der TSV-Wanderwart, er übernahm vor vier Jahren das Amt von Walter Reese, hatte dann eine Idee. Unter dem Motto „Ein Dorf bewegt sich“ wollte der heute 74-Jährige Wanderungen für Kindergarten- und Grundschulkinder anbieten. Der TSV-Vorsitzende Wilfried Polej unterstützte den Plan und sagte nur „Mach man!“.

Pacholek nahm Kontakt zu den Leiterinnen des Kindergartens und der Grundschule auf. Diese waren von der Idee sofort begeistert. Und bis zur Umsetzung brauchte es keine lange Zeit. Seit März letzten Jahres wandert Karl-Martin Pacholek einmal im Monat mit der ältesten Kindergartengruppe und allen Schüler der Grundschule. „Etwa 15 Sechsjährige aus dem Kindergarten und bis 55 Schulkinder gehen regelmäßig auf Wanderschaft. Gewandert wird in und um unser Dorf“, berichtet Pacholek. Jede Wanderung wird akribisch vorbereitet. Unterstützung findet Pacholek dabei von Dieter Instenberg.

„Die Wanderungen sind Heimatkunde zum Anfassen. Dabei wird auf die Geschichte des Dorfes eingegangen, die Natur erklärt, alte Gebäude besichtigt und deren Funktionen beschrieben sowie die Tierwelt beobachtet. Am Ende der vier- bis fünfstündigen Wanderungen steht immer eine Abschlussbesprechung mit vom TSV Steinbergen spendierten Erfrischungen. Die Kinder sind total begeistert“, freut sich Pacholek über die riesige Resonanz. „Und wenn ein Kind auf der Wanderung plötzlich vorsichtig deine Hand ergreift und bescheiden fragt, ob wir ein bischen zusammengehen wollen, wird es einem ganz warm ums Herz und man weiß, warum man das tut.“

Aber das Wandern mit Kindergartenkindern und Schulkindern ist nur ein Teilangebot des engagierten Wanderwartes. Jeden dritten Sonntag im Monat führt er bis zu 30 Arensburger Wanderfreunde durch das Weserbergland, Lipper Bergland oder den Harz. „Die Wanderstrecken sind 10 bis 16 Kilometer lang, die Dauer beträgt etwa vier bis fünf Stunden“, erläutert Pacholek.

Und jeden zweiten Freitag im Monat bietet er Wanderungen für die Steinberger Bürger an. „Es wird gemütlich gewandert. Drei bis fünf Kilometer stehen auf dem Plan. Die Wanderung dauert etwa zwei Stunden. Und anschließend geht es in die Bäckerei Otto oder in den Prinzenhof zum Kaffeetrinken und Klönen.“

Fragt man Karl-Martin Pacholek, was er sich für die Zukunft wünscht, kommt schnell die Antwort und gibt gleichzeitig eine Liebeserklärung ab: „Ich hoffe, noch lange für die Steinberger, vor allem für die Kinder, Wanderungen anbieten zu können und freue mich, neben meiner Lebenspartnerin jeden Tag gesund aufzuwachen.“ peb

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