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Treibholz staut sich

Feuerwehr Uchtdorf Treibholz staut sich

Dieser 25. Juli hat für die Ortsfeuerwehr eine lange Nacht bereitgehalten: Zuvor hatte es Starkregen gegeben – in einem ohnehin unvergleichlich verregneten Sommer. Die Exter war voller Treibholz, ja ganze Bäume schwammen darin. 

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Zwei Monate nach dem Hochwasser liegen Äste und Treibgut noch immer in der Exter.

Quelle: tol

Uchtdorf. Dass die Flüsse über die Ufer treten würden, war wohl zu erwarten. Doch bei dem Einsatz, den die Ortsfeuerwehr Uchtdorf hinter sich hatte, traute Ortsbrandmeister Marlon Sievert seinen Augen nicht mehr.

„Acht Stunden waren wir in der Exter“, echauffierte sich Sievert bei der jüngsten Ortsratssitzung im gut besuchten Bürgerhaus Uchtdorf. Das Problem: Der Fluss sei momentan sehr verschmutzt. Treibgut, ja ganze Bäume, liegen seit dem Hochwasser von vor knapp zwei Monaten noch immer im Wasser. Und das Problem ist: Es staut sich auf. Zu begutachten ist das Problem beispielsweise am Mittelpfeiler der Brücke der Kasseler Landstraße.

Zuständig für die Instandhaltung des Flusses ist der Unterhaltungsverband Exter-Wesertal in Hessisch Oldendorf. Hans Siever ist hier Verbandsingenieur. Er kennt den Fluss gut. Allein, weil es einmal im Jahr eine Begehung gibt, um eventuelle Schäden und Handlungsbedarf auszuloten.

Auf Informationen angewiesen

Als die Presse anruft, sagt er: „Ich habe heute gerade eine E-Mail der Ortsfeuerwehr bekommen.“ Bei akuten Fällen sei der Unterhaltungsverband darauf angewiesen, über aufgestaute Äste und Bäume informiert zu werden, etwa von der Ortsfeuerwehr.

Siever gibt zu bedenken, dass der Verband 88 Kilometer Gewässer zu begutachten habe – überall zur gleichen Zeit könne man nicht sein. Zudem dürfte man, zum Beispiel aus Naturschutzgründen, nur zu bestimmten Zeiten am Fluss arbeiten.

Apropos Naturschutz: „Teilweise dürfen wir das Totholz gar nicht aus dem Fluss holen“, so Siever. Dies sei wertvoller Rücksichtsraum für Fische, Amphibien und Vogelarten wie den Specht. Den dürfe man nicht einfach beseitigen, „da gibt es jede Menge Vorschriften“.

Auch wundere er sich darüber, dass sich Anwohner wiederum über unterspülte Bäume am Ufer wunderten: „Das ist bei Weiden oder Eschen normal.“ Diese würden nun mal am Ufer wachsen, dieses somit auch befestigen; das Wurzelwerk würde sprechend unterspült.

40 Tonnen Müll beseitigt

„Wir kontrollieren natürlich auch“, sagt Siever wie zur Beruhigung. Erst neulich habe der Verband unterhalb von Uchtdorf aufgestautes Treibgut aus dem Wasser holen müssen – 40 Tonnen Müll habe man dabei beseitigen müssen. Alles Hinterlassenschaften des Hochwassers. Diese würden nun nach und nach abgearbeitet.

Derzeit werde daher an der Holzbrücke in Exten mit zwei Baggern und mehreren Lastwagen geräumt, „dann arbeiten wir uns am Fluss entlang“. Danach wollte man nach Uchtdorf und dort aufräumen, dann einen gemeldeten Baum in Krankenhagen herausziehen.

Grundsätzlich mahnt Siever in Sachen Exter zu mehr Ruhe: „Acht Kilometer der 88 sind Exter, und über keinen Fluss wird so viel gesprochen.“ Dabei gebe es Bäche, in denen die Lage sehr viel brisanter sei. „Wir arbeiten alles nacheinander ab.“

Wenn es akute Vorfälle gebe, dann sei natürlich die Ortsfeuerwehr vor Ort oder der städtische Bauhof – oder der Unterhaltungsverband beauftrage eine externe Firma.

Nicht funktionierende Abflüsse

Ob sich die Extener damit zufriedengeben? Hört man Ortsbrandmeister Sievert zu, scheint die Exter grundsätzlich ein Problem zu haben: Neben der Brücke an der Kasseler Straße gebe es zwei Abflüsse, die jedoch nicht mehr funktionierten; das Wasser von der Limbke werde in den Fluss gedrückt. „Hier muss man dringend ausbaggern.“ Zudem müssten die Ufer beschnitten werden.

Bei jedem stärkeren Sturm würden neue Bäume im Wasser liegen – und es würde sich aufstauen. Dies passiere schnell bei starkem Wind, erwidert Siever. Doch so lange sie nicht den Wasserlauf blockierten, sei dies kein Problem.

„Hier ist höchste Eile geboten“, drängte hingegen Ortsratsmitglied Burkhard Sprick.

Die Geduld verliert allmählich auch Anwohnerin Karin Schneider von der Wassermühle Uchtdorf: Sie habe den Unterhaltungsverband schon Ende Juli über den Zustand der Exter in Kenntnis gesetzt, doch passiert sei nichts. Auch die Böschung werde nach und nach unterspült. mld

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