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Waldkindergarten Strücken Sturmfest

Der Revierförster bringt zusammen, was in seinen Augen auch zusammengehört. Zuerst: Beide sind neu. Der Waldkindergarten Strücken ist seit Monatsanfang geöffnet, und Stephan Körbel hat sein Amt in der Revierförsterei Dobbelstein am 1. August angetreten. Das passe, meint er.

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Jeder pflanzt eine Tanne oder auch zwei. 

Quelle: rnk

STRÜCKEN. „Und natürlich braucht der Wald Kinder, die verstanden haben, was Wachstum im Wald bedeutet“, sagt Körbel. Denn der Wald brauche Nachwuchs – und wer in einem Waldkindergarten zu Besuch sei, der werde „zur Gesundheit erzogen“, zur Wald- und Naturliebe, und werde abgehärteter durch das Leben schreiten.

Dass Weißtannen gepflanzt werden, das habe seinen guten Grund, erklärt der Revierförster: Sie ist ein Tiefwurzler, ihr Wurzelsystem reicht also tief in den Boden. Dadurch ist sie weniger trockenheitsanfällig und gleichzeitig sturmfester als die Fichte, die ein Flachwurzler ist. Unter naturschutzfachlichen Aspekten ist sie ein unentbehrlicher ökologischer Stabilisator.

„Sie ist ebenfalls eine Art Nachwuchs“, sagt Körbel. Die Weißtanne wachse auch im tiefsten Schatten locker vor sich hin. Und wenn die starken, mächtigen und hohen Bäume um sie herum gefällt werden, schießt sie durch den Lichtschacht nach oben. Dann wird sie selbst ein mächtiger Baum, der dann die nächste Generation darstellt.

17 Anmeldungen für die nächsten eineinhalb Jahre

Vier Kinder besuchen den Waldkindergarten zurzeit. „Aber das wird nicht so bleiben“, sagt Leiterin Milena Branahl: 17 Anmeldungen gibt es für die nächsten eineinhalb Jahre. Erfahrung in einem Waldkindergarten hat sie bereits als Sprachförderkraft gesammelt. Mit Erzieher Antonio Calvin steht ihr zudem ein männlicher Arbeitskollege zur Seite, wie Stadtjustiziar Joachim Steinbeck betonte: „Wir sind schon ein bisschen stolz auf diese Kombination.“

Eine Frage an Branahl: Was haben die Kinder denn heute gemacht? Sie haben zuerst die Stöcke aufgesucht, die in ihrem Areal rumlagen, denn einige Bäume im unmittelbaren Bereich des Waldkindergartenzentrums mussten aus Sicherheitsgründen gefällt werden. „Anschließend haben noch zwei Baumkletterer das Trockenholz, das in den Ästen hängen geblieben ist, herausgeholt“, so Körbel. „Die Kinder also, haben dann mit Seilen eine Schaukel gebaut“, erklärt Branahl, „anschließend standen Rollenspiele an.“ Spielzeug gibt es hier draußen nicht, gespielt und gebastelt wird mit allem, was es im Wald so gibt.

Neuer Bauwagen kommt im Januar

Und weil man sich dabei auf Regeln verständigen müsse, sei die Kommunikation von Waldkita-Kindern deutlich ausgeprägter, so Branahl. „Es gibt den Wegfinder“, erklärt die Leiterin, „das ist das Kind, das an diesem Tag vorausgeht in den Wald und nicht überholt werden darf. Der Wegfinder darf sagen, wohin gegangen und was man dort machen wird.“ Das fördere und stärke die Verantwortung. Im Januar, so Branahl, gebe es einen neuen, größeren Bauwagen. „Dann sind wir noch besser aufgestellt“.

Danach geht es in den Wald, sieben Weißtannen anpflanzen. Zuvor erklärt der Förster noch, welches Pflanzwerkzeug geeignet ist und welches nicht. Grundsätzlich ist die Wiedehopfhacke für Bodenarbeiten vorgesehen, aber für das Anpflanzen von Bäumen sollte man doch lieber zum Spaten greifen. Und das lassen sich die Kinder nicht zweimal sagen: Ratzfatz haben sie ihre Weißtannen angepflanzt. rnk

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