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Umbau oder Neubau?

St.-Petri-Kindergarten Umbau oder Neubau?

Der St.-Petri-Kindergarten Deckbergen braucht bedarfsgerechtere Räume und mehr Plätze, das ist beschlossene Sache. Die Landeskirche hatte bereits einen hohen Zuschuss für den geplanten Neubau angeboten. Nun aber stellten sich grundlegende Probleme heraus.

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Rechts die St.-Petri-Kirche, links der Kindergarten: Das Gelände in der Mitte ist zu klein für die Ansprüche eines modernen Kindergartens mit Krippengruppe und Ganztagsangebot.

Quelle: mld

Deckbergen. Eigentlich hatte der Rat im Juni 2016 beschlossen, dass das Angebot auf eine Krippengruppe mit 15 Plätzen und zwei Kindergartengruppen mit insgesamt 50 Plätzen erweitert werden soll. Einigkeit bestand darin, dass das bestehende, sanierungsbedürftige Gebäude im Jahr 2018 abgerissen werden solle, um dann an selber Stelle einen Neubau zu errichten. Dieser soll mit seinen 65 Plätzen dem erhöhten Bedarf an Ganztagsbetreuung gerecht werden.

Im Zuge der Erarbeitung eines Finanzierungskonzeptes, zusammen mit dem Kindertagesstättenverband Grafschaft Schaumburg, ergab aber eine genaue Prüfung der Umstände: Das Grundstück an der St.-Petri-Kirche ist zu klein, um den gesetzlich geforderten Platz im Außenbereich zu bieten.

Dazu kommt: Das Haus darf gar nicht vor 2020 abgerissen werden. Bei den Sanierungen des Kindergartens in den Jahren 2008 und 2009 waren die Maßnahmen der Stadt in Höhe von fast 200.000 Euro durch das staatliche Programm der Dorferneuerung gefördert worden, also mit über 60.000 Euro. Das bedeutet: Es besteht eine „Bindungspflicht“ an das damals sanierte Gebäude – bis zum Jahr 2020. Was also tun?

Die Stadtverwaltung stellt nun in ihrer Vorlage vier Varianten vor. Drei von ihnen beziehen das ebenfalls stark sanierungsbedürftige und wenig genutzte Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Schaumburg in die Planung ein, der vierte Weg bestünde in einem kompletten Neubau auf einem passenden Grundstück. Während ein Umbau des Dorfgemeinschaftshauses den Vorteil hätte, dass dieses dann von neuem Leben erfüllt wäre – Vereine und Gemeinschaften würden dort ebenfalls unterkommen – brächte ein Neubau den Gewinn, alle drei Gruppen an einem Ort zu versammeln.

Teure Variante kostet über eine Million Euro

Bei Einbeziehung des Dorfgemeinschaftshauses also würde der Kindergarten quasi geteilt. Entweder man baut das DGH dauerhaft so um, dass zwei der Gruppen dort einziehen können, während eine dritte Gruppe im später sanierten St.-Petri-Kindergarten verbleibt. Oder, eine weitere Variante: Ein Teil des DGHs abreißen und diesen durch einen Neubau für zwei Gruppen ersetzen. Danach wird der Kindergarten saniert. Letzteres würde Kosten von etwa 950.000 Euro verursachen, Ersteres von etwa 1.028.000 Euro. Beides zuzüglich der Kosten für die Sanierung der nicht vom Kindergarten genutzten Teile des DGH.

Eine dritte Möglichkeit – nämlich das DGH nur provisorisch als Kindergarten herzurichten, bis auf dem alten Kindergartengrundstück ein Neubau errichtet werden kann – dürfte ausscheiden: Dabei wären keine neuen Plätze gewonnen, bei einem Kostenpunkt von fast 1.300.000 Euro.

Möglichkeit Nummer vier: Man sucht ein neues Grundstück mit einer Grundfläche von etwa 1600 Quadratmetern, um ein Gebäude zu bauen, das allen drei Kindergartengruppen Platz bieten würde. Das würde ebenfalls an die 1.300.000 Euro kosten. Das Dorfgemeinschaftshaus bliebe dann unberührt.

In allen Fällen muss Deckbergen damit leben, dass eine schnelle Lösung nicht in Sicht ist. „Eine Zwischenlösung bis zur Fertigstellung des Umbaues des Dorfgemeinschaftshauses oder bis zu einem kompletten Neubau gibt es so nicht, denn auch dafür müssten alle gesetzlichen Anforderungen für Kitas erfüllt sein“, sagt Mareen Fennert, zuständig für die Belange der städtischen Kindertagespflege. „Neue Plätze gibt es erst nach Umbau oder Neubau.“

Sozialausschuss will Ortsbegehung

Eigentlich hatte der Sozialausschuss bereits im Oktober einen Beschluss fassen sollen, damit Bauausschuss und Rat zeitnah eine Entscheidung treffen können. Mitglieder aber wünschten eine Begehung vor Ort. Bei Entscheidungen „über Ausgaben in dieser Höhe“ wolle man sich „direkt vor Ort ein Bild machen“, hieß es.

Es werde dadurch zu keiner Verzögerung kommen, sagte Stefan Frühmark (CDU) im Ausschuss. Allerdings müssen neue Sitzungen der beteiligten Gremien angesetzt werden. Die Lösung: Bauausschuss, Sozialausschuss und der Ortsrat tagen am Donnerstag, 9. November, ab 18 Uhr im DGH gemeinsam, mit genau einem Tagesordnungspunkt: dem Kindergarten.

Zwar hätte man die Entscheidung auch bereits im Ausschuss treffen können, sagt Bürgermeister Thomas Priemer, doch er habe Verständnis dafür, sich die Sachlage noch einmal vor Ort anzusehen. Hauptsache, das Thema werde vor der Ratssitzung am 30. November entschieden, um Haushaltsmittel bereitstellen zu können.

„Es muss etwas passieren“, betont Deckbergens Ortsbürgermeisterin Gisela Stasitzek (SPD) die Dringlichkeit der Sache. Eine schnelle Lösung gebe es leider nicht – doch immerhin könnte der Umbau eines bestehenden Gebäudes schneller umgesetzt werden als ein Neubau. Wichtig sei aber natürlich, die örtlichen Vereine einzubeziehen. cok, mld

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