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Streunender Pfau rettet Hühnern das Leben

Steinbergen Streunender Pfau rettet Hühnern das Leben

Ein herumstreunender Pfau wird seit einigen Monaten immer mal wieder im Landkreis gesichtet. Lange hieß es, das Tier bewege sich in Steinbergen, dann war auf einmal von Bernsen die Rede und vergangene Woche will eine Bückeburgerin den bunten Vogel sogar in ihrer Küche überrascht haben.

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Kein Ring, aber ein prächtiges Gefieder.

Steinbergen. Unsere Zeitung hat sich gestern auf die Suche nach dem ominösen Pfau gemacht – und ist in Steinbergen fündig geworden.

 In einem Haus an der Bergstraße lebt dort Maik Czepluch mit seiner Familie. In seinem Garten hält er ein paar Hühner und fast jeden morgen, wenn er die Tiere aus ihrem Stall ins Freigehege lässt, ist ein besonderer Gast schon da: der Pfau. „Der wartet dann darauf, dass er auch was abbekommt“, erzählt der Steinberger.

 Am Anfang sei der imposante Vogel, der keinen Ring am Bein trägt, sogar in das Gehege geflogen und habe dort auf seine Futterration gewartet. Das geht jetzt allerdings nicht mehr, da Czepluch das Gehege mit einem Netz abgehängt hat. Nicht etwa wegen des Pfaus, „der ist ganz friedlich und tut nichts“, sagt der Steinberger. Grund war ein Habicht, der es auf die Hühner abgesehen hatte. Einmal hätte der Greifvogel sein Ziel vermutlich auch erreicht – wenn der Pfau nicht gewesen wäre. Der Habicht war schon im Anflug auf das Freigehege, als der Pfau auf einmal von der anderen Seite des Gartens angelaufen kam. „Der hat einen Riesenlärm veranstaltet und den Vogel so vertrieben“, erzählt er.

 Schon wegen dieser Rettungsaktion ist der außergewöhnliche Besucher in Czepluchs Garten immer ein gern gesehener Gast. Obwohl er ganz gerne sein Geschäft auf der Terrasse des Hauses verrichtet. „Und das geht wirklich schwer weg“, versichert der Hausherr und lacht. Trotz aller Nähe zum Menschen, der Pfau bleibt ein wildes Tier. Das zeigt schon die Tatsache, dass er die Nächte nicht im Garten, sondern im angrenzenden Wald verbringt. Immer, wenn der Steinberger seinen Hühnerstall schließt, mache sich der Pfau auch langsam auf den Weg dorthin. „Da schläft er dann auf einer großen Eiche“, hat Czepluch beobachtet.

 Seit vielen Wochen, sogar Monaten, geht das jetzt schon so. Bereits im Mai sei der Pfau das erste Mal in der Bergstraße aufgetaucht – ein Tag, an den sich auch Czepluchs Nachbar Ralf Hoppe noch gut erinnern kann. „Er saß auf einmal auf einer Mauer und lief dann auch durch meinen Garten“, erzählt er. Mittlerweile hätten sich die Bewohner der Straße an das Tier gewöhnt, versichern die beiden. „Ab und an läuft er auch auf der Straße umher, da muss man schon mal hupen, damit er zur Seite geht“, erzählt Hoppe. Er ist sich auch ganz sicher, dass der Steinberger Pfau in der vergangenen Woche nicht in Bückeburg gewesen ist. „Am selben Tag, an dem er dort gewesen sein soll, kam er mir hier noch auf der Straße entgegen“, erzählt er.

 Für den nahenden Winter hat Czepluch auch schon vorgesorgt: Einen kleinen Unterstand hat er für den Pfau hergerichtet, ausgestattet mit einer wärmenden Heuschicht. „Wenn er möchte, kann er sich, wenn es kalt wird, dorthin zurückziehen“, sagt er. Wenn nicht, sei es aber auch in Ordnung, Futter werde er dem Pfau auf jeden Fall weiter anbieten.

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